Charles Bukowski: Nackt bei 33 Grad

Mashup von Juliane Duda zum Buch von Charles Bukowski: Nackt bei 33 Grad

Bukowski-Nackt bei 33 Grad

JUNK

Mit drei weiblichen Junkies
in einem dunklen Schlafzimmer.
Überall braune Papiertüten
voll Müll. Es ist Nachmittag,
halb zwei. Sie reden von
Irrenhäusern, Hospitälern.
Sie warten auf einen Fix.
Keine arbeitet was. Sie leben
von der Fürsorge und Essens-
marken, und Medi-Cal zahlt
für den Arzt.

Männer sind gerade gut genug
als Mittel zum Fix.

Es ist Nachmittag halb zwei
und draußen wachsen kleine
Pflanzen. Die drei rauchen
Zigaretten und nippen lustlos
an Bier und Tequila auf
meine Rechnung.

Ich sitze mit ihnen herum
und warte auf meinen Fix:
ich bin ein Gedicht-Junkie.

Ezra schleiften sie durch
die Straßen in einem Käfig,
Blake war überzeugt, daß es
Gott gibt, Villon war ein
Strauchdieb, Lorca lutschte
Schwanz, T. S. Eliot saß
hinter einem Bankschalter.

Die meisten Dichter sind
Schwäne. Reiher.
Ich sitze mit drei Junkies da,
an einem Nachmittag um
halb zwei. Der Rauch
verpißt sich an die Decke.
Ich warte.

Der Tod ist ein Jumbo
voll Nichts.

Die eine sagt jetzt, daß ihr
mein quittengelbes Hemd
gefällt.

Ich glaube an eine simple
Gewalt.

Das hier ist
ein Teil
davon.

 

 

 

Emotion und Empathie – exzellent!

Einer von vielen wichtigen Lyrik-Sammelbänden Bukowskis, übersetzt vom Freund & Dichterkollegen Carl Weissner – unbeding laut lesen (auch und gerade wenn’s die Nachbarn hören); und wer kann sollte es mit dem amerikanischen Original versuchen.
Bukowski ist sicher einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts – auch wenn viele Leser und Leserinnen lieber gedankenlos nachplappern, was man über ihn hört, statt selbst zu lesen.
Obszön ist es nicht, wenn Bukowski von Autos und Pferden und Portwein und Frauen und Prügeleien und Büchern und Pennern und Häusern und Postboten und Los Angeles und Hunden schreibt.
Obszön sind ewige Diskussionen im Weltsicherheitsrat über bombardierte, verhungernde, verblutende, hoffnungslose Menschen, denen die Weltgemeinschaft nicht helfen will, oder doch, oder lieber nicht, und warum, und wieso, vielleicht reden wir später noch mal darüber….

Song does not change the world, but the state of mind.

Charles Dexxter Ward, amazon.de, 23.2.2018

Verdienstvolle Wiederveröffentlichung!

Hinter diesem neuen Titel verbirgt sich der dickste Bukowski-Gedichtband, der momentan über den regulären Buchhandel zu bekommen ist. Und zwar handelt es sich um eine Kopplung der schon seit ein paar Jahren vergriffenen Einzeltitel Pacific Telephone und Die Girls im grünen Hotel [zusammen als Eine Kinoreklame in der Wüste 1982 im Verlag Zweitausendeins erschienen] sowie Die letzte Generation [Kiepenheuer & Witsch, Köln 1988]. 400 prall gefüllte Seiten mit süß-sauren Perlen. Entnommen den amerikanischen Originalausgaben Love Is a Dog from Hell: Poems 1974–1977 [Black Sparrow Press, Santa Barbara 1978], Play the Piano Drunk Like a Percussion Instrument Until the Fingers Begin to Bleed a Bit [Black Sparrow Press, Santa Barbara 1979] sowie War All the Time: Poems 1981–1984 [Black Sparrow Press, Santa Barbara 1984].
Nach den logischen Zusammenführungen der beiden Gedichtbände Nicht mit sechzig, Honey und Gedichte vom südlichen Ende der Couch [dtv 12392, München 2000], der Wiederveröffentlichung des lange Zeit vergriffenen Bandes Western Avenue [dtv 13268, München 2003] ist diese Neuedition dreier schon seit Jahren vergriffener Titel eine weitere verdienstvolle Veröffentlichung, der weitere Taschenbuchlizenzausgaben hoffentlich bald folgen mögen.

Markus Prem, amazon.de, 22.11.2005

 

„Ich habe ihn nie betrunken erlebt“Jonathan Smith im Interview mit Charles Bukowskis Verleger John Martin

Felix Stephan: Er war der Dschungelkönig der Achtziger

Benno Käsmayr: „Wir haben abertausende Exemplare verkauft“

 

Fakten und Vermutungen zum Übersetzer + Interview 1 + 2 +3
Nachrufe auf Carl Weissner: taz ✝ Wiener Zeitung ✝ Börsenblatt ✝
CULTurMAG ✝ Zweitausendeins ✝ der Standart ✝ OE1 ✝
RealityStudio ✝ Jetztmusikfestival ✝ WOZ ✝ Stadtbekannt ✝
Tagesspiegel ✝ VdÜ ✝ Übersetzen

 

Carl Weissner liest Bukowski beim Jetztmusikfestival Mannheim am 22.3.2010.

 

Zum 70. Geburtstag des Autors:

 

„I’m still here“. Bukowski ist siebzig. Ein Video von Thomas Schmitt.

Zum 20. Todestag des Autors:

Thomas Andre: Als der Gossenpoet nach Hamburg kam
Hamburger Abendblatt, 8.3.2014

 

Charles Bukowski: Porträt zum 20. Todestag

Zum 100. Geburtstag des Autors:

Frank Schäfer: Bukowski 100 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8
junge Welt

Schreiben als Selbstbehauptung: 100 Jahre Bukowski mit Frank Schäfer, Sarah Käsmayr und Peter Merg
Lesung und Buchvorstellung am 15.10.2020 im Ladenlokal der jungen Welt

Sascha Seiler: Vorbemerkung zum Themenschwerpunkt der August-Ausgabe
literaturkritik.de, August 2020

Frank Schäfer: Das Geklapper
literaturkritik.de, August 2020

Frank Schäfer: Der arme Mann aus L. A.
nd, 15.8.2020

Rafael Arto-Haumacher: FBI #140-35907 – Die Akte Charles Bukowski
literaturkritik.de, August 2020

Manfred Orlick: Ein Außenseiter und Chronist des gescheiterten American Dream
literaturkritik.de, August 2020

Christian Gaier: Dichter der Randexistenzen: Charles Bukowski zum 100. Geburtstag
Die Rheinpfalz, 12.8.2020

Benno Käsmayr: Bukowski und ich
Süddeutsche Zeitung, 13.8.2020

Almut Tina Schmidt: Nennen Sie das Literatur?
Die Presse, 13.8.2020

Florian Bissig: Skandalautor Charles Bukowski: Dieses Jahr wäre er Hundert Jahre geworden – und wäre verhasster denn je
Tagblatt, 14.8.2020

Thomas Hartmann: Charles Bukowski: Vom Tankwart zum Kult-Autor
mdr Kultur, 16.8.2020

Sven Ahnert: Mehr als Sex und Suff
SRF, 15.8.2020

Almut Finck: „Ich schreibe, geh zu Pferderennen, und ich trinke“
Deutschlandfunk, 16.8.2020

Airen: Dicht, Dichter, Bukowski
Der Spiegel, 16.8.2020

Paul Ingendaay: „Bedienen Sie sich aus diesem Schrott“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.8.2020

Markus Mayer: 100 Jahre Charles Bukowski: Der Dirty Old Man der Literatur
BR24, 16.8.2020

Alexander Kluy: Mythen, Dreck und Schlacke – 100 Jahre Charles Bukowski
Wiener Zeitung, 16.8.2020

Ralph Grosse-Bley: Hitler, Huren und die „Fuck Machine“
Bild, 16.8.2020

Alexander Wasner: Charles Bukowski – Der etwas andere Andernacher

 

 

Fakten und Vermutungen zum Autor + KLfG

 

Charles Bukowski – Born into this.

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