2. August

Erstmals Herbst, dieses schiefe, leicht dunstige Licht, es ist, als wär’’s eingefärbt mit einem Schuß von dünnem Honig. Auf dem Fensterbrett vorm Tisch, an dem ich schreibe, krümmen sich nun plötzlich die vielen fleckigen Blätter, sie sind verrostet, verbogen wie Blech, ihr feines Geäder und ihre Unterseite zeigen einen auffallenden bläulich-rosa-roten Schimmer, dessen Zartheit mich an die nackten Fersen jener Marokkanerin erinnert, die gestern mit dem Abendrot im Rücken über den fast menschenleeren Marktplatz ging.

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aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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