sowie schriften, die ernst und heilig sind,1
das problem: die marken aufzufinden, der blick,
der sich hingibt, weiß schon zu ordnen,
doch mit den mitteln des kollektivs
und denen großer männer, die herren sind,
uns gleich
wir stehen feil, ausübung der onanie, lähmung
der gremien, praktischer teil: und das ist das schicksal
einer einzelnen person, dass nicht die blinde
sondern die sehende liebe das höchste ist,
das tatbegierige leben aber ist wenig geschehen
die schöne lüge hat man es längst genannt
und dass wir nicht allzuweit von ihr mehr entfernt sind,
sagen schon manche anzeichen, vieles war nicht
so schön, wie ich es mir vorgestellt hatte,
aber es gab doch genug, was ansprach
culturerrungenschaften, kruppzeug
aus allen provinzen, intelligent, arbeitsam
nicht allzu scrupelhaft, für dauernd
kann es nicht gehen, dass die heißblütige wesenheit
sich auflöst in einen begriff
Auszug aus diesem Buch bei NAZIS & GOLDMUND
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Nachbemerkung
Die Texte bestehen vollständig aus nicht literarischem Quellenmaterial, das weitgehend unverändert, Satz für Satz, rekonfiguriert und kombiniert wurde: historisches und zeitgenössisches Quellenmaterial aus knapp 500 Jahren deutscher Sprache und Zeugnissen deutscher Sprecher*innen, angefangen mit der Lutherübersetzung der Bibel, über Traktate, Reden, Korrespondenzen von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medizin und anderen Sachfeldern, bis hin zu Tagebucheinträgen, Briefen und anderen persönlichen schriftlichen Äußerungen von Privatpersonen und Akteur*innen öffentlicher Diskurse.
Tom Bresemann, Nachwort
Woher kommt das, was wir sagen,
wohin sagen wir es? Was sagt die Form gegenwärtiger politisch-gesellschaftlicher Diskurse und Sprechhaltungen über den Umgang mit Vergangenem und Gegenwärtigem aus, über das zugrunde liegende Zukunftsverständnis? Wie ist das Verhältnis von innen und außen dabei? Gibt es einen genuinen Kern des individuellen Sprechens oder ist alles Manipulation und kontaminiert?
Die Gedichte dieses Bandes bilden eine Welt aus Sprache ab, die von von allzu klaren, archaisch anmutenden Feind-, Freund-, und Heldenbildern geprägt ist. Unter der Oberfläche des Sprechens lugt der „civilist mit dem gewehr in der hand“ unverhohlen und aggressiv hervor. Die Welt sehen? Als Soldat.
Klak Verlag, Klappentext, 2023
„ganz nebenbei ist auch gar nicht so richtig klar, was man machen will“ Tom Bresemann, Autor_Berlin 20.5.2023. Onlineinterview am 16.4.2024 mit Walter Pobaschnig in der Reihe Literatur outdoors – Worte sind Wege.
Fakten und Vermutungen zum Autor + Instagram 1 & 2 + Facebook
Porträtgalerie: Autorenarchiv Susanne Schleyer + Dirk Skibas Autorenporträts + IMAGO
shi 詩 yan 言 kou 口
Tom Bresemann liest Lyrik zum Thema Konsum am 8.10.2021 bei share – Das goldene Haus.








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