Varia

Was der Text sei ohne die im Text nicht vorkommenden Wörter.

*

Ganz Mund sein; mit der Zunge, den Zähnen zu hören.

*

Die einmalige Ordnung ist die Unordnung; nur Unordnung kann einmalig sein … sie verändert sich ständig, zeigt sich in stetigem Werden, in stetigem Zerfall. Ordnung dagegen steht, sie gilt, sie bedeutet.

*

Im Anfang war die Legende; das Reale als das zu Lesende. Und … aber am Ende wird das Wort gewesen sein, »… daß gepfleget werde / Der feste Buchstab, und Bestehendes gut / gedeutet …«

*

Oskar Pastior spricht vom Daß des Texts; daß Text da sei, meint er, sei zum Schreiben der beste Grund.

*

Der ewige Jude, höre ich O. E. hinterm Vorhang sagen, ist nicht Ich; ewig Jude, sagt er, ist kein Dichter, ist nur das Gedicht.

*

Im Spiegel sind immer schon enthalten:
Egel
Igel
Espe
Geiles
Siegel
Seile
Legei
Geisel
Pegel
Segel
Sieg
Liege
Eile
Leis etc.

*

Das Wort der Verkündigung ist die Verkündigung des Worts.

Share on Facebook0Email this to someoneShare on Google+0Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.