Raymond Dittrich (Hrsg.): Bibliotheken der Dichter

Dittrich-Bibliotheken der Dichter

DIE BIBLIOTHEKARIN

das Lächeln des ersten Lesers, so sonderlich
agewölbt, erhält
aaKennziffer sieben.

auf den Regalen liegt immer neuer
aalter Staub.
aaoft erkenne ich den Archivar
aaadarin nicht wieder.

die Garderobieren
ahaben Schweigekittel für Klienten
aajeder Größe.

fragt jemand nach dem Lexikon,
aweise ich in jede Richtung, die mir noch bekannt
aaist.

Wahrnehmung fünf: die besten Blätterer
ahaben Tränen auf den Kuppen
aaihrer Finger.

das Schönste steht auf Seiten,
adie zugleich gerade als auch ungerade nummeriert
aasind.

den Debütanten sag ich:
avon Weiß zu Schwarz verläuft das Wissen,
aadas zwischen Umlauten passiert.

Ron Winkler

 

 

 

Beschreibung

Bibliotheken der Dichter – der Titel dieser Lyrik-Anthologie bezeichnet zum einen die Institution Bibliothek in der Imagination der Dichter. Zum anderen schließt er aber auch die private Büchersammlung der Poeten mit ein, der sie zuweilen Verse gewidmet haben. Der Band bietet eine umfangreiche Sammlung deutschsprachiger Bibliotheksgedichte vom Humanismus des 16. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Gedichte werden ergänzt durch einen Essay über die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in der Dichtung.

Engelsdorfer Verlag, Ankündigung

 

Fakten und Vermutungen zum Herausgeber

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