Erich Fried: Lust

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Erich Fried: Lust

Fried-Lust

NACHTLIED

Auf deine Brüste zwei Sterne
auf deine Augen zwei Küsse
in der Nacht
unter dem gleichgültigen Himmel

Auf deine Augen zwei Sterne
auf deine Brüste zwei Küsse
in der Nacht
unter den mundlosen Wolken

Unsere Küsse
und unsere Sterne müssen
wir selbst einander geben
unter wetterwendischen Himmeln

oder in einem Zimmer
eines Hauses das steht
vielleicht in einem Land
in dem wir uns wehren müssen

Doch in den Atempausen
dieses Sichwehrens
Brüste und Augen für uns
Himmel und Sterne und Küsse

 

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Dich einatmen wollen

und ausatmen und wieder einatmen beim Küssen dich berühren und sehen wollen und riechen und kosten beim Küssen Erich Fried, Meister des Liebesgedichts, kennt und beschreibt die Liebe in all ihren Facetten: in ihren zarten Anfängen, ihrer bangen und schmerzvollen Sehnsucht – und in ihrer körperlichen Anziehung und Vielfältigkeit.

Klaus Wagenbach Verlag, Ankündigung

 

 

Schönes Büchlein und doch eine gewisse Enttäuschung

Fried war ein Schriftsteller, der seinem Bedürfnis nach Liebe vielfältigen Ausdruck verlieh.
Zurecht denkt man beim Titel Lust an sexuelles Begehren. Und die versammelten Gedichte handeln von der Sehnsucht und von der sinnlichen, körperlichen Lust. Sie tun es mit einem erstaunlich monotonen Vokabular. Sinnlichkeit ist hier nur sehr abstrakt vorhanden. Sie wird eher beschworen als gestaltet.
Es gibt in dieser Sammlung einige eher triviale Gedichte und dann auch wieder ganz kluge, überraschende. Lust am Spiel mit Worten, mit der Sprache. Wer Sinn für diese Art von Lust hat, kommt hier auf seine Kosten.
Dietrich Marquard, amazon.de, 25.4.2022

 

 

Lesung von Erich Fried am 25.9.1986 im Literarischen Colloquium Berlin

 

Hannelore Schlaffer: Erich Fried und Marc Anton, Merkur, Heft 569, August 1996

Herta Beck: Besuch bei Erich Fried

Klaus Wagenbach und Erich Schwarz Lesung zum 72. Geburtstag von Erich Fried am 6.5.1993 in der Werkstatt der Staatlichen Schauspielbühne Berlin.

Detlef Berentzen: Ein gebrauchter Dichter. Eine Textcollage zum 15. Todestag von Erich Fried

Christiane Jessen, Volker Kaukoreit und Klaus Wagenbach (Hrsg.): ERICH FRIED. Eine Chronik. Leben und Werk: Das biographische Lesebuch

Zum 100. Geburtstag des Autors:

Erich Fried Tage – Internationales Literaturfestival

Erich Fried – Wir sind ein Tun aus Ton
3sat.de, 2.5.2021

Rolf Becker für Erich Fried zum 100.
YouTube, 6.5.2021

Alexander Knief: Grass-Stiftung zeigt digitale Schau zu Erich Fried
Weser Kurier, 3.5.2021

Stefan Siegert: Schau’s dir an!
junge Welt, 14.4.2021

Joachim Leitner: Dem Zweifel zweifelnd trotzen
Tiroler Tageszeitung, 4.5.2021

Jürg Halter: Als Politdichter, Liebesdichter oder Erinnerungsdichter: Sagen, was ist – mit Erich Fried
Tagblatt, 5.5.2021

Björn Hayer: Erich Fried zum 100. Geburtstag: Liebe, und immer wieder Liebe
Frankfurter Rundschau, 5.5.2021

Moritz Gathmann: „Lieber Michael Kühnen…“
Cicero, 6.5.2021

Beatrix Novy: Verzweifelter Humanist zwischen zwei Sprachen
Deutschlandfunk, 6.5.2021

Jan Süselbeck: Der unversöhnliche Philanthrop
taz, 6.5.2021

Klaus Bellin: Verse gegen Lüge, Unrecht und Gewalt
neues deutschland, 5.5.2021

Jens Dirksen: Erich Fried schuf Poesie aus radikaler Opposition heraus
WAZ, 5.5.2021

Bernadette Conrad: Kunst zur Veränderung der Welt
Berliner Zeitung, 6.5.2021

Thomas Wagner: Der Stören-Fried
Die Welt, 6.5.2021

Hubert Spiegel: Der Überlebenshilfekünstler
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.5.2021

Caroline Fetscher: „Man muß mit jedem reden“
Der Tagesspiegel, 6.5.2021

 

 

 

 

 

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Nachrufe auf Erich Fried: Die Zeit ✝︎ Wagenbach

 

Bild von Juliane Duda mit den Texten von Fritz Schönborn aus seiner Deutschen Dichterflora. Hier „Knollenfried“.

 

Erich Fried Liebesgedichte vorgetragen von Frank Hoffmann mit dem Jazztrio mg3.

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