Theodor Kramers Gedicht „Wer läutet draußen an der Tür?“
WER LÄUTET DRAUSSEN AN DER TÜR – Wer läutet draußen an der Tür, / kaum daß es sich erhellt? / Ich geh schon, Schatz. Der Bub hat nur
WER LÄUTET DRAUSSEN AN DER TÜR – Wer läutet draußen an der Tür, / kaum daß es sich erhellt? / Ich geh schon, Schatz. Der Bub hat nur
TREETS – nur nicht so zart wie jene madeleines / wie man sie taucht in lindenblüten / oder schwarzen tee, nur manchmal
dann löste sich die hitze langsam / vom balkon und der blick wurde leichter // von den häusern abgelenkt. die weißen /
TREPPE – Ich gehe die Schritte / Und zähle die Zeit. / Der Reim ist verloren. / Ich zähle die Schritte
DER GLÜCKLICHE GARTEN – Einst waren wir alle im glücklichen Garten, / ich weiß nicht mehr, vor welchem Haus,
GENESUNGSHEIM – Was schlug man diesen zum Krüppel? / Er dachte hinter der Stirn: / Da öffnete ihm der Knüppel
DICHTER MIT LESERIN AM STRAND – Sieh das Meer entfesselt wüten / Sieh die Winde stürmisch wehn /
SELBSTBILDNIS IM SUPERMARKT – In einer / großen / Fensterscheibe des Super- // markts komme ich mir selbst
KUNST – Ein Mensch malt, von Begeisterung wild, / Drei Jahre lang an einem Bild. / Dann legt er stolz den Pinsel hin
Weh mir, dem Gott die nackten Sonnen wies / Und fahler Höllenstädte grelles Leid. // Und Donner, Licht und Meere reden hieß.