42800 (DETAILS)
das Messer erzeugt einen Ton vielleicht ein Datum auf der Bildrückseite, so weit, dass es (provisorische Wörter) das Äquivalent einer Erdenparzelle auf dem Blatt nachzeichnet oder die Erinnerung im Sommer an den Klang, den schärfen erzeugt
der Geruch, wenn das Licht kaum die Erde der Pfirsichbäume – Messer ist im Plural ein langgezogener Klang und vom Wasser hängt mittwochs die Farbe der Tische am Markttag ab
später wird kommen ein Verb, um die Tätigkeit eines anderen Verbs zu sagen (in seinem starren Mittelpunkt) ist der Stein beweglich – schärfen geht schreiben voraus
heute Morgen hat das Licht die Farbe des Zements, der in Augenhöhe (Außenwand) die Steine aneinander mauern kam – das Haus ist da noch immer und sich hinzubegeben noch möglich
im Becken etwas Wasser für die Schnelligkeit des Steins: schleifen wie schreiben hebt (oder versucht es zu tun) den Abstand auf zwischen den Dingen und der Hand die – Notwendigkeit einer Materie
in einem Kreis in der Erinnerung der Klang der Messer, die man an einem der vier Winkel des Zimmers schärft (eine genaue Stimme und) die wiederbegonnene Geste: draußen ordnen sich die Hügel
das unkonjugierte Verb liegt glatt auf dem Blatt ist verbunden mit dem Klang des Werkzeugs in Berührung mit dem Stein (Becken = Wasser) eine ältere Hand, die man als unsre erkennt
weil es diese Hügel gibt, wird zu wiederholen sein die Geste (die Hand, die schärft) ist die Hand, die schreibt: ein Kreisen mit dem Stein gegen das Vergessenwerden des Namens
auf einer Achse findet der Stein seine Schnelligkeit mit der Hand und hölzerner Kurbel: beachtet, dass dieses jenes in Bewegung setzt, dieses jenes, dieses jenes, usw.
und schließlich auf die Tagesseite schreiben: schärfen ist schärfen, um zu sehen, wozu ein gleiches Verb durch Wiederholung wird
David Bonnand
Übersetzung: Leopold von Verschuer
VINETA I
Je suis un Juif de Vienne, c’est la ville où frémissent
Des cœurs chauds, comme le mien, dans son appendice
La plus belle ville du monde est au bord du fleuve Léthé
Je vis en elle où je dois tant me boyauter
Jadis capitale mondiale de l’antisémitisme, aujourd’hui
Capitale de l’oubli dans laquelle des gens rient
Ils ont à peine assez de larmes pour l’existence nue
Assis dans une cuisine noire, chargé d’un monde fendu
Cette Vienne n’est pas dans l’Empire autrichien
Qui croit encore que cette ville au cœur blême
Est du pays le siège de l’âpre bunker alpin
Qu’il descende de la sphère transalpine
Et nous donne ses devises bling-bling
Reniflant au palais impérial le cadavre suprême
Hélas, l’embrasement des cimes n’illuminera pas
Cette ville qui vit, comme moi, depuis longtemps en diaspora
Robert Schindel
Übersetzung: Leopold von Verschuer
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Im Jahr 2025
gründen wir EIN BÜRO AUF DEM RHEIN, weil wir die Kenntnis deutscher Dichterinnen in Frankreich und die Kenntnis französischer Dichter in Deutschland fördern wollen, da es heute für französische Dichterinnen und Leser schwierig ist, zu wissen, was auf der anderen Seite des Rheins deutsche Dichter schreiben, weil es für deutsche Dichter und Leserinnen schwierig ist, zu wissen, was französische Dichterinnen schreiben. Wir werden also den Rhein in beide Richtungen überqueren.
Die Herausgeber Francis Cohen & Leopold von Verschuer
Beitrag zu diesem Heft:
„Un bureau sur le Rhin, ein Büro auf dem Rhein“, lu par Isabelle Baladine Howald (III, 13, note de lecture & entretien)
poesiebao.fr, 27.5.2026
Zu den TEXTLEUTEN in der Änderungsschreiberei
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