Heinz Czechowskis Gedicht „Der Winter“
DER WINTER – Mein Vater starb unversöhnt. Ich / Wartete auf das wirkliche Leben. / Dann starb meine Mutter. Der Schnee
DER WINTER – Mein Vater starb unversöhnt. Ich / Wartete auf das wirkliche Leben. / Dann starb meine Mutter. Der Schnee
LEGITIMATION – Ich wohne hinter den Schritten / des Polizisten, der meinen Paß kontrolliert. / Ich wohne im Keller einer mittelgroßen
PLÄDOYER – Daß er die Kindlein zu sich rief, / daß er auf Wassers Wellen lief, / daß er den Teufel von sich stieß,
NEWSPAPER – Wir nehmen die gekauften Nachrichten hin / nicht wahr wir legen sie ab einen Vorrat
DAS NICHTS – Ich sah durch ein hohes, großes Loch. / Ist Nichts darin? – Doch! scholl es. – Doch!
RUNDBRIEF – Meine Liebe, dies war erst die Jugend, / Frühjahr tiefer Bitternis. / Herr Minister für Arbeit, Soziales und Sonne,
WANDERERS GEMÜTSRUHE – Übers Niederträchtige / Niemand sich beklage; / Denn es ist das Mächtige, / Was man dir auch sage.
SELBSTGEFÜHL – Ich weiß nicht, wie mir’s ist, / Ich bin nicht krank und bin nicht gesund, / Ich bin blessiert und hab keine Wund.
GEREIMTE DESTRUKTION – Ich kenne einen erfolgreichen Unternehmer / aus Lüdenscheid mit Namen Cremer / der erfand eine Faser
NACHTRAG – In den alten Büchern / sind die Liebenden vor Liebe / oft wahnsinnig geworden.