14. Juni

Bin seit fünf Uhr wach, seit halb sechs in der Wohnung zugange; im Küchenfenster hängt schwerer Morgennebel, es ist feucht und frisch wie im Spätherbst. Erst gegen Mittag hebt sich das graue Duvet und gleich ist wieder die Hitze da, das milchige, fast schattenlose Licht, die träg triefende Luft. Urzeitstimmung. Endzeitstimmung. Das hiesige Idyll verdüstert sich zusehends. – Herrlicher Früh- oder Halbsommertag, der Wald flimmernd bis zum Horizont, die Wipfel bestrichen mit messinggelbem Licht, darüber makellos der Himmel aufsteigend aus lindem Blau … und ein Kreuz darüber, ausgespannt von zwei Flugzeugen, in Form von langsam verrauchenden Kondensstreifen. Bin in der frühnachmittäglichen Helle für eine Stunde draußen gewesen, zügig schreitend über den verschlauften Weg, den ich kürzlich auch Krys gezeigt hatte, und jetzt stellte ich sie mir wieder vor, wie sie redend und gut atmend neben mir hergeht und wie mit uns die Zeit so rasch und doch so allmählich verfließt – von Entfliehen keine Rede, es ist ja eher ein Gewinn an Leben und dadurch wiederum, auf andere Weise, auch an Zeit. Jetzt, bei der Rückkehr ins Haus, packt mich ebenso plötzlich wie unerklärlich die Müdigkeit … es ist die Müdigkeit selbst, es ist gleichsam die Müdigkeit in Person, die sich da herablässt und in mich eingeht. Eigentlich wollte ich Krys noch ein paar Zeilen schreiben, sie an den gemeinsamen Weg erinnern, sie auf ein nächstes Mal einladen; doch ich lasse das Blatt unbeschrieben liegen, gehe hinüber zum Bett, lehne mich langsam zurück und falle sofort, noch mit Schuhen und Jacke angetan, in tiefen Schlaf. In tiefe Träume. Ich befinde mich in einer fremden Wohnung, die ich über mehrere weitläufige Treppenhäuser erreicht habe. Das pompöse Mobiliar hier ist aus gedrechseltem Holz gefertigt, altmodisch, knarrend, ausgedient. Ich liege – als Gast? als Patient? – in einem breiten weichen Bett, das unter einem leise klingelnden Lüster mitten im Raum steht, rege mich rastlos in Kissen und Decken, kann aber lange keine wirklich bequeme Lage finden. Auch fühle ich mich gestört durch die vielen unbekannten Menschen, die immer wieder durch die halboffene Tür ins Zimmer laufen, sich wortlos umsehen, mal etwas hinstellen, mal etwas mitnehmen, um lautlos wieder verschwinden. Da kommt plötzlich Krys herein, sie muss nach mir gesucht haben, jedenfalls erkennt sie mich sofort und schreitet nun langsam auf mich zu. Beim Gehen wehen von ihren Schultern mehrere weite Kleider, die sie übereinander trägt wie ein mächtiges pastellfarbenes Gefieder – eher ungewöhnlich für sie, ungewöhnlich auch die Farbe des engen, bis zum Hals durchgeknöpften Jacketts – rostbraun, grau, schwarz. Bei ihrer Gangart braucht sie von der Schwelle bis zum Bettrand gut eine Stunde, ich kann es … ich kann sie nicht erwarten. Da sie sich nun mit knirschendem Gefieder zu mir setzt, sagt sie einfach: »Du!« Sonst nichts. Einmal »Du!« gesagt, und es ist – ich weiß es doch – nicht wieder gut zu machen. Noch immer halten sich im Zimmer all diese fremden Leute auf, meist Frauen, viele davon Migrantinnen oder Adoptivtöchter, die mir besorgte, manchmal auch warnende, sogar drohende Blicke zuwerfen. Doch bald verschwinden sie, die Tür bleibt offen. Krys hat sich am Fußende auf den Bettrand gesetzt, ganz langsam schwingt sie, während sie sich zugleich in den Hüften zu mir dreht, die Beine mit den Röcken drum herum aufs Bett und streckt mir die Füße entgegen, an denen sie noch die für die Jahreszeit zu leichten Schuhe trägt. Ich bin überwältigt von ihrer unerwarteten Nähe und Wärme, bleibe aber, halb zugedeckt, ruhig liegen und erwarte sie nun mit liebendem Interesse. Auf die Arme gestützt sitzt sie, die Knie leicht spreizend und dabei die Röcke ein wenig hochschiebend, vor mir, fast schon über mir, ich hebe nur kurz den Kopf aus dem Kissen, sehe sie mit offenen, etwas hochgezogenen Beinen zurückgelehnt, realisiere im selben Augenblick auch, dass – und wie sehr – und wofür – ich sie begehre, versuche die schweren Laken und Decken, die das Begehren stören, mit den Füßen von mir wegzustoßen, muss nur aufpassen, dass ich nicht auch sie über den Bettrand schiebe. Ich zieh mir, noch immer liegend, mit einer raschen Bewegung die Schuhe aus und die Hose runter, so dass der Schwanz mit der prallen glänzenden Eichel jetzt frei steht, dann lasse ich mich zurückfallen und sehe grade noch, wie Krys – die Röcke hat sie wie bei einem beiläufigen Knicks hochgehoben – auf den Knien zu mir heranrutscht, spüre, wie sie mit der einen (noch etwas zu kühlen) Hand meine Hoden, mit der andern meine Stange ganz weich – sozusagen fragend – anfasst, wie sie zu reiben beginnt, während sie auf den Knien noch weiter über mich rutscht und ihre Muschi zu meinem Schwanz drängt, den sie nun in beiden Händen hält und gegen seine Stehrichtung zu sich biegt. Mit meiner dicken blauen Eichel kreist sie um ihre Öffnung, mal spüre ich ihr Fell, mal ihr nasses herzliches Geschlecht – herzlich, das ist tatsächlich das Gefühl, das ich von ihrer Muschi habe und in die ich immer wieder das Glied zu tauchen versuche, was Krys aber jedes Mal sanft verhindert. So kommen wir also überhaupt nicht zum Vögeln, schon gar nicht zum Höhepunkt. Doch während wieder irgendwelche Zuwanderer ins Zimmer treten und sich darin umtun, als wären sie bei sich zu Hause und müssten auf uns hier keine Rücksicht nehmen, greift sich Krys rasch zwischen die Beine, holt sich von ihrem salzigen Saft und lässt mich an ihren Fingerkuppen lutschen. Draußen ist es derweil, wie ich nach dem Aufwachen ohne Erstaunen feststelle, völlig dunkel geworden.

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