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Nicht nur Gedichte zu schreiben, sondern tatsächlich Dichter zu sein, »dichterisch zu leben« … das war, sehr früh schon, die Absicht und auch der Traum von Michel Leiris, der sich das Poetische als etwas Geheimnisvolles, »jede Ästhetik und Moral Sprengendes« vorstellte und für den das Gedichteschreiben nur im »Zustand der Gnade« denkbar war.
Diesen Zustand der Gnade meinte Leiris, nach eigenem Bekunden, bereits als Zehnjähriger erfahren zu haben, nicht beim Schreiben allerdings, aber als Teilnehmer an einem Ratespiel, bei dem es ihm gelang, sämtliche in seiner Abwesenheit vorbestimmten Karten »ohne den geringsten Schwindel« richtig zu erraten, und er glaubte in diesem Gelingen eine magische Fähigkeit zu erkennen, eine »wunderbare mediale Kraft, die nur einigen Außergewöhnlichen gegeben ist«. Dabei war ihm durchaus klar, daß er »nur ein Werkzeug in den Händen des Spielleiters gewesen war«; aber sein Triumph bestand gerade nicht darin, selbständig etwas Neues geschaffen zu haben, sondern zum Medium einer wie auch immer gearteten höheren Instanz geworden zu sein, mithin auch einem höheren Willen entsprochen, ein vorgegebenes Projekt ausgeführt zu haben.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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