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Ewigkeit

Daß jeder nur ein Leben hat; und zwar für immer.

Diebesgut

»Eichmaß für Melville ist seine Lektüre, sein ganzes Leben lang. Er war ein Skalde und wußte sich das Werk anderer zu eigen zu machen. Er las, um zu schreiben«, schreibt Charles Olson: »Diebstahl, mit Adel ausgeführt, die Tat des Beutelschneiders Autolykos, der seine Räubereien so begeht, daß man fast nichts davon sieht, nennt Edward Dahlberg […]

Orbit

In »Masculin-féminin« … der Film ist von 1966 … antwortet ein Covergirl, 19, auf die Frage, was sie unter reaktionär verstehe, sehr vernünftig: »… das hieße wohl, oft auf vieles reagieren.« Damit ist, über manche individuellen Unterschiede hinweg, auch der Autor als Künstler charakterisiert … ein Reaktionär; und dieser wiederum entspräche genau jenem Autor, den […]

Sonntag (III)

Heute früh mit S. im Hallenbad, wir trainieren Rückenschwimmen. Wir sind die ersten, vorläufig auch die einzigen Besucher hier. Doch jetzt kommt, wie ich nach dem Wenden am vordern Beckenrand und weiter auf dem Rücken schwimmend beobachten kann, ein schmaler kleingewachsener Mann mit dunkler Sonnenbrille aus dem Ankleideraum die Treppe herunter, fast scheint er von […]

Zwischenzeit

»Im Grunde betrachte ich die gegenwärtige Epoche als eine Zwischenzeit für den Dichter, der sich in sie nicht einzumischen hat: zu sehr ist sie untauglich geworden und ins vorläufige Gären geraten, als daß man etwas anderes tun könnte denn zu arbeiten mit Geheimnis im Hinblick auf später oder auf nie … und den Lebenden von […]

Schluß

Aller Anfang … so auch dieser … ist schwer. Bisweilen hilft … so auch hier … ein Klassikerzitat, ein geflügeltes Wort über das schwarze Loch hinweg, dessen provozierendes Gähnen wohl jeder kennt, der sich immer mal wieder auf das weiße Rechteck … die rechteckige Weiße … einläßt, um sie … schreibend, sich einschreibend … zu […]

Zeit

Einen Spiegel sich vorzustellen, der … wie Kafkas Uhr … stets zu stehen scheint und doch immer vorgeht.

Ableben

Gerhard Meier schenkt mir eine Photographie; das Bild zeigt ihn in seinem Garten, vor seinem Haus. In den leicht bewölkten Himmel schreibt er als Widmung: »… und ich frage mich, ob man am Ende lebe, um sich eben erinnern zu können.«

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