Leonard Cohen: Die Flamme | The Flame

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Leonard Cohen: Die Flamme | The Flame

Cohen-Die Flamme | The Flame

15. JANUAR 2007, CAFÉ SICILY

Und jetzt, da ich am Rand
Des eignen Lebens knie
Lass mich durch der Liebe Spiegel fallen

Und lass, was ich weiß oder seh
schweben wie Flocken, wie Schnee
Lass mich sein im Licht aus dem All

In dem strahlenden Licht
Das als Tag und Nacht anbricht
Und Umarmung durch Wahrheit ist

Das Verlorenes bewahrt
Und Gefundenes aufspart,
Was du schreibst und was du streichst

Wann wird mein Herz sich weiten
wann kommt meine Liebe zur Welt
In diesen Zeiten untragbaren Leidens
Das jede Skizze noch befällt

Übersetzung: Ron Winkler

 

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Vorwort

Dieser Band enthält die letzten Arbeiten meines Vaters als Dichter. Ich wünschte, er hätte noch die Fertigstellung erleben können – nicht, weil es durch seine Hände zu einem besseren Buch geworden wäre, das deutlicher und großzügiger und stärker geformt gewesen wäre oder weil es ihm und der Form, die er seinen Lesern anbieten wollte, eher entsprochen hätte, näher gekommen wäre, sondern, weil es das war, wofür er versuchte am Leben zu bleiben, am Schluss der einzige Grund für ihn weiterzuatmen. In der schwierigen Zeit, in der er das Buch zusammengestellt hat, schrieb er E-Mails mit der Titelzeile „Bitte nicht stören“ an die wenigen von uns, die regelmäßig bei ihm vorbeikamen. Er erneuerte seine tiefe Hingabe zu ausgiebiger Meditation, um seinen Geist trotz der durch die multiplen Kompressionsbrüche hervorgerufenen akuten Schmerzen und seines geschwächten Körpers fokussiert zu halten. Er hat mir gegenüber oft geäußert, dass er sich gewünscht hätte, bei allen künstlerischen und das Leben betreffenden Strategien, die er in seinem reichen und komplizierten Leben angewendet hat, unbeirrter bei der Erkenntnis geblieben zu sein, dass das Schreiben sein einziger Trost, sein wahrhaftigster Lebenszweck war.
Mein Vater war mehr noch als alles andere ein Dichter. Das verstand er als seine eigentliche Berufung, wie er in seinen Notizbüchern schrieb, als eine „Mission G-ttes“. (Der Gedankenstrich deutet auf seine Ehrfurcht vor der Gottheit, sein Zögern den Namen der Gottheit selbst im Englischen auszuschreiben, ist eine alte jüdische Tradition und ein weiterer Beleg für seinen festen Glauben, den er mit seiner eigenen Freiheit kombiniert hat.)

Religion, Lehrer, Frauen, Drogen, die Straße, Ruhm, Geld… nichts davon macht mich high oder verschafft mir die Linderung wie das Füllen von Seiten, das Schreiben.

Diese Aussage war auch der Ausdruck von Bedauern: er bot hier seine Hingabe an die Literatur als Erklärung für das, was er wohl als schlechte Vaterschaft, gescheiterte Beziehungen und Unachtsamkeit in Bezug auf Finanzen und seine Gesundheit empfand. Ich erinnere mich dabei an einen seiner weniger bekannten Songs, (der zugleich einer meiner liebsten ist):

I came so far for beauty, I left so much behind.

 

[Dt. Ich bin so weit für Schönheit gegangen, ich habe so viel zurückgelassen/hinterlassen.]

Offenbar aber war er nicht weit genug gegangen: aus seiner Sicht hatte er nicht genug hinterlassen. Und dieses Buch, das wusste er, würde sein letztes Angebot an uns werden.
Wenn ich meinen Vater als Kind um Geld bat, um mir Süßigkeiten am Eckladen kaufen zu können, sagte er mir oft, ich solle in seinen Taschen seines Blazers nach Scheinen und Kleingeld suchen. Unweigerlich stieß ich beim Durchsuchen seiner Taschen auf Notizbücher. Als ich ihn später im Leben nach einem Feuerzeug oder Streichhölzern fragte, fand ich in seinen Schubladen Notizblöcke und Kladden. Als ich ihn einmal fragte, ob er Tequila da habe, schickte er mich zum Kühlschrank, wo ich ein eingefrorenes, verirrtes Notizbuch fand. Meinen Vater zu kennen, hieß (neben vielen anderen wundersamen Dingen), einen Mann zu kennen, der überall Zettel, Notizbücher und Cocktailservietten – jede mit unverkennbarer Handschrift beschrieben – (ordentlich) verteilt aufbewahrte. Sie stammten von Nachttischen aus Hotels oder aus 99 Cent Shops; jene die vergoldet, ledergebunden, schick waren oder auf andere Weise Bedeutung verhießen, benutzte er nie. Mein Vater bevorzugte schlichte Hilfsmittel. In den frühen 1990ern waren ganze Schränke gefüllt mit Boxen, in denen seine Notizbücher lagen, Notizbücher, die eine lebenslange Aufopferung für das bezeugten, was diesen Mann ausgemacht hat. Das Schreiben war sein Lebenszweck. Das war das Feuer, das er hegte, die bedeutendste Flamme, die er schürte. Sie ist niemals erloschen.
Es gibt viele Themen und Wörter, die sich im Werk meines Vaters unaufhörlich wiederholen: gefroren, zerbrochen, nackt, Feuer und Flamme. Auf der Rückseite seines ersten Albumcovers befinden sich, (wie er es in einem späteren Song schrieb), die „Flammen, die Jeanne d’Arc verfolgten“. „Who by fire?“, lautete seine berühmte Frage in einem Song über das Schicksal, der sich auf schelmische Weise eines jüdischen Gebetes bedient.

I lit a thin green candle to make you jealous of me.

 

[Dt. Ich habe eine dünne grüne Kerze angezündet, um Dich eifersüchtig zu machen.]

Diese Kerze gab nur den ersten von vielen Funken. Es folgten Feuer und Flammen für die Schöpfung, für die Zerstörung, für die Hitze und das Licht, für Begierde und Vollendung, die sich durch sein ganzes Werk zogen. Er entzündete Flammen und hütete sie sorgfältig. Ihre Konsequenzen studierte er genau und zeichnete sie auf. Die Gefahr, die von ihnen ausging, beflügelte ihn – er sprach oft davon, dass die Kunst anderer Leute nicht ausreichend „Gefahr“ enthalte, und er lobte das „Aufregende in einem Gedanken, der in Flammen stand“.
Dieses glühende Wirken hielt bis zu seinem Ende an. „You want it darker, we kill the flame“, so intoniert er auf seinem letzten Album, seinem Abschiedsalbum. Er starb am 7. November 2016. Es fühlt sich nun dunkler an, aber die Flamme ist nicht erloschen. Jede Seite Papier, die er füllte, war der Beleg zu einer brennenden Seele, der bleibt.

Adam Cohen, Februar 2018, Vorwort

Editorische Notiz

In den letzten Monaten seines Lebens hat Leonard Cohen trotz schwerer körperlicher Beschwerden eine Auswahl für seinen letzten Band mit Gedichten vorgenommen. Die Flamme führt dieses Werk so vor die Augen der Leser, wie seine Herausgeber, Professor Robert Fagge und Alexandra Pleshoyano, sowie sein langjähriger kanadischer Verlag glauben, dass es auf Grundlage des von Leonard erstellten Manuskripts und unter Zuhilfenahme der stilistischen Entscheidungen, die er für seine vorherigen Bücher getroffen hat, seinen Intentionen entspricht. Robert Faggen hat das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Leonard begonnen, und Alexandra Pleshoyano half ihm bei der Fertigstellung der Edition im April 2017. Leonards Sohn, Adam Cohen, hat den Titel für das Buch vorgeschlagen.
Leonard hat klare Anweisungen für die Anordnung des Buches gegeben, in dem seine Texte wie auch eine großzügige Auswahl seiner Zeichnungen und Selbstporträts versammelt sein sollten. Er hat sich dabei drei Abschnitte vorgestellt. Der erste Abschnitt besteht aus 63 Gedichten, die er sorgfältig aus einem Schatz an unveröffentlichten Werken ausgewählt hat, der mehrere Jahrzehnte umspannte. Leonard war bekannt dafür, mehrere Jahre an seinen Gedichten zu arbeiten – manchmal viele Jahrzehnte lang – bevor sie veröffentlicht wurden; er betrachtete diese 63 Gedichte als abgeschlossene Werke.
Der zweite Abschnitt enthält Gedichte, die zu Songtexten für seine letzten vier Alben wurden. Alle Songtexte für Leonards Songs haben ihren Ursprung als Gedichte genommen und können somit eher als eigenständige Gedichte betrachtet werden als jene der meisten anderen Songwriter. Bemerkenswerterweise hat Leonard einige seiner Songtexte zunächst als Gedichte im New Yorker veröffentlicht, noch bevor das Album veröffentlicht wurde, auf dem der Song mit dem entsprechenden Songtext erschienen ist. Das jüngste Beispiel dieser Art ist „Steer Your Way“, davor waren es „A Street“, „Almost Like the Blues“ und „Going Home“. In der Anordnung der Songtexte von Anjani Thomas’ Album Blue Alert (2006), das von Leonard produziert worden ist, und Leonards eigenen Alben Old Ideas (2012), Populer Problems ( 2014) und You Want It Darker ( 2016) sind wir der Formatierung gefolgt, die Leonard in seinem Buch mit ausgewählten Gedichten und Songtexten Strange Music (1993), in dem zahlreiche Songtexte aufgenommen wurden, vorgenommen hat. Aufmerksame Leser werden die Unterschiede zwischen den Gedichten und den Songtexten für die dazugehörigen Alben bemerken.
Der dritte Abschnitt des Buches präsentiert eine Auswahl von Einträgen aus Leonards Notizbüchern, die er seit seiner Teenagerzeit bis zum letzten Tag seines Lebens täglich geführt hat. Robert Faggen hat die Transkription von mehr als drei Tausend Seiten der Notizbücher aus sechs Jahrzehnten überwacht. Wenngleich Leonard an der Auswahl der Einträge aus den Notizbüchern für The Flame mitgewirkt hat, hinterließ er keine finale Entscheidung über ihre Anordnung. Es wäre eine Herausforderung – wenn nicht gar ein Ding der Unmöglichkeit –, dabei chronologisch vorzugehen, da Leonard oft in den gleichen Notizbüchern über viele Jahre hinweg mit unterschiedlichen Farben unterschiedliche Einträge vorgenommen hat. Leonard hat die Notizbücher nach einem System nummeriert, das wir nicht verstehen. Dessen ungeachtet haben wir uns dazu entschieden, dieser Nummerierung für die Notizbücher zu folgen, auch wenn diese nicht chronologisch erscheint. Die Auswahl aus den Notizbüchern enthält eine Vielzahl von Strophen und Versen – die Leonard „Scraps“ nannte – und Leser, die mit Leonards Werk vertraut sind, werden häufig erkennen, dass manche Einträge offenbar Entwürfe für Gedichte und Songtexte sind. Es wurde kein Versuch unternommen, eine klare Narration zwischen diesen Notizbüchern herzustellen, und die Einträge sind hier so nah wie möglich in der Art und Weise wiedergegeben, wie sie in den Notizbüchern selbst vorkommen, wobei keinerlei Versuch unternommen wurde, Interpunktion oder Zeilenumbrüche zu verändern. Bei der Transkription der Notizbücher sind wir bestimmten Konventionen gefolgt, und das folgende Symbol wurde genutzt, um Varianten zu kennzeichnen: { } weist auf ein Wort oder einen Satz, der über oder unter der Zeile steht; [?] markiert Worte und Sätze, die nicht zu entziffern waren; und *** kennzeichnen einen Abstand zwischen Notizbucheinträgen.
Neben diesen drei Buchabschnitten wollte Leonard seine Dankesrede zur Verleihung des Prinz-von-Asturien-Preises, der ihm am 21. Oktober 2011 in Spanien überreicht worden ist, in die Auswahl für das Buch aufnehmen. Darüber hinaus hat mit Genehmigung von Leonards Freund und Kollege, Peter Scott, einer der letzten E-Mail-Wechsel, der noch weniger als 24 Stunden vor Leonards Tod weiterverlief, einen Platz im Buch bekommen.
Leonard hat vorgeschlagen, dass einige seiner Selbstporträts und Zeichnungen ebenfalls abgedruckt werden, ein Vorgehen, das er mit Book of Longing begonnen hatte. Da Leonard diese Auswahl selbst nicht vornehmen konnte, hat Alexandra Pleshoyano aus über 370 von Leonard angefertigten Selbstporträts eine Auswahl vorgenommen und diese um einige Zeichnungen ergänzt. Leonard war außerdem einverstanden, dass wir einige der Seiten aus den Notizbüchern zur Illustration des Buches reproduzieren durften.
Schließlich noch ein paar Hinweise zu einzelnen Gedichten. Das Gedicht „Full Employment“ ist im Grunde eine längere Version des Gedichts „G-d Wants His Song“. Die Ähnlichkeiten zwischen dem Gedicht „The Lucky Night“ und dem Gedicht „Drank A Lot“ ist ebenfalls bemerkenswert. Das Gedicht „Untertow“ wurde als Song auf Leonards Album Dear Heather ( 2004) veröffentlicht. Das Gedicht „Never Gave Nobody Trouble“ wurde als Song auf Leonards Live-Album Can’t Forget: A Souvenir of the Grand Tour (2015) herausgebracht. Die Gedichte „A Street“ und „Thanks for the Dance“ werden in leicht unterschiedlichen Versionen als Songtexte im zweiten Abschnitt des Buches erneut vorgestellt. Wer sich mit der Webseite Leonard Cohen Files auskennt, die von Jarkko Arjatsalo betrieben wird, könnte einige Gedichte, Selbstporträts und Zeichnungen wiedererkennen, die dort zuvor mit Leonards Erlaubnis veröffentlicht worden sind.

Robert Faggen und Alexandra Pleshoyano Juli 2018, Vorwort

Anmerkungen zur Übersetzung

Die Flamme von Leonard Cohens Texten in die deutsche Sprache zu übertragen, ist eine heikle Angelegenheit. Zunächst ist die Übersetzung von Lyrik niemals ein leichtes Unterfangen und bewegt sich in gewisser Hinsicht immer am Rand der Unmöglichkeit. Im besten Fall gelingt sie als Verneigung vorm Original, und in zweisprachigen Ausgaben wie dieser hier kann sie zudem als vertiefendes Leseerlebnis neue Ebenen eröffnen, selbst wenn man mit den einzelnen Entscheidungen der Übersetzerinnen und Übersetzer womöglich nicht einverstanden ist.
Der letzte von Leonard Cohen zusammengestellte Band enthält aber nicht nur Gedichte, sondern neben Auszügen aus seinen Notizbüchern auch Songtexte. Wie jeder weiß, der sich schon mal daran versucht hat, seinen Lieblingssong ins Deutsche zu übertragen, stellt die anschmiegsame Leichtigkeit der mit Musik verstärkten Texte für den Übersetzer eine nahezu unlösbare Aufgabe.
Das Übersetzerteam bestehend aus Nora Bossong, Matthias Kniep, Nicolai Kobus, Simone Kornappel, Nadja Küchenmeister, Leonce W. Lupette, Christian Lux, Klaus Modick, Kerstin Preiwuß, Marcus Roloff, Ron Winkler und Katja Winter hat es dennoch versucht und ist sich um die freundliche Vermessenheit im gesamten Prozess der Entstehung dieses Bandes bewusst gewesen.
Bei der Übersetzung konnten die einzelnen Übersetzer frei entscheiden, welche Texte sie übernehmen und welchen Ansatz sie beim Übersetzen verfolgen. So finden sich viele Übersetzungen in diesem Band, die den Versuch unternommen haben, für den Reim Entsprechungen zu finden. Sie haben ihren eigenen Charme, weil sie mitunter Klang, Ton und Rhythmus privilegieren und zu ganz anderen Ergebnissen kommen als die Übersetzungen, die sich für eine wortgetreue Nähe zum Text entscheiden. Der vermeintlich leichtere Verzicht auf den Reim aber verpflichtet zu einer sprachlichen Genauigkeit, die ihrerseits eine erhebliche Spannung und neue Sichtweisen ins Zwiegespräch mit dem Original trägt.
Bei Interpunktion sowie bei Groß- und Kleinschreibung sind wir im Wesentlichen Leonard Cohens recht flexiblen Entscheidungen gefolgt. Insbesondere bei der Übersetzung der Notizbücher stützen sich die Entscheidungen auf die Transkription der Notizbücher, die Leonard Cohen nicht mehr selbst überwachen konnte. Dies führt im Deutschen zu einer hier und da uneinheitlichen Verwendung von Kommata sowie Groß- und Kleinschreibung. Durch den Blick zum gegenüberliegenden Original können diese aber jederzeit überprüft werden.

Christian Lux, Vorwort

 

Die Flamme

ist Leonard Cohens sprachmächtiger Abgesang, eine Collage aus Lyrik, Notizbucheinträgen und Illustrationen, die er kurz vor seinem Tod im November 2016 selbst zusammengestellt hat. Entstanden ist eine Kartographie seines einzigartigen Lebensweges. Neben noch unbekannten Gedichten und Zeichnungen werden hier erstmals die Notizbücher Cohens gezeigt, die faszinierende Einblicke in das Innenleben dieses Ausnahmekünstlers ermöglichen.

In diesem letzten Kapitel seiner literarischen Karriere zeigt sich Cohen als Schriftsteller, der den großen, den dunklen Fragen des Lebens nachspürt und von eben diesem Leben nie genug bekommen kann.

Kiepenheuer & Witsch, Klappentext, 2018

 

Quell der Finsternis

– Der amerikanische Sänger, Songwriter und Dichter Leonard Cohen wollte mit seinem letzten Buch offenbar vor allem eins: seiner naiven Beweihräucherung widersprechen. –

Nur wenige Männer dürfen erleben, was es heißt, für das andere Geschlecht Schönheit zu verkörpern. Der kanadische Lyriker, Sänger und Songwriter Leonard Cohen gehörte zweifellos zu denen, die diese Erfahrung machten und denen das Vermögen, vielen Frauen auf den ersten Blick ein Wohlgefallen zu sein, eine lange Weile wie in einem libidinösen Automatismus zu Gebote stand.
Noch heute lässt sich leicht ein Bild hiervon machen. Denn die analoge Schwarzweißfotografie des vorigen Jahrhunderts war das ideale Medium, um Cohens Gesicht, markant und weich zugleich, auf den großformatigen Covern der Vinyl-LPs so zu inszenieren, dass intime Nähe mit ikonischer Distanz verschmolz. Um es mit Cohens Worten zu sagen:

Is this my destiny to be so attractive & unavailable?

„Anziehend & unverfügbar“ – diese Selbstbestimmung findet sich in einem der vielen Notizbücher, die der Dichter hinterlassen hat. Und Auszüge aus diesen Kladden, meist poetische Fragmente unterschiedlicher Länge, bilden zusammen mit bislang unveröffentlichten Gedichten und Songtexten aus den späten Alben den Textkörper eines letzten Buches, an dem Cohen bis zu seinem Tod im November 2016 gearbeitet hat und das nun, herausgegeben von Cohens Sohn Adam und den Literaturwissenschaftlern Robert Faggen und Alexandra Pleshoyano, auch in einer Ausgabe mit deutschen Übersetzungen vorliegt.
Noch bevor der erste Vers in eine Zeile findet, eröffnet ein Selbstporträt den Band. Mehr als 60 weitere werden folgen, ausgewählt aus den mehr als 300, die Cohen mit Stift, Feder und Pinsel von sich angefertigt hat. Sie zeigen in großer serieller Ähnlichkeit den Kopf eines alten Mannes. Gelegentlich verrät eine Datierung, wann sich Cohen hierfür vor den Spiegel gesetzt hat. Die Miene ist erschlafft, der Blick meist leer. Dem, der hier die Faltenlinien zog und den Zügen nicht den Anflug eines Lächelns gönnte, scheint es darauf angekommen zu sein, kaum mehr als eine vage, gerade in ihrer Ermattung ausweglos wirkende Negativität Gestalt werden zu lassen.
Wer Leonard Cohen auf einer seiner letzten Tourneen als bezaubernd charmanten, dezent heiteren und stilvoll selbstironischen Greis erlebt hat, muss über diese gnadenlosen Selbstporträts erschrecken: „Can’t look in the mirror / I’m burning with shame“ heißt es in den Notizbüchern über den Abbildungsprozess, den sich Cohen immer aufs Neue zugemutet hat. Und die Texte lassen keinen Zweifel an dem, was ihr Verfasser schmerzlich entbehrt. Es sind Momente, deren Kostbarkeit erst vollends aufleuchtete, als sie zu raren Ausnahmen geworden waren:

You were the last young woman
to look at me that way

Oder:

You smiled at me
as I was young
It took my breath away

Was dem alt gewordenen Erotomanen hier ein allerletztes Mal den Atem raubt, muss sein Lebenselixier gewesen sein. „I fell in love with everyone who fell in love with me“ heißt es in den Notizbüchern. Und mit „Liebe“ ist in der Regel auch Sex gemeint. Das romantisch maskierte Verlangen wird von dem, was die Körper alsbald vollziehen, nur selten  geschieden.
Die Notizbücher, die reich an drastischen, gelegentlich sogar rohen Formulierungen sind, sprechen sogar von „pussy hunting“. Und wenn der Dichter im Frühling 2012 schreibt, dass ihm weder das Geld noch der Ruhm, weder die Familie noch die Kunst im Leben am meisten bedeutet hätten, dann kann sich der Leser ohne Mühe zusammenreimen, was jene fünfte Sache ist, die Cohen damals, in seinem  78. Lebensjahr, mehr als alles andere  entbehrte.
Der Greis wird nun in seinen Träumen von der Wiederkehr seiner „favourite lovers“ geplagt und sieht sich noch einmal in schauriger Reihung selbst als einen jener „hundred lovers“, die er in den vergangenen Jahrzehnten verkörpert hat.
Das hört sich schlimm an. Und besonders beschämend muss es um jenes noch nicht ganz so hinfällige männliche Ich gestanden haben, welches eine junge Frau mit dem Versprechen zu ködern versuchte, man hätte da ein paar Tricks auf Lager, welche die Begehrte vergessen ließen, dass die fraglichen Kunstfertigkeiten von einem alten Kerl praktiziert würden:

I am very skillfull
You will forget that I’m  old.

Sogar in den fernen Momenten, in denen alles zeitlos schön erschien, als das jeweilige Paar zu gleichen Teilen „den raren Nektar der Zweisamkeit schlürfen“ durfte und „für einige Sekunden alle Sünden vergeben“ schienen, verweilte wie ein ungebetener Dritter etwas Dunkles auf den vom Liebeskampf zerwühlten Laken:

The troubles followed me from bed to bed.

Was in einem anderen Vers „brother trouble“ heißt, taucht auch als „sorrow“, „despair“, „burdon“, „sickness“, „shame“ und immer wieder unter dem Namen „darkness“ auf. Mehr als 50 Mal kommt dem Leser die Silbe „dark“ in diesem Buch entgegen, und wer sich von einem naheliegenden psychologischen Kalkül leiten lässt und nach dem Wort „depression“ fahndet, wird es zwar nur zweimal entdecken, allerdings bereits in der dritten Zeile des ersten Gedichts mit dem bestechend bündigen Titel „Happens to heart“:

I was always working steady
But I never called it art
I was funding my depression
Meeting Jesus reading Marx

Georg Klein, Süddeutsche Zeitung, 5.10.2018

So nah am Feuer

– Heimgekehrt: Die Flamme versammelt Leonard Cohens lyrisches Vermächtnis. –

Als Leonard Cohen vor zwei Jahren verstarb, war nicht einfach ein Sänger mit 82 Jahren gegangen, es war der Godfather of Song, der seine Gemeinde verließ, die er über Jahrzehnte begleitet hatte. Und bei der er, überall auf der Welt, weiterleben wird. Weil der Mann alle Himmel aufgerissen hat, während er alle Höllen kannte – und das Fegefeuer und den Garten der Lüste auf Erden durchstreifte. Es ist Cohens Domäne, das Begehren und den Frauendienst auf unerhörte Weise vereint zu haben mit dem Verlangen nach einem Gott in mannigfacher Gestalt. Das hat ihn zum „Ladies’ Man“ gemacht wie zum Gottsucher, im Zeichen des ständigen Schillerns zwischen Anwesenheit und Entzug.
Dieser Zauber ist in dem Buch bewahrt, das jetzt weltweit als Testament des kanadischen Poeten erschienen ist – das uralte Lieblingsspiel im immer neuen Gewand aus Worten; New Skin for the Old Ceremony hieß schon 1974 ein Album von Cohen. Der Titel dieses Vermächtnisses heißt Die Flamme / The Flame, ein wunderschön gemachter Band, ganz in Schwarz mit Schnittkanten in brennendem Orangerot. Er enthält, so leitet Cohens Sohn Adam das Vorwort ein, „die letzten Arbeiten meines Vaters als Dichter“. Dieses Buch war das, „wofür er versuchte, am Leben zu bleiben, am Schluss der einzige Grund für ihn weiterzuatmen“. Er selbst hat noch die Anordnung seines Nachlasses in Lyrik und Prosa bestimmt. Da sind unbekannte Gedichte und Gedankensplitter, wann sie entstanden sind, ist oftmals nicht bekannt; es ging Cohen nicht um eine Chronologie, es ging um die intensive Erfahrung des Moments im Fluss der Zeit. Da sind Songtexte, dabei auch die Lieder seines letzten Albums You Want It Darker, das im Monat vor seinem Tod erschien. Da sind Aufzeichnungen, die er über die Jahre hin für sich machte. Adam Cohen berichtet, an welch absurden Orten, bis hin zum Kühlschrank, sein Vater seine Notizzettel und Notizbücher aufbewahrte. Dazwischen eingestreut sind viele Zeichnungen und Porträts, graffitihaft und meist mit etwas Schrift daneben, die Selbstbildnisse an der Grenze zur Karikatur, Gesichter eines vom Leben gezeichneten Mannes.
„Das Schreiben war sein Lebenszweck. Das war das Feuer, das er hegte, die bedeutendste Flamme, die er schürte. Sie ist niemals erloschen“, heißt es im Vorwort. Erst Leonard Cohens grandioses würdiges Abschiednehmen lautet „You want it darker / We kill the flame“. Dieses „you“ zielt auf den großen Anderen, den er von allem Anfang an in seinen Liedern und Gedichten gemeint hat. „Now the flames they followed Joan of Arc“: So hat er ihn der heilig lodernden Jungfrau in ihrem Panzer 1971 auf dem Album Songs of Love and Hate aus dem Feuer heraus zusprechen lassen. „The blaze of light in every word“ brennt in seinem „Hallelujah“. Als er 2011 den Prinz-von-Asturien-Preis erhält, sagt er in seiner Dankesrede, die im Buch abgedruckt ist:

Lyrik entsteht an einem Ort, den niemand beherrscht und niemand erobert. Anders gesagt: Wenn ich wüsste, woher die guten Songs kommen, würde ich mich häufiger dorthin begeben.

Jedenfalls immer dort, wo es heiß wird, manchmal zu heiß, erscheint Cohens Flamme; er ist ein Dichter, und genau das will er sein.
Für die zweisprachige Ausgabe von The Flame besorgten zwölf deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller die Übersetzungen. Da kommen sehr verschiedene, eigene Stimmen zusammen. Nicht jede Stelle im Konvolut dieser Passagen kann in der deutschen Übertragung glänzen, wie freilich auch nicht jedes von Cohens Bruchstücken gefeilt ist. Wie also liest man ein solches literarisches Testament? Nicht, indem man all die Seiten durchkämmt. Indem man sich vielmehr treiben lässt, innehält, an einer anderen Stelle Halt findet. Wie an einem ganz kleinen Poem, dessen Datum unbekannt ist; es heißt „What I do“:

It’s not that I like
to live in a hotel
in a place like India
and write about G-d
and run after women
It seems to be
what I do.

Eine melancholische Selbsterkenntnis, die den Namen des Herrn – „G-d“ – nicht aufzuschreiben wagt. Nora Bossong hat den Vers ins Deutsche übertragen, mit der harten Knappheit, der ihm innewohnt, zugleich den Rhythmus bewahrend für dieses „Was ich tue“:

Nicht, dass es mir gefällt
in einem Hotel zu leben
an einem Ort wie Indien
und über G-tt zu schreiben
und Frauen nachzulaufen
Es scheint nur das zu sein
was ich tue.

Im Buch steht auch der E-Mail-Wechsel von September bis November 2016 zwischen dem emeritierten Berkley-Professor Peter Dale Scott, der einst sein Tutor an der Universität in Kanada war, und Cohen. Es endet mit einer letzten Nachricht Cohens an Scott, datiert auf den 16. November. Was eigentlich gar nicht sein kann, weil Cohen am 7. November gestorben ist; dennoch, hier:

Selig sind, die Frieden stiften: denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Es ist nicht das einzige Geheimnis, dass er hinterlässt. Davor, am 4. Oktober, schreibt er:

That was great fun. Be well, dear friends. Much love, Eliezer.

Einer ist heimgekehrt, dorthin wo Hilfe ist. Uns hat Leonard Cohen so viel hinterlassen, dieses letzte Brevier nehmen wir dankbar an.

Rose-Maria Gropp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Ein Selbst, das nie feststeht

– Noch im hohen Alter präsentierte sich Leonard Cohen als werdender Künstler. Ein neuer zweisprachiger Band ist sein literarisches Vermächtnis. –

„Lyrik entsteht an einem Ort, den niemand beherrscht und niemand erobert“, hat Leonard Cohen im Oktober 2011 gesagt, als er in Madrid mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet wurde. Sich selbst schließt er dabei mit ein. Ohne jeden Anflug von Koketterie lässt er die Anwesenden an jenem Abend wissen, er beherrsche Lyrik ebenso wenig. Erst durch die Lektüre des spanischen Dichters Federico García Lorca habe er eine eigene Stimme gefunden, Material für „ein Selbst, das nicht feststand“.
So hat sich Cohen auch noch im hohen Alter charakterisiert, als Künstler, der im Werden begriffen ist. Abgedruckt ist jene Dankesrede, genau wie Gedichte und Songtexte, zusammen mit zahlreichen Zeichnungen in dem zweisprachigen Band Die Flamme – The Flame. Es ist das Vermächtnis des 2016 verstorbenen kanadischen Künstlers, ein Vermächtnis, das er zu Lebzeiten begonnen hatte, aber nicht mehr fertigstellen konnte.
Das Projekt hat sein Sohn Adam Cohen nun mit Hilfe von Freunden des Vaters abgeschlossen. Obwohl Texte aus unterschiedlichen Jahrzehnten versammelt sind, ist The Flame keine Loseblattsammlung. Die Mehrzahl der Texte stammt aus der späten Phase von Cohens Karriere, ab den 2000er Jahren bilden sie die Chronologie seines durchaus zähen Existenzkampfs. Der Weltstar musste damals von vorne anfangen. Teils hatte er sein Geld mit vollen Händen ausgegeben, teils hatte ihn seine Managerin um Einkünfte gebracht. Und trotzdem spricht aus den Zeilen in The Flame keine Verbitterung, das Leben sei „curiously peaceful / behind the apparent turbulence / of litigation and advancing age“, schreibt er in dem Gedicht „The Apparent Turbulence“.
Nachgeborenen wird in The Flame ein widersprüchlicher Mann nähergebracht; ein Mensch, der empfindsam ist und nach außen grantig wirkt, ein zaudernder politischer Kommentator, der seine Wahlheimat Los Angeles kritisch sieht, und ein überzeugter Städter, der noch Jahrzehnte nach seinem Wegzug Verbundenheit mit seiner Geburtsstadt Montreal äußert, der aber in der französischsprachigen Metropole als auf Englisch Schreibender und als Jude in der katholisch geprägten Gesellschaft Québecs Außenseiter bleibt.
Und ein Aussteiger, der schon in den Sechzigern auf der griechischen Insel Hydra lebt und von dort Flaschenpost-Nachrichten über die Gleichförmigkeit des Lebens versendet. Man erlebt einen Kindskopf, der nicht erwachsen sein will: „All my secrets / I’ve told to the pillow / Like a teenage girl / In a motown song“ und einen unverbesserlichen Womanizer, der nie schmierig klingt, wenn er über Frauen schreibt, sondern weise:

I’m slowing down the tune
I never like it fast
You want to get there first
I want to get there last

 

(„Slow“).

Dass das Leben aus Höhen und Tiefen besteht, aus Trauer und Angst, aber auch aus unsterblicher Liebe und augenblicklichem Hingerissensein, das kann man hier entdecken, oftmals in einem Text.

As the mist leaves no scar
On the dark green hill
So my body leaves no scar
On you, nor even will.

Seine Oden an Frauen funkeln wie die Augen einer Geliebten, die er warmherzig-ironisch beschreibt:

I love Charmaine
Her heart is kind
I’m still a fool
She doesn’t mind

 

Her eyes are grey
But when I’m mean
Her eyes display
A shade of green

 

(aus „I Hear the Traffic“).

Man kann sich bei vielen Gedichten den Song dazu vorstellen, Cohens Sprache lebt vom Rhythmus, von der Wortwiederholung und der Einteilung in Strophen.
Hierzulande kennt man ihn vor allem als Singer-Songwriter, der zu karger Gitarrenbegleitung Texte in beeindruckender Ruhe vorträgt; im milden Brummen seiner sonoren Stimme klingen Cohens existenzialistische Vorstellungswelten gedimmt. Lange vor Welthits wie „Suzanne“ hat Cohen Mitte der Fünfziger zwei Gedichtbände veröffentlicht und 1966 den Roman Beautiful Losers. Obwohl er damals Preise und Stipendien erhält, kann Cohen von seinen literarischen Ambitionen nicht leben. Also beschließt er seine Poesie zu vertonen. Gitarrespielen hat er in einem sozialistischen Sommercamp als Kind gelernt.
Er bezeichnet sich selbst als unpolitisch, obwohl er 1961 aus Solidarität mit Fidel Castro nach Kuba geht. „Ein Anarchist, dem es unmöglich ist, Bomben zu werfen“, schreibt die New York Times über ihn. Schon mit seinem Debütalbum Songs of Leonard Cohen (1968) feiert er Erfolge, jedes seiner ersten sechs Alben verkauft mehr als 500.000 Exemplare. Cohens Starwerdung geschieht zeitgleich mit dem Goldenen Zeitalter des Folk.
Er verkehrt im New Yorker Chelsea Hotel, ist mit KollegInnen wie Joni Mitchell und Bob Dylan befreundet, bleibt aber ein Solitär im Popbusiness. Für jene Vergangenheit interessiere er sich nicht, schreibt Cohen in dem Gedicht „School Days“, mehr interessiert sie sich für ihn:

I never think about the past
But sometimes
The past thinks about me
And sits down
Ever so lightly on my face

 

(„School Days“).

Manchmal ringt er in The Flame mit Gott, den er „G-d“ nennt, auch der Horror des Holocaust blitzt immer wieder auf. Mit seinen jüdischen Wurzeln hat sich Cohen intensiv auseinandergesetzt. Aus seiner Lyrik spricht etwas, das Theodor W. Adorno in „Minima Moralia“ postuliert hat:

Ein Blick, der aufs Grauen geht, ihm standhält und im ungemilderten Bewusstsein der Negativität die Möglichkeit des Besseren festhält.

Die Umstände mögen noch so negativ sein, bei Cohen besteht die Aussicht auf eine Wende zum Positiven.
Wenn, wie in dem Gedicht „My Lawyer“, von „junk that has killed the revolution“ die Rede ist, meint Cohen mit „Junk“ allerdings harte Drogen. In den Sechzigern ist er selbst eine Weile heroinabhängig. In der deutschen Fassung „Mein Anwalt“ steht, „die Revolution sei an Dreck krepiert“. Zum Glück lässt sich das englische Original lesen. „I love to speak with Leonard / He’s a sportsman and a shepherd / He’s a lazy bastard / Living in a suit“, heißt es an anderer Stelle in „Going Home“. Und so bleibt Leonard Cohen auch in Erinnerung, als leicht surrealer Gentleman im Anzug, der ein in jeder Hinsicht aufregendes Leben sportlich gemeistert hat.

Julian Weber, taz, 9.10.2018

Leonhard Cohen: Schreiben war sein Lebenszweck

– Der posthum erschienene Gedichtband Die Flamme / The Flame taucht tief in das melancholisch gestimmte Universum Leonhard Cohens ein. –

„Bitte den Regenbogen, dass er sofort / den Schatz liefern soll, nicht später, nicht bald“ – Leonard Cohen erzählt von einem, der alles will vom Leben, alle Freuden, aber auch alle Leiden, „das ganze, verdammte Kreuz, nicht nur einen Splitter“. Die Gedichtzeilen entstammen den Notizbüchern, in die Cohen von seiner Teenagerzeit an bis zum letzten Tag seines Lebens nahezu täglich schrieb. „Scraps“, was so viel bedeutet wie Fetzen, nannte Cohen diese Aufzeichnungen. Tatsächlich handelt es sich um das Material, aus dem er seine Gedichte und Lieder schuf. Da finden sich kurz hingeworfene Zeilen, Kryptisches und Verworrenes ebenso wie Prosastücke und lange balladenartige Texte, die sprunghaft unterschiedliche Themen behandeln.
Wie Cohens Sohn Adam mitteilt, habe sein Vater überall solche Notizbücher gelagert, in seinen Jackentaschen, in Schubladen und sogar im Kühlschrank. In den frühen 1990er-Jahren seien ganze Schränke mit Schachteln voller Notizbücher gefüllt gewesen. Sie bezeugen Cohens lebenslange Hingabe an das Schreiben, das ihm wichtiger war als alles andere. „Das Schreiben war sein Lebenszweck“, ist Adam Cohen überzeugt.

Das war das Feuer, das er hegte, die bedeutendste Flamme, die er schürte. Sie ist niemals erloschen.

Der Band Die Flamme | The Flame gewährt zum ersten Mal Einblick in diese Texte. Wie der Titel, so ist auch der Inhalt zweisprachig, sodass man sich den Klang des Originals vergegenwärtigen kann. Der Band erschien posthum. Cohen starb am 7. November 2016 an Leukämie. An der Auswahl der Texte wirkte er noch mit. So nahmen die Herausgeber auf seinen ausdrücklichen Wunsch seine Dankesrede für den Prinz-von-Asturien-Preis auf.
Cohen erinnert darin an den andalusischen Dichter Federico García Lorca, der für ihn erste Inspiration und Anstoß zum Dichten gewesen sei und ihm die Erlaubnis gegeben habe, „eine Stimme auszumachen; und das bedeutet: ein Selbst auszumachen, ein Selbst, das nicht feststand, sondern ein Selbst, das um seine eigene Existenz kämpfte“. Im Alter von 15 Jahren war Cohen auf García Lorcas Gedichte gestoßen. Sie berührten ihn zutiefst und seien für ihn „die erste echte Literatur” gewesen. Er habe diese Welt nie mehr verlassen, bekannte er später. Tatsächlich verbindet ihn vieles mit García Lorca. So hegten beide den Wunsch, ihr Innerstes zu geben und gleichzeitig das dichterische Geheimnis zu wahren. Wie Adam Cohen einmal erzählte, habe sein Vater in völliger Einsamkeit geschrieben und den Entstehungsprozess seiner Texte verborgen gehalten, um ihn nicht zu entzaubern. Auch teilte Cohen mit García Lorca die Liebe zur Einfachheit, den schwermütigen Ton, das Pathos des Schmerzes und den Glauben an eine Transzendenz.
1996 brachte der spanische Sänger und Flamencogitarrist Enrique Morente das Grenzen sprengende und mehrfach neu aufgelegte Album Omega heraus, auf dem er mit der Rockband Legartija Nick Musik zu Texten von García Lorca und Cohen spielte. Cohen erinnert mit schwärmerischen Worten an das Gitarrenspiel und die „körperlos gewordene große Stimme“ Morentes, der 2010 verstarb. „Hommage an Morente“ gehört zu jenen 63 Gedichten, die den Band eröffnen und die Cohen aus seinen unveröffentlichten Texten auswählte. Sie enthalten Liebesgedichte über Abschied, Trennung und Vergebung sowie Gedichte, die Kindheitserinnerungen aufleben lassen, Cohens spirituelle Suche begleiten und Eindrücke von seinen Konzertauftritten wiedergeben. „Ich denke immer an ein Lied“ malt die gemeinsame Arbeit mit der Sängerin Anjani Thomas aus. Sie nahm mit Cohens Texten das Album Blue Alert auf. Und Cohen träumt von einem Lied, das von ihrer beider Leben handelt und zu dem er den Text und sie die Melodie schreiben wird.
In dem Gedicht „Gäbe es keine Gemälde“ schreibt Cohen von den Menschen, die für ihn Modell saßen, den Gegenständen in seinem Zimmer, die er abbildete und den Zeichnungen, die er von sich anfertigte:

Von einem Spiegel auf meinem Schreibtisch
In den ganz frühen Morgenstunden
Zeichnete ich
Hunderte Selbstporträts ab
Die mich an das eine oder andere erinnerten

In dem Lyrikband Buch der Sehnsüchte wurden einige dieser Zeichnungen 2006 erstmals abgedruckt. Ein Jahr darauf stellte Cohen sie in der Drabinsky Gallery in Toronto aus. Es handelt sich um karikaturhafte Porträts. Sie lenken den Blick nach innen, erkunden die seelische Befindlichkeit. Das unterstreichen auch die kurzen Texte daneben. „True nature is what you got“, steht neben einem skizzenhaft hingeworfenen Porträt. „The importance of a previous existence as a fish has been exaggerated“, vermerkt Cohen neben einem hingekritzelten Porträt. Und ein tief enttäuschtes Gesicht mit weit herabgezogenen Mundwinkeln wird von den ironischen Zeilen flankiert:

this is no joke
that’s what makes it funny
it is the very essence of Canadian humour

Auch Autobiografisches findet sich in den Gedichten. Doch erreicht Cohen einen vom persönlichen Erleben losgelösten Ausdruck. Diese Wahrhaftigkeit zeichnet seine Gedichte aus. Sie berühren, weil sie von den inneren Konflikten des Lebens erzählen. In ihnen offenbaren sich die verschlungenen Beziehungen zwischen dem Verstand, den Gefühlen und der Wirklichkeit. Cohen verdichtet die Gefühle zu Bildern suggestiver Kraft. Da gibt es das kurze Gedicht „Brandungssog“, und mit diesem Titel ist bereits die außerordentliche Dynamik des Lebens erfasst. „Eines Nachts brach ich auf“, hebt es an, und schon reißt es ihn mit sich fort, und er findet sich wieder, an ein Ufer verschlagen, „mit einem Kind in den Armen“. Beobachtungen, Gedanken, Gefühle – alles wird Cohen zum Gedicht.
Bewegend ist seine Auseinandersetzung mit dem Alter. „Heute stand meine Gitarre auf“ betitelt er ein Gedicht, in dem er beschreibt, wie seine Gitarre ihm in die Arme springt, auf dass er etwas Spanisches spiele, in dem „stolze Tänzer mit den Füßen / stampfen und lauthals gegen dieses Schicksal / schreien können, das uns niederzwingt / unter die blutige Dornenkrone aus Alter / Krankheit und Verfolgungswahn“. Kritiker bezeichneten Cohen in den 1960er-Jahren als den womöglich wichtigsten kanadischen Lyriker seit 1950. Die später wiederholt gestellte Frage, ob Cohen Dichter oder Musiker gewesen sei, beantwortet sich in dem Band von selbst. Die Gedichte sind so voller Musik, dass von Anfang an auch der Weg zum Lied angelegt ist. Cohen hatte in der Lyrik stets Musik wahrgenommen. Er wollte nie zwischen Gedicht und Lied unterscheiden. „Ich schreibe immer mit Gitarren im Hinterkopf“, betonte er einmal, „selbst die Romane“. So war es nur eine Frage der Zeit, bis beides zusammenfand. 1965 griff Cohen bei einer Lesung erstmals zur Gitarre. Für ihn war es ein Weg, „aus Trümmern Schönheit zu zaubern“. Der Mittelteil des Bandes vereinigt Gedichte, die die Grundlage für Cohens letzte vier Alben bildeten, das von ihm produzierte  Blue Alert, Old Ideas, Popular Problems  und  You Want It Darker.
Der Zusammenprall von Liebe und Tod, an dem die Texte sich entzünden, zeigt Cohen einmal mehr als „schwarzen Romantiker“, der von Verzweiflung, Kummer und Schmerz zu erzählen weiß. Und sie belegen, wie großartig er seine aus García Lorca herausgelesene Vorgabe erfüllt: Wenn man „die große, unausweichliche Niederlage, die uns alle erwartet“, erfüllen wolle, müsse dies „in den streng gesetzten Grenzen von Würde und Schönheit“ geschehen. Mit „Hab Dank für den Tanz“ wendet er den Blick zurück:

Es war die Hölle und toll, es war groß
Es hat Spaß gemacht

In einer Art Gebet „Geboren in Ketten“ erinnert er an seine jüdische Abstammung und lässt sein Leben Revue passieren, bis „Nur die Dunkelheit bleibt / Um die Sehnsucht zu fassen“. Gefasst nimmt er Abschied vom Leben. „I’m ready, my Lord“ lautet der Refrain des Titelsongs seines letzten Albums, das im Jahr seines Todes erschien. In einem melodiösen Sprechgesang bekundet Cohen mit heiserer Stimme seine Bereitschaft zu sterben. Als Gedicht ist der Text nun nachzulesen:

You want it darker
We kill the flame

Ruth Renée Reif, Der Standart, 6.1.2019

Bis alles besser ist als fabelhaft

– Leonard Cohen ist tot, aber er hat frische Gedichte hinterlassen: Die Flamme zeigt Verse und Notizen voll nüchterner Weisheit. Es geht um die Liebe, um Risse, die das Licht einlassen – und um Kanye West. –

Da dieser Text nur mit Soundtrack funktioniert, legen Sie am besten erst einmal die Musik zurecht. Vielleicht zum Auftakt diesen Song von einem seiner letzten Alben Old Ideas. Danach, nur als Vorschlag, gern etwas Lebenshungriges, das mit jedem Takt betörendere „Take This Waltz. Und – um seine junge Stimme zu hören, leicht wie Aluminium – dieses Stück, von dem er sagte:

Es fühlt sich falsch an, diesen Song zu schreiben und davon auch noch reich zu werden.

Man hört Leonard Cohen und weiß: Er war ein Mann der Reduktion. Einer, der nicht viel brauchte, um alles zu sagen, was zu sagen ist. Die Instrumente: minimal und klar. Die Stimme: nur so viel Melodie wie nötig. Der Rhythmus: im Zweifel ein schlanker Walzer. Die Worte: so genügsam und sättigend wie Brot. In Cohens Minimalismus steckt eine Schönheit, die noch viel klarer wird, sobald man seinen nun erschienenen Versband Die Flamme aufblättert. Kein Feuer, nein, eine Flamme, das reicht zum Erhellen.
Darin Gedichte, die letzten, die er bis kurz vor seinem Tod vor zwei Jahren schrieb; Songtexte seines letzten Albums You want it darker; und ein enormer Stapel an Auszügen aus seinen unzähligen Notizbüchern, die er zeitlebens mit sich herumtrug. Deren Zeilen – Faksimiles zeigen seine großzügig verteilte, fettschwarze Schrift – waren wie Skizzen, aus denen der ganze große Rest entstand.
Was die Worte, schwarz auf weiß, in diesem letzten Band noch viel deutlicher herausschälen: Da ist einer fest in seiner Spur, in der er Kreise zieht um alles, was fragil ist. Das Leben, die Liebe, das eigene Sein. Und die Frage, wie viel Zeit er noch hat, um alles noch einmal zu machen, vielleicht ja auch ganz anders.
Er wirft einem das Zerbersten von Ideen, Egos und aufflammender Lust in knappen Geschichten hin. Und vergräbt das ganz Große dabei zwischen ungemachten Betten und Lammkoteletts. Oder in nüchternen Szenen, etwa wenn er und seine letzte Liebe Anjani Thomas gemeinsam musizieren,

Und ich werde ihren Gesang verbessern
Und sie wird meinen Text verbessern
Bis alles besser ist als fabelhaft
Dann hören wir es an
Nicht oft
Nicht jedes Mal gemeinsam
Aber dann und wann
Bis ans Ende unserer Tage.

Cohen schafft es, dass sein Blick zurück auf sein Musikerleben, sein Unterwegssein, seinen multireligiösen Glauben und die Lieben, die er nicht genug besungen hat oder zu spät erkannte, dass dieser Abschied nie in Melancholie absackt. Weil das seine genügsame Sprache nicht zulässt. Weil der 82-Jährige mittendrin oft Schwung nimmt, den Takt anzieht. Und weil er dabei so entwaffnend unprätentiös ist, bis unter die Hutkrempe voll mit zarter Selbstironie:

Der Kurator gab dieser Ausstellung den Namen
Zu Worten gezogen.
Ich nenne meine Werke
Akzeptable Deko.

Die blitzt, wenn auch weniger zart, selbst in dem nach einem Diss-Rap-Battle klingenden Gedicht „Kanye West ist nicht Picasso (Reinhören? Hier) auf, in dem er die bekannten Megalomania-Sprüche von Kanye (und Jay-Z) erstaunlich präzise zitiert, sich mit Größen wie Picasso, Edison und Co. gleichzusetzen. Er persifliert diese Attitüde, indem er sie gnadenlos überhöht:

I am the Kanye West of Kanye West
The Kanye West of the great bogus shift of bullshit culture.

Anne Haeming, Der Spiegel, 17.10.2018

Die Flamme / The Flame

Andachten der Vergeblichkeit: Letzte Lieder und Gedichte von Leonard Cohen in einer zweisprachigen Ausgabe. –

Seiner Stimme konnte man erliegen, und wenn er als Magier in Nadelstreifen auf der Bühne alte und neue Songs intonierte, konnte man sich nach Abklingen der Ergriffenheit fragen, was eigentlich den Zauber dieser weltlichen Andachten ausmachte: Cohens hypnotischer Sprechgesang, der musikalische Minimalismus der Kompositionen? Oder die überwältigende Einfachheit der Texte, die komplizierte Dinge des Lebens – Lieben und Sterben, Schuld und Scheitern, Lust und Grausamkeit – in suggestive Bilder fassen?
Zwei Jahre nach Leonard Cohens Tod kann man jetzt nach einer Antwort suchen, wenigstens was die Worte betrifft. Ein gediegen aufgemachter zweisprachiger Band versammelt letzte Arbeiten des kanadischen Song-Poeten: eine Auswahl von Gedichten (manche schon Jahrzehnte alt), die Songtexte der letzten Alben, dazu Auszüge aus Notizbüchern: Skizzen und Gedichtentwürfe in unterschiedlichen Stadien der Bearbeitung, das alles illustriert mit Selbstporträts des charmant dilettierenden Zeichners Cohen.
Die sind grafische Chiffren für die Gemütsverfinsterung des Mannes um die achtzig, die auch die Texte dominiert. Dunkle Stimmungen waren seit jeher Cohens Sujet. Auch wenn die für ihn zeitweise durchaus Depressionen von klinischer Relevanz gewesen sein mögen, verstand er es, daraus die dichterisch und musikalisch einzigartige Melancholie seiner Lieder zu destillieren. Cohen heilte die Schwermut durch hymnische Beschwörung des Minnedienstes, seine besten Songs waren spirituelle Exerzitien, in denen die Feier der Fleischeslust sich auf Erlösung im Eros zu bewegte.

Holger Schlodder, Lauterbacher Anzeiger, 1.3.2019

Leben mit Musik und Ruhm

– Ist das Leben der Stars in der Glitzerwelt des Rockbusiness noch ein vergleichbar irdisches? Neue Biografien geben Auskunft, versuchen Annäherungen, bieten Fotomaterial, feiern Jubiläen: Musik zum Lesen. –

Doch zunächst ein Blick auf Leonard Cohens letztes Werk. Im November 2016 starb der große Sänger und Poet. Bis zuletzt hatte er, trotz schwerer Krankheit, an einem neuen Gedichtband gearbeitet. Robert Faggen, von Cohen selbst noch in das Projekt eingebunden, hat nun mit Alexandra Pleshoyan diese hinterlassenen Schriften herausgegeben, Cohens Sohn Adam den überaus stimmigen Titel beigetragen: Die Flamme – The Flame. Und es ist ein wunderbares Buch geworden, das noch einmal die ganze Fülle Cohens poetischer Kraft ausbreitet, von seiner dunkel-depressiven Seite bis hin zu jenen leuchtenden Texten der Hingabe an Gott und/oder an die Geliebte, oftmals verfeinert mit Selbstironie, die stets zu sagen scheint: Nimm dich nicht so wichtig. Auch die beigegebenen, gezeichneten Selbstporträts sind frei von Eitelkeit, eher lakonische Befragungen des alternden Spiegelbilds. Lobenswert nicht nur die schöne grafische Gestaltung dieses Buches, sondern vor allem die Entscheidung für eine zweisprachige Ausgabe. Zwar haben die insgesamt zwölf Übersetzerinnen und Übersetzer sich redlich bemüht, aber der wahre Cohen-Sound mit all seinen reichen Untertönen findet sich nur im englischen Original. Ferner enthält das Konvolut die Songtexte zu seinen letzten Studioalben, abschließend Auszüge aus Cohens handgeschriebenen Notizbüchern: Entwürfe, frühe Fassungen von Gedichten, Varianten, aber auch im Entwurf bereits Vollendetes. Letztlich gehört The Flame in die Kategorie jener zeitlosen Lebensbücher, welche man gerne in Griffnähe bei sich hat, um darin bei Bedarf Tröstliches zu entdecken, neue Fragen, neue Antworten, sich selbst.

Otto Johannes Adler, Buchkultur, Heft 181, 6/2018

Sorry Leonard

Eigentlich hätte das Buch glatte 5 Sterne verdient, wenn man auf den zwar gut gemeinten aber stellenweise dann doch vollkommen missratenen Versuch verzichtet hätte, diesem eine deutsche, häufig falsche oder sogar sinnverdrehende ,Übersetzung‘ beizufügen. Auch wenn hier durchaus positive Ausnahmen (Klaus Modick, Robert Winkler) zu nennen sind, die sich weitestgehend an den Originaltext halten, ist das krasse Gegenteil das selbstverliebte Machwerk von L.W. Lupette, der mit seinen oft blödsinnigen und hanebüchenen Redewendungen und „reim-dich-oder-ich-fress-dich“ Versen sich selbst ein mehr als fragwürdiges Podest zu schaffen sucht. Insbesondere wenn man bedenkt, wie akribisch – oft über Monate oder Jahre – Cohen an seinen Gedichten gefeilt hat, bis sie seinen Ansprüchen genügten, empfinde ich es als vollkommen respektlos, daraus derartigen Quatsch zu fabrizieren. Cohen hätte dies in seiner immer bescheidenen und höflichen Art sicher nicht so formuliert, mir jedoch mag man erlauben, aus meinem Herzen angesichts dieser Verunstaltung keine Mördergrube zu machen.

rvm, amazon.de, 16.1.2019

Weitere Beiträge zu diesem Buch:

Stefan Schmitzer: A record of / Our little lives
fixpoetry.com, 2.12.2018

Wieland Schwanebeck: Einsilbig und vielsagend
literaturkritik.de, Februar 2019

Jürgen Weber: Sechs Akkorde, die zu seinem Leben wurden
rezensionen.ch, 13.2.2019

 

 

Blaubart & Ginster #6: Leonard Cohen und Nick Cave

Andres Wysling: Wie Leonard Cohen seine Stimme findet

Gert Heidenrich: Nächte mit Leonard

Detlef Kuhlbrodt: Seems so long ago

 

Fakten und Vermutungen zum Autor + Instagram 1, 2, 3 & 4FacebookYouTubeÜbersetzungenIMDbInternet Archive
Porträtgalerie: akg-images + gettyimages + IMAGO + Keystone-SDA
Nachrufe auf Leonard Cohen: Die Zeit 1, 2 + 3 ✝ FAZ ✝ Spiegel

 

Zum 80. Geburtstag des Autors:

Otto Johannes Adler: Poet des Begehrens
Buchkultur, Heft 156, Oktober/November 2014

Zum 1. Todestag des Autors:

Margret Kreidl: Krempelsatz
Fixpoetry.com, 11.11.2016

 

Zum 90. Geburtstag von Leonard Cohen:

Hallelujah – Leonard Cohen zum 90. Geburtstag
WDR5, 21.9.2024

Kurt Kister: Leonard Cohen ist nicht tot
Süddeutsche Zeitung, 21.9.2024

 

So Long, Cohen. Beautiful Loser und Weltstar Leonard Cohen

 

Leonard Cohen’s 90th Birthday – Massive Hallelujah Sing-Along auf Tour in Boston

 

Leonhard Cohen-Porträt als 30jähriger beim Besuch seiner Heimatstadt Montreal.

 

Leonard Cohens Dankrede – How I Got My Song – zur Verleihung des Prinz-von-Asturien-Preises am 21.10.2011 in Oviedo.

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