Georg Kreisler: Zufällig in San Francisco
Die unbeabsichtigten Gedichte von Georg Kreisler haben es in sich. Scheinbar leichthin und beschwingt geschrieben, verweisen sie auf Abgründe und Absonderlichkeiten. Der Dichter ordnet die Welt, indem er sie erfindet. Er erfindet sie, um sie vorzeigen zu können. Kreisler erweist sich in diesem, seinem ersten ausschließlichen Lyrikband als ein ebenso hellsichtiger wie subtiler Dichter.
Elke Erb: Sachverstand
Ob der Titel „Sachverstand“ absichtsvoll in die Irre führt, wie in einer Kritik behauptet wird, oder zurück in eine poetische Gedankenanarchielogik verraten die Gedichte und kurzen Prosastücke aus den Jahren 1996–99.
PROË
Gerhard Falkner wußte es schon, daß „mit dem programmatischen Bändchen PROË, erschienen bereits 1991, Anderson, sich und seine Favoriten – Stefan Döring, Bert Papenfuß, Peter Waterhouse, Durs Grünbein, Thomas Kling und Gerhard Falkner – zum Grundstock seiner neuen Lyrikzentrale machen wollte“. Das Buch blieb davon unberührt.
Interview mit Urs Engeler
Interview in der Frankfurter Rundschau mit Urs Engeler. „Die Saat geht vielleicht doch noch auf.“
Elke Erb: Gänsesommer
Eine „Tagebuchperson“ überwindet ihr negatives Fazit eines Altweibersommers. Statt Flaute lebendige Fülle und Lust. Typisch Erb, typisch Gänsesommer.
Rainer Schedlinski: die rationen des ja und des nein
„die wahrheit der eigenen schritte“ kann hier auf verwischten Spuren verfolgt werden. Wohin das führt bleibt Poesie und Verrat.
Stefan Döring: heutmorgestern
Es gibt nicht viele Bücher von Stefan Döring. Das ist sein umfangreichstes. Außer der Reihe auf jeden Fall. Zeitgeschichte für Zukünftige.
Andreas Koziol: mehr über rauten und türme
Diese Gedichte, zwischen 1984 und 1988 im Osten Deutschlands geschrieben, animieren ein zweites Verstehen. Hier begegnet man dem Hintersinn mindestens zweimal. Die „Letterlage“ ändert sich.
Grünbein / Oleschinski / Waterhouse: Die Schweizer Korrektur
Was sind Gedichte heute? Teillösungen, wie Peter Waterhouse meint, einer Ungleichung, ergänzt Durs Grünbein, deren Auftrag, schließt Brigitte Oleschinski, das Ungenügen bleibt? Brummende Kühlaggregate, Gedächtnismaschinen oder Stillespeicher? Drei Stimmen deutschsprachiger Lyrik versuchen in drei voneinander unabhängigen Essays eine Antwort, die jede wieder Anlaß wird zu neuen Fragen, Erwiderungen, Anmerkungen und Fortsetzungen durch die jeweils anderen.
Andrea Zanzotto: Gli Sguardi i Fatti e Senhal / Signale Senhal
Ein poetisches Raumfahrtprogramm und eine fast kultische Sprachhandlung. Dazu noch eine CD mit dem von Andrea Zanzotto gelesenen Originaltext. Leser hört die Signale.
Andrea Zanzotto: La Beltà / Pracht
Die Gedichtsammlung „La Beltà‟, in Italien 1968 erschienen, ist eines der größten sprachlichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts, von der Michel Deguy behauptet: „Die Sprache selbst ist der Wald, der dunkle Wald: verlorene Bedeutungen, deretwegen man den Weg, das Wegnetz und die Umwege noch einmal machen muß…“
Kerstin Hensel: Zu Christine Lavants Gedicht „Kreuzzertretung“
Frankfurter Anthologie. Gedicht und Interpretation.


















