Bert Papenfuß: Mors ex nihilo
Papenfuß’ Lyrik will ein Anschlag sein auf den guten Geschmack und das wohlgeordnete bürgerliche Leben, das sarkastischem Hohn und Spott ausgesetzt wird. Blickwechsel, gemünzt auf die freisoziale Martktwortschaft...
Papenfuß’ Lyrik will ein Anschlag sein auf den guten Geschmack und das wohlgeordnete bürgerliche Leben, das sarkastischem Hohn und Spott ausgesetzt wird. Blickwechsel, gemünzt auf die freisoziale Martktwortschaft...
GRÜBCHEN – reib dich am hymen – eisbeutel! / andre musen sich am riesen reimen / bist gemüse du, reisig, oder was weiß man
FRAGMENT EINER KAPUZINERPREDIGT – Ja glaubet mir, ihr meine lieben Brüder, / Ein leerer Traum ist unsers Lebens Lauf.
FLIPPERN – Jammer! Hell! Schreck und Pein! / Zucken! Klacken! Abgrund nein! / Ach vergeh! Bumper! Drall!
ANTWERPER SONNTAG – Die Autos standen wie Blei. / Die Füße lernten zu gehen. / Die Augen lernten zu sehen.
DES TEUFELS AMULETT – (angefertigt für Broder Broschkus) // Dir schenke ich mein Herz, nur für den Fall,
FENSTER ZUR WELTNACHT – Eine Straßenbahn schläft vor dem Haus – gelb / mit gefaltetem Bügel, im Standlicht eingerollt
DER DEUTSCHE NADELBAUM – Fieberkurven, verrußt, spitzten sich zu, der Berg / setzte Tarnkappen auf, färbte die Wipfel nach,
WIENER LEBENSLAUF – die hand ins feuer legen / die kastanien aus dem feuer holen / den kürzeren ziehen
DIE FÜSSE DES VATERS – Wie seltsam war jenes Knacken, und fremd, / in der Frühe, der springende Laut