Phantasie

Wer es mit der Sprache so hält, daß er sich von ihr halten, aushalten läßt, braucht nicht auch noch phantasiebegabt zu sein. Phantasie ist für den, der schreibt, ein Hindernis; es sei denn, der Autor setze sie dafür ein, sich von ihr erfinden zu lassen.
Aber im Ernst.
Und ebenso hinderlich wie Phantasie ist, beim Schreiben, das Bedürfnis, etwas mitzuteilen, vielleicht gar sich selbst. Nur weil er nichts zu sagen habe … weil er über keinerlei Phantasie verfüge, schreibe er, schreibt Jabès.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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