Bertolt Brechts Gedicht „Morgens und abends zu lesen“
MORGENS UND ABENDS ZU LESEN – Der, den ich liebe / Hat mir gesagt / Daß er mich braucht.
MORGENS UND ABENDS ZU LESEN – Der, den ich liebe / Hat mir gesagt / Daß er mich braucht.
SCHAUDER – Jetzt bist du da, dann bist du dort. / Jetzt bist du nah, dann bist du fort.
LEBEN UND TOD – Sucht das Leben wohl den Tod? / Oder sucht der Tod das Leben?
TRAUM IM TELLEREISEN – Gefangen bist du, Traum. / Dein Knöchel brennt, / Zerschlagen im Tellereisen.
METAPHYSISCHE BEGEGNUNG – Die Leibesfrüchte platzen aus den Nähten. / Gott kam und sah: Es war nicht gut.
NIEMAND WIRD KOMMEN – Niemand kam über das Feld. / Nur Regengewölk, Wind.
ich will dich mit gefletschten / zähnen packen und erzwetschgen / möchte deine unterhosen
DIE SIEBEN GELIEBTEN – Die erste liegt / mir auf dem Schoß / vor blutigen Tagen
BRUCH – Was noch zusammen paßt / was noch zu kitten ist / Wedgwood was bleibt
LETZTE VARIATION ÜBER DAS ALTE THEMA – Nach Wolf Biermann // Solange ich mein Maul aufreiß / Genossen, ist es gut.