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Diese Fliege war zuerst da, zu früh; sie liegt rücklings auf dem weißen Fensterbrett, dreht sich, flügelschlagend und sirrend, um sich selbst. Wie ein Kreisel kippt sie bald auf diese, bald auf jene Seite, still bleibt sie dann für eine Weile liegen, als müßte sie Kraft schöpfen, ein kleines bißchen Kraft, um sich noch einmal zu spannen.
Auffallend laut läßt sie nun die Flügel schnarren, und wieder beginnt die rasende Drehung im Kreis auf dem Rücken, das Rudern der flimmernden Beinchen. Der Todeskampf, so scheint mir, dauert lang … so lang, als wär’’s ein Überlebenskampf. Dann ist plötzlich Schluß. Reglos und schräg, wie ein winziges Wrack, bleibt die Fliege liegen.
Du! … höre ich mich in der Mittagsstille sagen.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

 

 

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