Zoltán Franyó (Übersetzer): Mich reut es nicht…

Franyó (Übersetzer): Mich reut es nicht…

INSCHRIFT

Die Wege, die wir nicht beschreiten,
Die Wege, die in uns verbleiben,
Führen ebenfalls zahllos, irgendwohin.
Die Worte, die wir nicht aussprechen,
Die Worte, die in uns verbleiben,
Erschließen, ebenfalls grenzenlose Wesen.
Die Kämpfe, die wir nicht geführt,
Die Kämpfe, die in uns verbleiben,
Auch sie vergrößern heimlich unser Heimatland.
Der Samen, den wir nicht verschenken,
Der Samen, der in uns verbleibt,
Vervielfacht ebenfalls unendlich das Leben.
Der Tod, der uns nicht zuteil wird,
Der Tod, der in uns verbleibt,
Auch er vertieft unser Schweigen.
Und überall, auf alles baut sich
Als Fundament die Poesie.

Lucian Blaga

 

 

Editorische Notiz

Die vorliegende Auswahl von Nachdichtungen Zoltán Franyós erscheint anläßlich seines hundertsten Geburtstags (31. Juli 1887). Franyó hat sich zeit seines Lebens – neben der journalistischen Laufbahn  vor allem der Übersetzung verschrieben – er übertrug Lyrik nicht nur aus dem Rumänischen und Ungarischen, sondern auch aus dem Französischen, Spanischen, Russischen und Englischen sowie aus alten Sprachen wie Griechisch, Chinesisch, Arabisch oder Sanskrit –, daher eignet sich das Veröffentlichen einer Auswahl dichterischer Übersetzungen am besten, seine literarische, völkerverbindende Tätigkeit zu würdigen.

Kriterion Verlag, 1987

 

Enikő Markó: Zur Bedeutung von Österreich und der österreichischen Literatur in Zoltán Franyós Lebenswerk

Fakten und Vermutungen zum Autor

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