Ichkönig

Wenn die Kunst, wie A. F. immer wieder betont, »kein Dahinter« hat, kann sie auch nicht vor … nicht für etwas stehen; sie kann keine Bedeutung haben, weil sie, nicht anders als die sogenannte Wirklichkeit, der sie gemeinhin entgegengesetzt wird, die Bedeutung ist, nämlich eine Nullbedeutung, welche ohne die Lücke zwischen einem Bedeutenden und einem Bedeuteten auskommt. In einem didaktischen Bildwerk hat Magritte diese künstlerische Nullbedeutung anschaulich gemacht. Auf dem Bild ist ein Bild zu sehen, das durchsichtig wie ein Fenster ist, ein Bild, zu dem es kein »Dahinter« gibt, das also nichts ihm Äußerliches repräsentiert, das vielmehr präsent macht, was es ist … nämlich nichts, was der Rede wert wäre; das heißt ein Reales.

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aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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