Nora Gomringer: Morbus

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Nora Gomringer: Morbus

Gomringer/Limmer-Morbus

ERZIEHER

Ich bin der Virus, der wie alle Viren
euch erzieht. Versteht mich richtig:

Ich bin der Bückling, öffne Türen, halte
offen sie für allerlei Besuch.
Der dann ist Denunziant,
der mit der zärtlichen Verschränkung
dir die Wangen rötet, bis du gehst,
ertappt von unserer Nacht. Dann,
die Flecken tragen einen Namen,
so wie ich so viele trug, als ich noch
Schall und aus dem Rauch war.
der aus Bars emporgestiegen kam.
Ich küss den Mann, der Männer küsst.
Ich komme mit dem falschen Blut, das rettet.
Ich bin in jedem Tropfen, bin ein Januskopf,
gespaltne Zunge, Wort darauf.
So küss ich Dallas Cowboys, schöne Engel
und die Kleinsten, Jüngsten aus dem Schlaf,
den sie neun Monde träumten.
Und ihr dosiert Akronyme
in die Venen meiner Geliebten,
vergiftet auf ganz eigene Art.
Ich bin der Virus, der wie alle Viren
euch erzieht. Seht den anderen, den anderen,
den immer anderen als euren Wolf.
Seht klar. Hört mich. Das was ich sage,
das stammt nicht von mir.

Auf diesen Mund
leg deinen Zeigefinger,
hast du genug gehört.

 

 

 

Nora Gomringer

hat nach 25 Monstern 25 Krankheiten beschrieben, beleuchtet und (dichterisch) behandelt. Der zweite Band der Lyriktrilogie Monster – Morbus – Mode, die vermeintlich Oberflächliches mit Grafiken von Reimar Limmer tieferführen will, heilt niemanden, hilft aber vielleicht. Berühmte Lyriker waren Ärzte, noch berühmtere Lyriker waren Patienten, und alle hatten sie Körper, die an der einen oder anderen Krankheit litten. So ist das Menschsein: jede Biographie auch eine Krankenakte. Was aber, wenn die Krankheit selbst spricht? Sie sich zu ihrem Verhalten äußert, sich selbst beschreibt?
Gomringer und Limmer legen nach den Monster Poems einen nicht ganz düsteren, nicht ganz ernsten Band über Morbus – Krankheit – vor, fühlen Puls, wiegen, vermessen und schieben ein paar Zäpfchen nach. Und wieder bricht dabei Sprache auf, Bild zu werden, und Bild bricht auf, sich in Sprache zu übersetzen, nur Gesundheit bleibt… relativ.

Verlag Voland & Quist, Klappentext, 2015

 

Nora Gomringer: Krankheiten in konkreter Poesie

– Mit ihrem Prosastück „Recherche“ gewann die schweizerisch-deutsche Autorin den diesjährigen Ingeborg Bachmann Preis. Einen Namen als Lyrikerin hat sich Nora Gomringer schon vorher als Lyrikerin gemacht. Und sie dichtet weiter. In ihrem jüngsten Gedichtband verwandelt sie Krankheit in pure Poesie. –

Krankheit nährt die Literatur als Stoff seit jeher. Von Homer bis jüngst Wolfgang Herrndorf. Im Spannungsdreieck Gesundheit – Krankheit – Gesellschaft lässt sich so vieles untersuchen, was das Wesen des Menschen ausmacht.
Gomringers Zyklus umfasst 25 Gedichte, die je ein Krankheitsbild variieren. In der Summe ist dies weniger düster als man denken könnte.
Im Gedicht „Plumbum“, lateinisch Blei, als Umschreibung für Depression, bringt sie zwar „den schwarze Hund“ und „das Kleid aus Blei“ als Metaphern für die Schwermut ins Spiel. Aber eigenartigerweise steht am Ende:

Die Droge hilft
der Tag wird hell
das Leben: Traum

Ob da nicht durch die rosa Brille auf eine heimtückische Krankheit geschaut wird, die mit massivem Leidensdruck verbunden ist – Droge hin oder her?
Jedem Gedicht ist eine durchs Band weg aussagekräftige, eindringliche Illustration zugeordnet. Reimar Limmer holt mit seinen Bildkommentaren oft gleichviel Tiefenschärfe heraus wie die Autorin.
Superb ist das Gedicht „Poliograph“. Polio, die Kinderlähmung, ist nur das Aggregat dieses Erzählgedichts. Der Fokus ist auf den US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt gerichtet, der von 1933 bis 1945 im Amt war, Kinderlähmung hatte und sich kaum aus eigener Kraft vorwärtsbewegen konnte.
Die äussere Form ist eine Rede Roosevelts zur Lage der Nation. Sie mündet in eine rhetorische Frage ans Publikum:

Mich traf ein Virus. What is your excuse?

Was ist Ihre Entschuldigung dafür, dass Sie nicht mehr dazu beitragen, damit es mit dem Land vorwärts geht, obgleich Sie nicht mit einer solch gravierenden Krankheit leben müssen wie ich? So kann man es ausdeutschen. Dies ist ein Zeugnis politischer Lyrik, die ohne parteiliche Gesinnungsfärbung auskommt. Hingegen ist es ein Stück zeitgemässe Moral, das in seinem appellativen Charakter deutliche Wirkung zeigen kann.
„Und immer ist es Sprache, die wir brauchen, um einander Drastisches zu senden“, stellt das lyrische Ich in „Showtreppenebola“ nüchtern fest. Dieses Gedicht ist Ausdruck einer programmatischen Beschwörung. Denn: „In 24 Stunden sollst du (Adressatin ist die Seuche Ebola) deinen Platz auf Erden räumen.“
Heute gibt es Anzeichen, dass man Ebola mit Impfstoff besiegen kann. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Gedichts dürfte die Aussichtslosigkeit des Kampfes gegen die Krankheit noch vorgeherrscht haben.
Nora Gomringer kann aber auch eine Genmutation einer Krebszelle im Stil konkreter Poesie nachvollziehen. Das beginnt mit „Der Fehler im Gen“ in der ersten und es endet zehn Zeilen später mit dem Vollzug:

Der Fehler im im enG GGimmm.

Die Variationsbreite dieser Dichterin ist eindrücklich und bietet manche Überraschung. Der Zyklus Morbus ist wie eine Reise in 25 Krankheiten um die Welt. Mal beschwerlicher, mal gedankenschwer, mal luftiger. Aber immer auf der Höhe der Zeit.

Heinrich Vogler, Schweizer Rundfunk, 9.8.2015

Achtung, Ansteckungsgefahr!

– Mit einfachsten Mitteln schreibt Nora Gomringer großartige Lyrik – heiter und augenzwinkernd. Jetzt ist die Bachmannpreisträgerin dem Unheimlichen auf der Spur. –

Poeten, die sich als Propheten aufspielen, sind lange schon außer Mode. Aber in ihrem Gedichtband Klimaforschung, der die Zukunftsbranche unserer Tage im Titel führt, hat sich die Dichterin Nora Gomringer doch zu einer Prophezeiung hinreißen lassen. Im Gedicht „Fortsetzung“ heißt es:

Nora Gomringer wird eines Tages eine Spezialistin sein.

Stimmt. Wenn Gomringer nämlich nicht wie in diesem Jahr in den Jagdgründen der Prosa wildert und gleich mal den Bachmannpreis in Klagenfurt gewinnt, dann ist sie Spezialistin für Lyrik: für rasante, schalkhafte, augenzwinkernde, selbstironische, heitere Lyrik. Für Gomringer ist diese – wie für eine ganze Generation junger Dichterinnen und Dichter, die in den siebziger und achtziger Jahren geboren wurden – nicht mehr nur Verlegenheitslösung in der Zeit zwischen den Romanen, sondern vielmehr die Königsdisziplin.
Als Nora Gomringer einmal gefragt wurde, in welchen Fällen sie überhaupt zur Prosa greife, antwortete sie:

nur, wenn ich das Gefühl habe, dass etwas einen längeren Atem brauche als ein Gedicht.

Entscheidendes Stichwort in diesem Plädoyer für die prägnanteste Form der Literatur ist der „Atem“. Denn Gomringers Poesie wird tatsächlich von der Minimaleinheit Atem getragen. Während andere Autoren sich schreibend von ihren Texten lösen, sie dem gedruckten Wort und der individuellen Stimme ihrer Leser übereignen, bleiben Gomringers Gedichte an Stimme und Atemwende ihrer Autorin gebunden. Die Gedichte vermitteln den Eindruck, dass sie unbedingt von Nora Gomringer gelesen werden wollen.
Die Texte drängen zum Vortrag, zum Event. Wann hatte man in der deutschsprachigen Lyrik diesen Eindruck zuletzt? Vielleicht bei Ernst Jandl oder bei Thomas Kling. „Auch Nora Gomringer liest“, heißt es in „Fortsetzung“. Und damit die Stimme nicht verlorengeht, liegen ihren Publikationen seit jeher CDs bei. Dort werden die Gedichte präsentiert, wie es sich gehört. Seit Gomringer zwanzig ist, veröffentlicht sie jedes zweite Jahr ein Buch. Auch im Hinblick darauf ist das Jahr 2015 ein besonderes. Denn allein im vergangenen Halbjahr sind drei Bücher von ihr erschienen. Da ist zum einen Mein Gedicht verlangt nicht lange. reloaded, eine Zusammenstellung von Gomringers bisherigen Publikationen. Sie reicht von ihrem Debüt Silbentrennung (2002), das seit Jahren vergriffen ist, bis hin zu den Nachrichten aus der Luft (2010).
Wer es bislang versäumt hat, eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartslyrik wahrzunehmen, kann es mit dieser Ausgabe gründlich nachholen. Da ist zum Zweiten der Band ach du je, der die ganze Palette von Sprechtexten abdeckt, von kleinen, fiesen Gesprächen bis hin zu Essays. Und da ist zum Dritten ihr neuester Gedichtband Morbus – ein intrikates Bändchen über „Krankheiten“. Morbus ist der zweite Teil einer Trilogie, die mit den Monster Poems einsetzte und mit Mode ihr Ende finden wird. Was hat es mit der Krankheit auf sich? Sie ist – wie die Monster zuvor – der andere Existenzzustand, der im gesunden Körper zu schlummern scheint, bis er eines Tages zum Vorschein kommt. Im plötzlichen, unbeherrschbaren Ausbruch liegt das Monströse der Krankheit. Und wenn sie dann äußerlich sichtbar wird, bevor sie hoffentlich so schnell wieder verschwindet, wie sie gekommen ist, dann trägt sie die Züge der flüchtigen Mode. Nicht die angenehmste Haute Couture, aber fünfundzwanzig Modeerscheinungen dieser Art bedenkt Gomringer mit ihren Gedichten.
Ebenso gefürchtet wie der Ausbruch der Krankheit ist die Infektion. Ansteckungsgefahr besteht, wenn man sich unablässig in die Quere kommt. Das gilt für Menschen genauso wie für Wörter. Übertragen (auch so ein ansteckendes Wort) auf die Rhetorik, lässt sich daher sagen: Der Chiasmus ist der Feind von Keimfreiheit und Quarantäne. In der medizinischen Idealwelt würde allein der Parallelismus herrschen. Die Parallelen schneiden sich wenigstens erst im Unendlichen. Bedeutet aber auch: Auf dem langen Weg dorthin passiert nichts. „Nicht ohne meine Überkreuzung“ könnte daher das heimliche Motto von Morbus lauten. In Gomringers Buch herrscht die Lust am Chiasmus, zwischen Poesie und Medizin, zwischen Gomringers Texten sowie Reimar Limmers kongenialen Illustrationen und nicht zuletzt zwischen den Figuren in den Gedichten.
Und weil die Tochter von Eugen Gomringer, dem Begründer der Konkreten Poesie, eher auf der Seite der Literatur als der Medizin steht, intoniert sie das Lied der Ansteckungsgefahr auch gerne mal im munteren Dreivierteltakt: „Herpeswaltz“ lautet der Titel eines jener Gedichte, an denen sofort klar wird, warum Gomringers Könnerschaft darin besteht, mit einfachsten Mitteln großartige Lyrik zu schreiben:

Ich küss dich
Du küsst mich
Kommt’s auf uns.

Küssen, da mögen die Verse noch so parallel daherkommen, heißt: Einswerden in kreuzweiser Verschränkung. Und was die beiden Küssenden in diesem Moment nicht ahnen: Sie sind bereits zu dritt. Das „S“, bei dessen Aussprache man die Lippen wie zum Kuss leicht öffnen muss, hat sich eingeschlichen und mit ihm die Schlange. Wer in diesem Moment an das Freudsche „Es“ oder gar an Stephen Kings horribles „ES“ denkt, ist der Infektion mit dem Unheimlichen bereits auf der Spur. Obwohl das Virus jetzt erst einmal sanft ruht. Inkubationszeit:

Ich spür dich
Du spürst mich
Bleibt’s in uns.

Ob das Paar auf Erlösung hoffen kann? Oder ob es mit ihm glücklich endet? In jedem Fall ist Sicherheit hier nur ein Lippenbekenntnis. Die Leser sollten ja nicht denken, dass sie selbst vor Ansteckung gefeit seien. Gut, dass auf der Abbildung die Gefahrenzone rot markiert ist.
Nora Gomringers Gedichte kommen so leicht und harmlos daher, dass man das Intrikate beinahe übersehen könnte. Von ihrem Ton geht höchste Ansteckungsgefahr aus. Inzwischen hat er einen so großen Wiedererkennungswert, dass man ihre Stimmprobe auf den CDs in den Büchern beinahe nicht mehr bräuchte. In „Fortsetzung“ fragt sie sich so treffend wie kokett selbst:

Nora Gomringer, was macht ein Gedicht aus? Nora Gomringer macht ein Gedicht. Aus.

Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Asterix auf Kruzifix

(…)

Bleiben wir noch etwas bei Nora Gomringer. Die 1980 geborene Tochter von Eugen Gomringer hat mit Morbus den zweiten Band ihrer Lyriktrilogie Monster – Morbus – Mode vorgelegt, ein Projekt, das sich der Erforschung von Oberflächen widmet. Der Band ist über weite Strecken ein humoristisches Brevier zum Umgang mit Krankheiten. Entstanden sind Gedichte, die spielerisch mit den großen Tabus unserer Zeit umgehen und zudem witzig und subtil illustriert sind; der Band ist in Zusammenarbeit mit dem Grafiker Reimar Limmer entstanden.
„Doch kann in einer einzigen Minute eine Kanone alles zerschmettern, umstoßen und gänzlich vernichten: eine Krankheit, die unseren Künsten nicht bekannt ist, deren unsere Vorsicht sich nicht versieht“, dichtete John Donne 1627 und brachte damit auf den Punkt, mit welcher Plötzlichkeit Krankheiten ein Leben auf den Kopf zu stellen wissen. Indem sie Fakten und Fantasien raffinert verschränkt, findet seine Nachfahrin Gomringer einen Weg, die Krankheit ein klein wenig in Schönheit zu verwandeln. In „Plumbum“, einem Gedicht, das sich der Depression widmet, dichtet Gomringer:

der schwarze Hund
das Kleid aus Blei
die Nacht im Gefieder
das Wesen aus Nebel
der Weg aus Wegen
die Fragen aus Leder

und nähert sich so einem Zustand an, den man wohl schwerlich ganz begreift, wenn man ihn nicht erlebt hat. Wie immer hat Gomringer auch eine CD eingesprochen, auf der man ihre Gedichte hören kann.

Beate Tröger, der Freitag, 21.4.2015

Weitere Beiträge zu diesem Buch:

Nora Gomringer zu Gast am 3sat-Stand und im Gespräch mit Cécile Schortmann am 18.10.2015

druckfrisch. Neue Bücher mit Denis Scheck
ARD, 20.12.2015

Nora Gomringer im Interview auf dem Leserad und lesend in der Moritzbastei

52 Beste BücherCorina Caduff, Andreas Nentwich und Heini Vogler im Gespräch

Martin A. Heinz: „,Ich‘ bin, weil ich krank bin.“
fixpoetry.de, 22.4.2015

Tina Rausch: Nichts ist ungeheurer als der Mensch
Münchner Feuilleton, 22.5.2016

Kai Bremer: Nora Gomringer: Morbus
philology & irony, 6.2.2016

Eva Jung: Morbus von Nora Gomringer
manuzio

Mario Osterland: Das Jahr Nora
signaturen-magazin.de

Stephanie Heimgartner: Nach Monstern nun Morbus: Neues aus Nora Gomringers Alphabet der Schwellenzustände
literaturundfeuilleton, 20.8.2015

Christiane Zintzen: Nora Gomringer – die Krankheit als Regel
Neue Zürcher Zeitung, 7.8.2015

 

„Wie soll man den Nobelpreis überleben?“

– Schreiben ist harte Arbeit. Vor allem, wenn man gut schreibt. Das weiß Nora Gomringer, die jüngst den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann. Oder war das doch ihre Kollegin Nora Bossong? –

Cornelius W.M. Oettle: Frau Gomringer, ich spreche mit Ihnen natürlich auch über den Ingeborg-Bachmann-Preis. Wie oft mussten Sie das in den letzten zwei Wochen schon?

Nora Gomringer: Oft, aber immer aus anderen Blickwinkeln. Nur zu!

Oettle: In Ihrem Gewinner-Prosatext „Recherche“ äußert eine Figur: „Vieles am Schreiben ist widerlich. Weil es die Voyeure anzieht und die Herzlosen.“ Stimmt die Autorin Nora Gomringer dem zu?

Gomringer: Schreiben ist etwas sehr Schönes, weil man einem großen, selbst formulierten Auftrag folgt. Andererseits ist am Schreiben selbst gar nicht so viel sehr schön. Es ist eine sehr anstrengende Arbeit, die Selbstdisziplinierung erfordert. Man hat aber immerhin die Möglichkeit, viele Eindrücke, die einen beschäftigen, zu verarbeiten. Wie eine Kaffeemaschine: Man nimmt viele Dinge in sich auf und jagt diese durch alle Filter. Am Ende entsteht ein Extrakt.

Oettle: Sie sind bislang vor allem als Lyrikerin in Erscheinung getreten. Hat Sie der Erfolg überrascht?

Gomringer: Während der 15 Jahre, in denen ich jetzt Schriftstellerin bin, habe ich etwa 20 bis 25 Prosatexte veröffentlicht. Ich weiß nicht, warum man nur monobegabt sein soll.

Oettle: Wie kommen Sie mit Ihrem Roman voran? Zahlreiche Medien berichteten, Sie würden sich jetzt einem solchen widmen.

Gomringer: Dem ist nicht so.

Oettle: Also eine Falschmeldung?

Gomringer: Ja. Ich sagte lediglich: „Ich denke darüber nach, einen Roman zu schreiben.“ Ich denke über vieles nach.

Oettle: Sie waren auch als Poetry-Slammerin sehr erfolgreich.

Gomringer: Poetry-Slam mache ich aber seit fast zehn Jahren nicht mehr.

Oettle: Sehen Sie einen künstlerischen Qualitätsunterschied zwischen Poetry-Slammern und klassisch in Erscheinung tretenden Lyrikern und Literaten?

Gomringer: Beide haben ganz andere Ansätze bei der Arbeit und Präsentation. Ein Slammer kann sich auf einer Bühne sehr gut verkaufen, ein klassischer Dichter mitunter nicht. Man muss dem Slam alle Ehre erweisen: Das bereichert die Literatur- und Textlandschaft Deutschlands ungemein.

Oettle: Warum haben Sie dann aufgehört?

Gomringer: Aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen. Damals gab es vielleicht drei bis vier Slammer, die davon leben konnten, indem sie ständig rumgereist sind. Zudem mochte ich den Wettbewerb nicht, da hab’ ich nie ­geglänzt.

Oettle: Moment – Sie sind Deutsche Meisterin im Team-Slam geworden.

Gomringer: Ja, schon, aber der Wettbewerb per se liegt mir einfach nicht. Zum Glück wollten Veranstalter zunehmend, dass ich Einzellesungen halte. Das liegt mir eher. Da bin ich dramaturgisch und kuratorisch gefordert.

Oettle: Auf Ihrer Homepage heißt es: „Vorsicht! Nora Gomringer könnte Sie amüsieren, irritieren, aus den richtigen Gründen zum Weinen bringen!“ Was fällt Ihnen am schwersten?

Gomringer: Das beständige Amüsieren. Kollegen, die ausschließlich lustige Texte schreiben, sind harte Arbeiter.

Oettle: Apropos Arbeit: Sie leiten seit fünf Jahren das Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Wann finden Sie Zeit, um zu schreiben?

Gomringer: Ich stehe sehr früh auf und gehe, wenn möglich, früh ins Bett. Ich schreibe am Morgen. Und im Zug: Ich mag es, diese Zeiteinheit zu haben, zu wissen: Jetzt habe ich drei Stunden Fahrt vor mir. Ich schaffe mir Freiräume, wo es geht, aber ich bin oft im Stress. Gerade jetzt ist eigentlich die beste Zeit für einen Herzinfarkt: Es gingen Eintausendsiebenhundert E-Mails bei mir ein.

Oettle: In welchem Zeitraum?!

Gomringer: Innerhalb von zwei Tagen nach dem Bachmann-Preis. Die meisten freuen sich. Von einem bekam ich aber auch eine E-Mail à la: „Ich hänge Ihnen zehn Gedichte an. Redigieren Sie sie!“ Und als ich fragte, warum ich das tun sollte, antwortete er: „Weil Sie diesen Preis nicht verdient gewonnen haben. Sie müssen noch mehr arbeiten.“ Ich denke immer: Wie viel Zeit haben die Leute eigentlich? Ich weiß gar nicht, wie man den Nobelpreis überleben soll.

Oettle: Interessanter Mensch, hält wohl sehr viel von Literaturpreisen. Und Sie?

Gomringer: Diese Preisvergaben sind natürlich immer ungerecht. Ich selbst nehme nur an Wettbewerben teil, bei denen ich glaube, eine Chance zu haben. Ich will den Leuten auch keine Zeit wegnehmen.

Oettle: Zum Bachmann-Preis wurden Sie allerdings vorgeschlagen. Wen muss man dafür bestechen?

Gomringer: Sandra Kegel von der FAZ rief mich an und sagte, sie würde sich dort gerne mit mir präsentieren. Interessante Art der Formulierung, dachte ich. Ein Romanprojekt liegt bei mir seit Jahren in der Schublade. Das habe ich ihr geschickt, sie hat’s nicht gemocht. Für diesen Abend wollte sie etwas anderes. So schrieb ich „Recherche“. Man benötigt ja einen Text mit 25 Minuten Lesezeit. So was fällt mir schwer – ich bin eher Kurzstrecke!

Oettle: Ach ja, die Protagonistin in Ihrem Text zum Bachmann-Preis heißt Nora Bossong, eine Ihrer Kolleginnen auch. Weshalb?

Gomringer: Nora und ich werden aufgrund unseres gemeinsamen Vornamens öfters verwechselt. Ich wurde schon als Nora Bossong angekündigt. Natürlich habe ich sie vorher um Erlaubnis gefragt. Sie hat dann auch einen guten Text geschrieben: „Wie ich den Bachmann-Preis gewann.“ Man kann eben auf unterschiedliche Art und Weise gewinnen.

Stuttgarter Nachrichten, 23.7.2015

 

Nora Gomringer – Ein Gespräch.

 

Nora Gomringer im Interview auf dem Leserad.

 

Fünf Fragen von Michael Krüger an Nora Gomringer

Michael Krüger: Wie genau entstand das erste Gedicht? Und warum ist es nicht eine Kurzgeschichte geworden?

Nora Gomringer: Es entstand in einer Freistunde an einem grauen, fast stürmischen Rehauer Schultag im Auftrag eines Vertretungslehrers. Der Auftrag lautete: „Schreibt ein Gedicht über eine Sache aus der Natur“ – und deswegen ist es keine Kurzgeschichte geworden. Ich war acht Jahre alt.

Krüger: Wie, wo und wann hast du deine schönste Metapher gefunden? Spontan, nachdenkend, auf der Suche nach dem richtigen Bild?

Gomringer: Ich weiß nicht, ob du das so oder anders kennst, aber gerade habe ich eine Szene, eine Begebenheit, ja eigentlich ein Faktum im Kopf und suche aktiv nach einer adäquaten sprachlichen Umsetzung für das Ganze. Ich suche nach einem sprechenden Bild. Diese Überlegungen sind also nicht historisch, sondern sehr aktuell. Es gibt bestimmte Metaphern, um die ich kreise, seit ich denken kann. Da muss ich mich streng prüfen, ob ich sie nicht viel zu oft verwende bzw. an sie denke, wenn ich bemüht bin, eine neue zu entwerfen, denn dann klingen selbst die Neuen „eingefärbt“. Generell kommen die schönsten Metaphern spontan beim Federballspielen oder im Kino.

Krüger: Gibt es für dich das abgeschlossene Gedicht oder zuckt es dir in den Fingern, die vorhandenen Gedichte zu verändern?

Gomringer: Es gibt für mich ausschließlich abgeschlossene Gedichte mit Variablen. Die müssen immer sein und dürfen das Gedicht für Lesung und andere Umnutzungen verändern.

Krüger: Wie hältst du es mit der Silbentrennung am Zeilenende?

Gomringer: Die lehne ich ab. Du weißt, dass ich ein Gedicht geschrieben habe, dass „Silbentrennung“ heißt und den Vorgang der Silbentrennung mit der Trennüng innerhalb einer Beziehung vergleicht.

Am Zeilenende
wie nach Jahren
Abschied nehmen
Dich sehen lassen

Insofern sagt mein inneres Gretchen: bes- / ser nicht.
Die Integrität der Zeile ist bestimmt von ihrer Gänze. Ich glaube, das kommt für mich persönlich aus der jahrelangen Betrachtung von Intaktheit. In der Konkreten Poesie wird nichts getrennt oder zerschnitten. Der ganze Lachs liegt auf dem Tisch. So kenne ich es und so halte ich es.

Krüger: In der Geschichte der Poesie wurde ein riesiges Regelwerk aufgestellt, an das sich nur noch wenige halten, obwohl es unsichtbar auch unter der gegenwärtigen Poesie liegt.
Gibt es noch irgendwelche Verbindlichkeiten, die zu beachten sind?

Gomringer: Keiner erfindet das Rad neu. Auch die bei Michelin machen nur immer wieder gute und immer bessere Reifen. So machen das auch die Lyriker. Dabei schreiben sie sich ihre eigenen Regelwerke. Zugegeben, sicher enthalten diese Werke zum Teil aus Unkenntnis uralte Regeln und somit Wiederholungen. Es ist, wie du sagst: Es liegt ein unterirdisches Myzel von Tradition und Konvention unter der Poesie. Die Verbindlichkeiten, die geblieben sind, sind formale: Zeile, Zeilensprung und die Frage nach der Interpunktion in Gedichten. Im Inhaltlichen sind es: Flora, Fauna und Frauen sowie Liebe, Last und Lust, Krieg und Weltende, Details auf dem Küchentisch und im Gesicht des Geliebten. Die Frage nach Kitsch, Pathos, Abgegriffenheit von sprachlichen Bildern und kritische Selbstbetrachtung bleiben, und das Publikum – und ich nehme an, das bleibt auch – fragt nach dem Reim. Diese Dinge scheinen mir verbindlich, weil menschlich und poetisierbar, weil mit Sehnsucht zu betrachten.

Aus Nora Gomringer: Ich werde etwas mit der Sprache machen, Verlag Voland & Quist, 2011

Nora Gomringer: „Wer überlebt, hat einen Auftrag“

– Mit Gedichten aufgewachsen, macht sie nun selber welche und setzt sie eindrucksvoll in Szene – eine Star-Poetin mit Schweizer Wurzeln. –

Ein berühmter Dichter als Vater – Eugen Gomringer begründete die Konkrete Poesie – und eine Germanistin als Mutter – da ist schon ein wenig vorgespurt. Doch die Tochter hat das Talent auf bemerkenswerte Weise entwickelt, als Slampoetin ebenso wie als Direktorin eines Internationalen Künstlerhauses. Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer (35) steht an der Frankfurter Buchmesse im Rampenlicht und liest bald auch wieder in der Schweizer Heimat ihres Vaters.

Martin Winkel: Was haben Sie als Mädchen gelesen – die typischen Kinder- und Jugendbücher?

Nora Gomringer: Meine Mama ist den Klassikern sehr zugetan. Es gab viel Rückert und Heine, aber auch Märchen aus der Badewanne: Meine Mutter, bedeckt von Schaum, die Zigarettenspitze in der einen Hand und in der anderen den Bechstein-Band, las mir vor, während ich vor der Wanne auf dem Teppich sass. Das Bad war in dem alten Bauernhaus auch oft der wärmste Raum. Als ich später selber zu lesen anfing, waren es vor allem Gedichtbände, die mir in die Hände fielen.

Winkel: Also keine Abenteuergeschichten…

Gomringer: Ich habe ein wenig TKKG gelesen, weil ich dachte, das müsste ich. Viele Jugendliche erliegen dem Druck, den Erwartungen der Gesellschaft entsprechende Bücher zu lesen – aussen bunt, innen erklären sie irgendeine Moral. Richtig viel gelesen habe ich erst mit 17 als Austauschschülerin in den USA. Prosa interessierte mich nicht so sehr und war bei uns zu Hause auch weniger präsent.

Winkel: Als Sie auf die Welt kamen, war Ihre Mutter fast 40, der Vater über 55. Das ist nicht immer einfach es hält zwar die Eltern jung…

Gomringer: … aber die Kinder macht es alt, ja! Ich bekam das als Kind oft zu hören: So reif und gedanklich schon so weit, bla, bla… Die Mädchensucht ist ja das Gefallen, und das war sicher eine wichtige Taktik, um neben diesen beiden Eltern zu bestehen. Für die war das Kinderkriegen ja nichts Besonderes mehr und auch nicht sehr, dass ich ein Mädchen war. Ich war halt einfach neben meinen Brüdern ein weiteres Kind, die Nummer acht. Mutter und Vater haben sehr viel gearbeitet in dieser Zeit. Ich war ein sehr mir selbst überlassenes Dorfkind, und die Dorfkinder – das war eine Erziehungsmaxime meiner Mutter – sollen sich ein wenig langweilen, damit etwas aus ihnen wird. Nicht das Kind überbeschäftigen mit irgendwelchen Aktionen! Meine Eltern sind ja jetzt noch mit 74 und 90 voll berufstätig. Das kam uns Kindern insofern zugute, dass da keine Einmischung in Lebenswege passiert. Bei mir hiess es nur: Mach Dein Abitur, der Rest ist uns egal. Das ist in der Jugend sehr, sehr verletzend und schwierig, weil man denkt: Ist alles egal, was ich mache? Interessiert das keinen? Aber am Ende habe ich gemerkt, dass es für mich ganz gut so war. Ich mache das, was ich mache, weil nie jemand gesagt hat: Tu das nicht!

Winkel: Was hat Sie an der Poesie so fasziniert, dass Sie heute selber Gedichte schreiben?

Gomringer: Ich glaube, das ist die einzige Art, wie ich Sprache verstehe und für mich selbst als Leser akzeptiere: eine Sprache, die auf ihre Tragfähigkeit abgeprüft wurde  was das einzelne Wort angeht, die Kombination und die Form. Da ich wohl eine kürzere Konzentrationsspanne habe als andere Leute, fand ich Lyrik stets sehr bereichernd: Eine Nachricht in meist perfekter Form – das reicht mir schon als Gedankennahrung für eine kleine Wegstrecke.

Winkel: Ausgerechnet den Bachmann-Preis haben Sie nun mit einer Erzählung gewonnen…

Gomringer: Ja, das ist in der Tat ungewöhnlich, aber dieser Text mit dem Titel „Recherche“ – für meine Verhältnisse ein Monster von 25 Seiten! – ist um ein zentrales Gedicht herum geschrieben. Und darin ist auch schon die Kernaussage zu finden: Wenn es uns nicht gelingt, einen 13-jährigen Jungen zu halten, wenn wir den verlieren, dann ist bei uns doch irgendetwas total verquer und falsch. Nach dem Wettbewerb bekam ich übrigens Rückmeldungen, dass dieser Text nur gelingt, wenn man ihn laut vorliest. Da sage ich nur voilà – nichts anderes verlange ich: Jede Art Text muss vorgelesen, vorgetragen werden, sonst entgeht einem zu viel.

Winkel: Sie reden ausschliesslich Hochdeutsch, obwohl Ihr Vater Schweizer ist – warum?

Gomringer: Mein Vater hat mich oft für die Sommerferien in die Schweiz geschickt. Ich war dann in Frauenfeld bei der Familie des damaligen Postchefs Felix Rosenberg, und die sollten mir ein wenig Schwyzerdütsch beibringen. Zum Glück waren sie reizend und kluge Menschen, denn ich war sehr schüchtern und fand es recht seltsam, dass meine Eltern mich so aussetzten. Mit Schwyzerdütsch wurde es dann nicht so viel. Ich bin schon froh, dass ich es verstehe. Aber dass ich es nicht aktiv nutzen kann, ist für mich eine ganz befremdliche Situation. So wirke ich immer wie die Besserwisserin und in Gesprächsrunden mit so wunderbaren Schwyzerdütsch-Sprechern wie Hazel Brugger und Christoph Simon klinge ich dann wie die Frau, die den Wetterbericht spricht. Das tut mir leid!

Winkel: Sie sind viel unterwegs, kommen aber seit der Schulzeit stets wieder nach Bamberg zurück. Könnten Sie woanders leben?

Gomringer: Ich kann recht schnell an anderen Orten Glück empfinden und bin ja nur an meinen Laptop gebunden – das ist mein wahrer Aufenthaltsort. Ich bin eher ein virtuelles Wesen, das sich dann manifestiert, wenn es irgendwo eingeladen wird.  Ich könnte überall leben, glaube ich. Aber ich wollte nicht überall leben. Vor allem nicht in jeder Zeit. Bamberg ist viel Mittelalter und 18. Jahrhundert. Vom Krieg fast unberührt, die drittgrösste Fussgängerzone nach Prag und Venedig, Weltkulturerbe – und alles ist so schön, dass es einen fast gruselt.

Winkel: Wie haben die Bamberger reagiert, als Sie den Bachmann-Preis bekamen?

Gomringer: Die waren alle unglaublich beeindruckt, dass einmal jemand aus ihrer Mitte in der Tagesschau war – das Grösste ever!  Und selbst meine Eltern, die so viel für Literatur und Kunst gemacht haben, werden jetzt nochmals geehrt, weil die Tochter in der Tagesschau war. Dabei gebühren natürlich alle Preise dem Papa, wenn es um das Lebenswerk geht. Nur gab es vor 50 Jahren noch nicht so viele Preise oder Stipendien. Ich falle jetzt in den goldenen Topf.

Winkel: Leiterin des Internationalen Künstlerhauses in Bamberg und viel gefragte Autorin – um das zu vereinen, müssen Sie wohl sehr fleissig und diszipliniert sein?

Gomringer: Ja, und ich habe keine Texte auf Vorrat in der Schublade. Was ich schreibe, sind fast immer Auftragsarbeiten. Bei den Gedichten sind es dann selbst erteilte Aufträge. Jetzt zum Beispiel sag ich mir: Schreibe 25 Gedichte zum Thema und Phänomen Mode, damit ich die Trilogie beende – Morbus, Monster und Mode. 2017 im Frühjahr soll der Band erscheinen, das heisst, ich schreibe daran von September bis Dezember 2016. Frei assoziiertes Schreiben gelingt mir nicht mehr. Im Moment habe ich einfach nicht die freie Zeit und Gedankenweite. Und deshalb ist alles Schreiben Auftrag. Mir gefällt das.

Winkel: Sie wirken sehr unerschütterlich – gibt es Dinge, die Sie aus der Fassung bringen?

Gomringer: Jede Art von Fremdenfeindlichkeit und herablassendes Sprechen mit anderen, vor allem mit älteren Menschen. Ungerechtigkeit im Kleinen wie im Grossen. Und der 11. September 2001 – ich war damals sehr nah am Geschehen. Seitdem hat mein Leben eine bestimmte Wendung genommen. Wenn man überlebt, hat man einen Auftrag, und den muss man bewusst wahrnehmen.

Coop Zeitung, 5.10.2015

 

Nora Gomringer im Gespräch mit Franziska Wotzinger: Ohne Körper keine Stimme

Nora Gomringer im E-Mail-Interview mit Isabel Bogdan

 

 

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shi 詩 yan 言 kou 口

 

Nora Gomringer slamt ihr „Ursprungsalphabet“.

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