Sarah Kirschs Gedicht „Fahrt I“
FAHRT I – Die Erde in unserer Gegend ist übel dran / Der Winter wie Krieg ging seine Fetzen
FAHRT I – Die Erde in unserer Gegend ist übel dran / Der Winter wie Krieg ging seine Fetzen
EINZELHEITEN, DAMALS – Hauptsächlich Glas ging in Trümmer. / Regional, sagen wir mal, war gar nicht viel los
Ich hab ein Auge, das ist blau. / Mir gestern Abend geschlagen. // Ich schrie fünfhundertmal ,Au! Au!‘
DER KOREANER – Der Koreaner schwimmt im Glück, / das unsereins enteilt ist: / Sein Land ist nicht aus einem Stück,
JETZT REDE DU! – Du warest mir ein täglich Wanderziel, / Viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen,
MEIN LAND IST MIR ZERFALLEN – Mein Land ist mir zerfallen. / Sein’ Macht ist abgetan.
DIE ELTERN IM HERBST – Dann war es Herbst geworden / und da gefiel meinem kleinen Fensterbrettvogel
DIE ELTERN IM HERBST – Dann war es Herbst geworden / und da gefiel meinem kleinen Fensterbrettvogel
VERGANGENE LIEBE – Vormals, eh ich noch liebte, sah ich dich wahrer, / Später machte dein Duft mich blind –
LIEBESLIED – Hui über drei Oktaven / Glissando unsre Lust. / Laß mich noch einmal schlafen