Mein Haus
Mein Haus steht überall, gehört zum All,
Zu jenem Raum, in dem nur Klänge schweben –
Des Lebens unentwegter Funkenfall.
Es ist das Haus, zu dem die Dichter streben.
Sein First ragt hoch bis zu den Sternen,
Weit ist die Wanderschaft von Wand zu Wand.
Der Hausbewohner misst die leeren Fernen
Mit seiner Seele, nicht mit Blick und Hand.
Gerechtigkeit ist ein Gefühl des Herzens,
Ist heilig wie das Korn der Ewigkeit:
Der Lauf der Zeit und Räume ohne Grenzen
Sind hier in einem Augenblick vereint.
Ein Werk der Himmelsmacht ist dieses Haus,
So schön gebaut für höhere Gefühle,
Darin zu leiden wählt mein Los mich aus,
Kein Ort, der besser mir dafür gefiele.
1830, 1831
[Als Vertonungsvorlage aus dem Russischen übersetzt für den Komponisten Walter Zimmermann.]
aus Felix Philipp Ingold: Endnoten
Versprengte Lebens- und Lesespäne








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