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Wenig erstaunt’s, wenn ein Autor wie Pasternak, den man als weltabgewandten Ästheten kennt, sich selbst vom schöpferischen Prozeß ausschließt, sich mit einer Assistentenstelle begnügt, die es ihm erlaubt und die von ihm auch verlangt, daß er der Sprache dazu verhilft, sich durch ihn als Poesie zu artikulieren: »Es ist vorgekommen, daß ich mich gefühlt habe wie ein Instrument, das von jemand anderem bedient wurde, um der Poesie den freien Lauf zu ermöglichen … so als wären meine Verse von einer fremden Hand geschrieben worden. In meiner Jugend«, so erinnert sich der späte Pasternak in einem Brief an Warlam Schalamow, »habe ich mich ganz der Macht dieses Fließens hingegeben.«

 

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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