Paul Eluard: Trauer schönes Antlitz

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Paul Eluard: Trauer schönes Antlitz

Eluard/Picasso-Trauer schönes Antlitz

EWIGKEIT DERER DIE ICH NICHT WIEDERSAH

Zuerst wuchs mir Erstaunen zu
Die Zeit sie fügte sich zur Zeit
Und dann die Angst zur Ungeduld
Wie eine Nacht die folgen muß
Auf andere Nacht und auch der Tag
Wird bald zu einem grauen Gespenst
Und dann zu einem schwarzen Gespenst
Ich muß es in mir selber sehn
Mit Augen der Erinnerung
Und bald schau ich mit blindem Blick
Und bin der Nacht ganz untertan

Ich hab zu tasten angefangen
In einer Welt wo das Leben sank
Der Mensch den ich dereinst gekannt
Bald zugewandt bald abgewandt
Bedrängt im Abend Flammen lohn
Verworfen Träume und Gelächter
Menschen die sicher ihres Lebens
Menschen von Hoffnung schön genährt
O meine tapferen Brüder ihr
Ihr in der Liebe Brüder mein
Ich hab euch aus den Augen verlorn

Gesichter hell dunkles Gedenken
Dann auf den Augen wie ein Schlag
Gesichter wie Papier verbrannt
Nur Asche der Erinnerung

Die kalte Rose des Vergessens
Und doch Desnos und doch Péri
Crémieux Fondane Pierre Unik
Sylvain Itkine Jean Jausion
Grou-Radenez Lucien Legros
Die Zeit die Zeit ach unerträglich
Politzer Decour Robert Blache
Serge Meyer Mathias Lübeck
Maurice Bourdet und Jean Fraysse
Dominique Corticchiato
Und Max Jacob und Saint-Pol-Roux
Nichts als die Zeit nichts mehr zu sein

Und nichts als Zeit alles zu sein
Erinnerung die wiederkehrt
Meine Erinnerung die ich lehre
Nichts als die Zeit Desnos zu sein
Nichts als die Zeit Péri zu sein
Nichts als die Zeit Crémieux zu sein
Decour zu sein und Politzer
Und Saint-Pol-Roux und Max Jacob
Grou-Radenez Lucien Legros
Sylvain Itkine Jean Jausion
Serge Meyer Mathias Lübeck
Blache Fondane Pierre Unik
Dominique Corticchiato
Maurice Bourdet oder Jean Fraysse
Und alle nach dem Bild des Menschen
Das Leben uns ermöglichend

Helden Opfer weit umstellt
Von Sonnen Meererneuerung
Aber in dem Chaos auch
Von Werken und Gefängnissen
Von Leiden und Hungersnot

Ihre Hand in der meinigen
Geformt von ihrem ist mein Mund
In einem Spiegel brüderlich
Und meine Hände pressen die
Von Menschen die Zukunft gebärt
Und die ihnen so ähnlich sind
Daß ich mich doch unsterblich weiß
Das Blut verlischt der Tod zerbricht

Nicht mehr zahlreich sind wir nun
Wir nah der Unendlichkeit
Die Brust von Licht Luft Nacht bewohnt
O meine tapferen Brüder ihr
Die ganze vollkommene Zeit
Und ich vergaß Vergessen ach
Das Morgen ist schon abgetan
Und das Gestern ist ganz neu
Und wir sind Gemeinsamkeit
Alles Irdische gemeinsam
Einfach wie ein einzelner Vogel
Der mit einem Flügelschlag
Nacktes Feld und Ernte eint

Und den Himmel mit dem Boden

 

 

 

Nachbemerkung

1
Eluard hat seine Existenz in einer großen Öffentlichkeit und nicht abseits verbracht, er ist als junger Mensch sehr bekannt geworden, in seinen letzten Lebensjahren war er weltberühmt; dennoch ist das Geheimnis in seinem Werk geblieben. An allen Kreuzwegen künstlerischer und politischer Auseinandersetzungen hatte er sich vierzig Jahre hindurch zu entscheiden. Die Aufsätze, Essays, Erinnerungen, die sich mit ihm beschäftigen, kann man nicht zählen. Seine Biographie wurde noch nicht geschrieben.
Etwas Geheimnisvolles birgt das Werk eines von seinem Beginn an engagierten Dichters. Der zweiundzwanzigjährige Soldat Eluard hatte mit Gedichten für den Frieden (Poèmes pour la Paix) begonnen, unter seinen letzten Veröffentlichungen hieß eine „Das Gesicht des Friedens“ („Le Visage de la Paix“). Liest man in den ersten und den letzten Gedichten, zwischen denen fast vierzig Jahre liegen, so begegnet man den gleichen Begriffen: Sonne, Kinder, Liebe, Vernunft. Eluard umschrieb diese Begriffe nicht, und was er da sagte, stellte keine Umschreibung dar.
Ich kenne keinen anderen Dichter, der das vermochte. Irgendwann hat Eluard ein Gedicht geschrieben über jene Worte, die ihm bisher auf wunderbare Weise versagt geblieben seien. Er, der „alles sagen“ wollte, war der einzige, der Banalität nicht zu fürchten hatte und auch nicht jenes, „Unpoetische“, vor dem so viele zurückschrecken. Damit zusammen hängt die Tatsache, daß dieser Dichter, den man für schwierig hielt und der es mitunter auch ist, der mit zwei historischen Bewegungen zusammenarbeitete, dem Dadaismus und dem Surrealismus, vor denen ein breiteres Publikum eine abergläubische Furcht empfand – daß dieser Dichter heute in Taschenbuchausgaben herauskommt, die Zehntausende in Frankreich kaufen.
Später behaupteten manche, Eluard habe von einem gewissen Datum an mit dem Surrealismus gebrochen, er sei „ein anderer“ geworden – verbunden war diese unbeweisbare Behauptung bei den einen mit Lobsprüchen, bei den anderen mit Tadel. Richtig daran war lediglich, daß Eluard eines Tages nicht mehr der immer weiter zusammenschmelzenden Gruppe der Surrealisten angehörte. Ich sagte schon, daß es bei Eluard eine ungewöhnliche Kontinuität gibt. Feststellen läßt sich natürlich in den frühen zwanziger Jahren ein Vorgang des Reifens. Mit der „Hauptstadt der Schmerzen“ („Capitale de la Douleur“, 1926) erreicht Eluard einen ersten Höhepunkt seiner Kunst. Aber niemand kann ernstlich behaupten, die Politischen Gedichte (Poèmes politiques) von 1949 enthielten nicht jenen Eluard, den man vorher gekannt hatte, den ganzen Eluard, den unverwechselbaren.
Das Geheimnis dieser Dichtung ist ihre Unschuld, ihre Kindlichkeit, die nicht schwindet im Zusammenprall von Welten, nicht abdankt vor Krankheit und Gewalt. Ihr erstes und letztes Wort heißt „Vertrauen“ – das macht sie so unähnlich dem Werk der anderen Dichter-Freunde, die man meist zusammen mit Eluard nennt: Char, Breton, Aragon, Tzara. Diese Dichtung von zuversichtlicher Transparenz hat etwas Seliges – kein anderes Wort fällt mir ein −, und ich weiß nicht, ich werde nie wissen, warum, wie das sein konnte.
Eluard verstand seine Dichtung als „moralische Lektion“, sie war von profundem Ernst; er konnte melancholisch und sehr zornig sein; was ihm fehlt, ist der Ton niedrigen Hasses und jede Ironie. Ich entsinne mich, daß er auch in den furchtbarsten Momenten des Krieges sich selber treu blieb. Während der Befreiung Frankreichs schrieb ein großer Dichter von jenen, die „um alle Leiden gutzumachen die Köpfe der Huren kahl schoren“. Gemeint waren die Frauen, die sich mit den Deutschen eingelassen hatten. Eluard nahm sogleich die Gegenpositon ein in einem kleinen Gedicht, das den Titel trug „Verstehe wer mag“:

… Meine Reue war
Die Unglückliche die
Auf dem Pflaster blieb
Das vernünftige Opfer
Im zerrissenen Kleid
Mit verlorenem Kinderblick
Entkrönt entstellt
Die den Toten gleicht
Die starben weil man sie liebte.

2
Eugène Grindel, der sich später den Namen seiner Großmutter, Eluard, zulegte, wurde 1895 in Saint-Denis geboren. Sein Vater war Buchhalter, seine Mutter Schneiderin. Er besuchte Schulen in der Umgebung von Paris und in Paris selbst, aber schon als Sechzehnjähriger mußte er einer Lungenkrankheit wegen ein Sanatorium in Davos aufsuchen. Dort verbrachte er mehr als zwei Jahre, dort entstanden die ersten Gedichte unter dem Einfluß von Whitman, von Apollinaire, der Unanimisten.
Eluard wird 1915 Sanitäter, später Infanterist. Die ersten Veröffentlichungen im Kriege heißen Pflicht und Unruhe (Le Devoir et l’ Inquiétude) und Gedichte für den Frieden (Poèmes pour la Paix). Auf einen gefallenen Kameraden schreibt Eluard die Zeilen:

Die ganze Erde, der Mensch leidet
Und dein Blut reißt den Boden auf…
Sie ließen dich am Rande des Abgrunds
Jetzt sind sie sehr allein.

Hier stehen schon jene unverwechselbaren poetischen Formulierungen, die den Lesern im Gedächtnis bleiben, sie zum Nachdenken bringen .
Von Mai 1919 an arbeitet Eluard an einer jungen Zeitschrift mit, die La Littérature heißt und die von Aragon, Breton und Soupault gegründet worden war. Sie wird das Sprachrohr der Dadaisten, später der Surrealisten. Es ist die Zeit des automatischen Schreibens, des hypnotischen Schlafs, der Traumanalysen. Marx, Lenin, Freud beginnen auf die junge französische Dichtung zu wirken. Die Surrealisten begreifen sich als Revolutionäre, sie erklären sich solidarisch mit der Kommunistischen Internationale.
Die erbitterten Gruppenkämpfe dieser Jahre; die Suche nach Gewißheiten; Vereinigungen und Trennungen können nur begriffen werden im Zusammenhang mit den großen internationalen Auseinandersetzungen, mit dem Verhältnis der revolutionären Bewegung zur Kunst, aber auch mit persönlichen Leiden und Katastrophen. Es gibt in diesen Jahren eine merkwürdige Flucht Eluards aus Europa, eine lange, im Werk kaum erwähnte Wanderung durch asiatische Länder und die Südsee.
Auf die faschistische Springflut, das Ringen um die Erhaltung des Friedens, den Krieg in Spanien antwortet Eluard als Dichter. Aber neue Entscheidungen scheinen notwendig zu sein. So wie einige Jahre zuvor Aragon, so verläßt jetzt Eluard die Gruppe der Surrealisten. Der Krieg bricht aus, noch einmal trägt Eluard die Uniform. Die Katastrophe von 1940 führt zur Bilanz:

Ich habe gelebt wie ein Schatten
……….
Menschen werden kommen ohne Furcht vor sich selber
Denn sie werden Vertrauen zu allen Menschen haben

Eluard vervielfacht seine Tätigkeit. Die literarische Widerstandsbewegung, die Frankreich vor allen anderen besetzten Ländern auszeichnet, ist ohne Eluards poetischen, aber auch organisatorischen Beitrag nicht denkbar. Seine Gedichte erscheinen legal und illegal, unter seinem wirklichen Namen oder unter Pseudonym (Jean du Haut, Maurice Hervant). Damals entstehen unvergeßliche Verse wie „Die sieben Liebesgedichte im Krieg“ oder „Freiheit“, das später zu einem Lesebuch-Gedicht wird. 1942, im Augenblick der größten Gefahr, als gegen den siegreichen Faschismus keine erfolgreiche Abwehr mehr möglich zu sein scheint, als Europa vom Nordkap bis Kreta, vom Atlantik bis zum Elbrus unter dem deutschen Stiefel liegt, tritt Eluard endgültig der Kommunistischen Partei Frankreichs bei.
Nach dem Kriege war Eluards Weltbedeutung offenbar geworden. In Wrocław und Moskau, in Mexico City und London, an der griechischen Bürgerkriegsfront und in italienischen Fabriken hörten erschütterte, betroffene Menschen Eluard seine Gedichte sprechen. In einer geschändeten, ungewissen Welt lauschten Massen ungläubig dieser zuversichtlichen Stimme. Eluard war der Dichter großer Auditorien geworden, obwohl ihm jede Tribünendichtung fremd blieb. Er sagte einfach, das Glück sei eine Möglichkeit. Als er gegen Ende des Jahres 1952 starb, trugen ihn Tausende zu Grabe.

3
Das ist länger als zwanzig Jahre her. Schon hat der Jüngere, der Nachdichter, die Lebenszeit des Dichters überboten – als der Ältere denke ich in diesem Augenblick an Paul Eluard.
Damals, im November 1952, war mein, wie vieler anderer, erster Gedanke gewesen: „Zu früh.“ Später dann, je länger meine Erinnerung zu ihm zurückwandern mußte, tröstete mich manchmal die Ahnung, dem edelsten Menschen, dem gutgläubigen, aus Güte gläubigen sei genug Widerfahren an Enttäuschung, Ratlosigkeit und Schmerz. Immer hatte er für die Vereinigung von Mensch und Dichtung gelebt – dies ist die Quelle nicht nur seiner Poesie, sondern auch seiner Entscheidungen. Der Dichter der Liebe starb auf der Höhe einer Woge von Vertrauen, Zuversicht, Glückssehnsucht.
Sein Erzengelgesicht, seine furchtbar zitternden Hände, die ewige Zigarette, der Klang seiner Stimme, die eine Schallplatte noch bewahrt – dies alles rückt unaufhaltsam weiter fort. Ein paar Briefe, Bilder, Widmungen sind geblieben. Und freilich, nicht nur für mich, sondern für alle, jene Gedichte, die zu den reinsten des Jahrhunderts gehören.

Nichts wird dereinst erschüttern die Wahrheit meiner Worte
Ich schreibe sie heute nieder und lösche das Gestern aus.

4
Zu dieser Auswahl: es ist die meine. Ein anderer würde eine andere getroffen haben. Es sind „Ausgewählte Gedichte“ aus einem kontinuierlich entstandenen Werk, das zwischen 1917 und 1952 über siebzig Veröffentlichungen um faßte. Freilich wurde meine Auswahl ursprünglich von historischen Umständen bestimmt. Ich begann, vom Jahre 1943 an, eine Reihe von Eluard-Gedichten zu übersetzen. Eluard sah diese Übersetzungen zum Teil noch im Kriege; Nusch Eluard, die gut Deutsch verstand, erklärte sie ihm in allen Einzelheiten. Eluard schlug mir einmal vor, ich möge eine Art autorisierter Übersetzer seines Werks werden. Ich redete ihm das ohne Schwierigkeiten aus. So etwas, sagte ich, dürfe es auf dem Gebiet der Dichtung nicht geben, es müsse da das Prinzip der freien Konkurrenz herrschen; ich hielte auch nichts, was mich anginge, vom übertragen eines umfangreichen Werks. Die Gedichte, die ich gegen Ende des Krieges übertrug, erschienen 1946 in einem westdeutschen Verlag, 1947 im Verlag Volk und Welt. Sie stammen aus den Sammlungen Cours naturel, Chanson complète, Poésie et Vérite 1942, Au Rendez-vous Allemand, Le Lit la Table. 1949 kam, ebenfalls bei Volk und Welt, die Übersetzung der Poèmes politiques heraus. Schließlich übersetzte ich von 1971 bis 1973 noch einige Stücke aus Poésie ininterrompue, Facile, Les Yeux fertiles, Capitale de la Douleur, La Vie immédiate, Le Livre ouvert, Le Phénix. Alles Aufgezählte steht in der vorliegenden Auswahl.
Sie rechtfertigt sich mit einem Titel, den gerade Eluard über ein Buch setzte: Le meilleur choix de poèmes est celui que l’on fait pour soi – die beste Gedichtauswahl ist die, welche man für sich selber trifft.

Stephan Hermlin, Nachwort, 1973

 

Paul Eluard

Als Paul Eluard 1952 – erst 57jährig – stirbt, ist er weltberühmt. Wenige Jahre zuvor, während der faschistischen Okkupation Frankreichs, sind seine Verse, aufrüttelnde dichterische Bekenntnisse zu einer „Herrschaft der Gerechtigkeit“, gegen Tod und Verzweiflung, heimlich von Hand zu Hand gegangen, sie zirkulierten auf Flugblättern, waren Stimme und Fanal des Widerstandes. Seine Résistance-Lyrik wurde zum Maßstab wahrhafter Dichtung schlechthin. Leidenschaftliche Anteilnahme am Schmerz und an der Hoffnung des Menschen hatte Eluards Schaffen von Beginn an geprägt. Gedichte für den Frieden heißt eine Sammlung, die noch vor dem ersten Weltkrieg erscheint. Mit den Surrealisten strebt er danach – einem Leitsatz Lautréamonts folgend −, die Poesie zu einer Angelegenheit aller zu machen. Doch erst die unheilvolle politische Entwicklung in Europa erschließt dem um Wahrheit und Schönheit ringenden Künstler jene „Worte, deren gebrauch mir bis heute auf geheimnisvolle Weise versagt war“. Mensch und Dichter schreiten nun „vom Horizont eines Menschen zum Horizont aller“. Es entsteht eine Dichtung, die in sich gedanklichen Reichtum und Einfachheit, Volkstümlichkeit und Größe auf wunderbare Weise vereint. Ein so umfangreiches Werk – entstanden in einem Zeitraum von nahezu vierzig Jahren, umfaßt es mehr als siebzig Einzelveröffentlichungen – läßt unzählige Auswahlmöglichkeiten zu. Stephan Hermlin hat die seine getroffen; sie strebt nicht nach Vollständigkeit, sie sucht vielmehr das Bild von Eluard zu vermitteln, das er, der Freund und Nachdichter, in sich trägt.

Verlag Volk und Welt, Begleitzettel, 1974

 

WER IST DIESER FREMDE…
(Porträt Paul Eluards auf seinem Totenbett.)

Wer ist dieser marmorne Fremde,
auf ein Bettuch hingestreckt.
Ist das Bett ein Baum, der sich reckt.
Solche Füße haben Gehenkte.

Keinen Zugang zu deiner Magie
fand die List, so davonzugehen,
schnell Modell für ein Bild zu stehen
voll von schrecklicher Phantasie.

Wie die „Eiserne Maske“1 entsetzte,
so bestürzt heut dein wächsern Gesicht
Dein Leib ist ein Damm, schwer und dicht,
wo das Meer niederkniet, das gehetzte.

Dieses Zimmer, es weckt den Gedanken
an das Werk einer Schattenwelt.
Einer Leiter Phantom ist gestellt
an der Schemenwand düstere Planken.

Als der Dieb, frech benutzend die Sprossen,
dann entdeckt war, beeilte er sich.
Hat ein falsches Gesicht dir gegossen,
noch bevor er mit deinem entwich.

Eifersüchtig auf alle, die leben,
wissend auch, daß geschriebenes Wort
du gebrauchtest, uns Frische zu geben,
nahm der Tod selbst die Hände dir fort.

Jean Cocteau
Übersetzung Klaus Möcke

 

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„Welch eine Abendröte“ Stephan Hermlin – zum 100. Geburtstag eines spätbürgerlichen Kommunisten

 

Bild von Juliane Duda mit den Zeichnungen von Klaus Ensikat und den Texten von Fritz J. Raddatz aus seinem Bestiarium der deutschen Literatur. Hier „Hermlin, der“.

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