Rainer Kirschs Gedicht „Meinen Freunden, den alten Genossen“
MEINEN FREUNDEN, DEN ALTEN GENOSSEN – Wenn ihr uns unsre Ungeduld bedauert / Und uns sagt, dass wirs heut leichter hätten
MEINEN FREUNDEN, DEN ALTEN GENOSSEN – Wenn ihr uns unsre Ungeduld bedauert / Und uns sagt, dass wirs heut leichter hätten
FLUSSBILD MIT ENGEL – ein ausgepeitschter engel quirlt die spree / sie kniet sich tiefer in die stadt und strudelt
Schöne Mondfrau, gehst du schlafen / Lächelnd und so munter, / Leise mit den Silberschafen
Sprich nicht immer / Von dem laub · / Windes raub ·
KNARREN EINES GEKNICKTEN ASTES – Splittrig geknickter Ast, / Hangend schon Jahr um Jahr, Trocken
ZERSTREUTE STROPHE – leicht wie luft, das weckte mich dann, von den fremden
AUFZUG EINER JAHRESZEIT – Der Herbst stach in das Stoppelfeld / hier ist die Messerwunde
NACHT – Ich atme den schweren Atem der Nacht / und sauge das Nachtblut ein,
DIE LUST KOMMT – Als dann die Lust kam, war ich nicht bereit. / Sie kam zu früh, zu spät, kam einfach nicht gelegen.