Hertha Kräftners Gedicht „Abends“
ABENDS – Er schlug nach ihr. Da wurde ihr Gesicht / sehr schmal und farblos wie erstarrter Brei.
ABENDS – Er schlug nach ihr. Da wurde ihr Gesicht / sehr schmal und farblos wie erstarrter Brei.
DROHUNG – Aber wisse: / Ich lebe Tiertag. Ich bin eine Wasserstunde. / Des Abends schläfert mein Lid wie Wald und Himmel.
Jim sagt sie es geht mir an die Substanz / Ann sagt er ich bin kein Popanz. / das geht so und geht und nennt sich Patt
DORNRÖSCHEN – mein schatz du hast mich wild gemacht / sag an wo führt das hin
STROPHEN – Ich gehe langsam aus der Welt heraus / in eine Landschaft jenseits aller Ferne,
CHAMPIGNONS – wir trafen sie im wald auf einer lichtung: / zwei expeditionen durch die dämmerung
MORFIN – Wir warten auf ein letztes Abenteuer / Was kümmert uns der Sonnenschein? / Hochaufgetürmte Tage stürzen ein
DER RABE – Der Rabe, der im Schatten ruht, / singt still im Schlaf und träumt Laternenschein
DIE NEONIKONE – Als ich nach Amsterdam kam / und um die Ecke bog, / stand ich vor dem Fenster der Hure.
KALTEN BLUTES – Jede Nacht, in der meine Liebe schläft / still die angekrauchten Knie wie ein Kind