Barbara Maria Kloos’ Gedicht „Jungfernflug“
JUNGFERNFLUG – Noch einmal packt sie diese Gier / Nach einem kalten Kavalier. // Nach einem krummen Einzelgänger
JUNGFERNFLUG – Noch einmal packt sie diese Gier / Nach einem kalten Kavalier. // Nach einem krummen Einzelgänger
LANGSAME STUNDEN ÜBERM FLUSS – langsame stunden überm fluss. / Die welle zischt wie im verdruss / Da von dem feuchten wind gefrischt
DER SCHIZOPHRENE – Ein Opfer der Zerstückung, ganz besessen / Bin ich – wie nennt ihr’s doch? – ein Schizophrene. / Ihr wollt, daß ich verschwinde von der Szene,
DAS BÖHMISCHE DORF – Palmström reist, mit einem Herrn v. Korf, / in ein sogenanntes Böhmisches Dorf. // Unverständlich bleibt ihm alles dort,
AN SICH SELBST – Mir grauet vor mir selbst, mir zittern alle Glieder, / Wenn ich die Lipp und Nas und beider Augen Kluft, / Die blind vom Wachen sind, des Atems schwere Luft
DER AZTEKE – Ein etwa zwanzigjähriger Azteke / Kam neulich in eine Apotheke / Und verlangte zehn Schachteln Veronal.
EIN FÜR ALLEMAL – Schlag dir die Liebe aus dem Kopf / Das wird nichts mehr / Die kranke Phantasie
VERSPÄTETE ANTWORT – Die Antwort sprang nicht schnell hervor, / des Fragers Angriff abzufangen. / Der Sieg des Fragers ist vergangen.
NATUR – Hierher, sagen mir Bekannte, bauen wir / unser Häuschen. / Auf ihrem Grundstück grasen Kühe
ICH LIEBE DICH, DU SANFTESTES GESETZ – Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz, / an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen; / du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen,