Arthur Rimbaud: Poesiealbum 151

Rimbaud/Rimbaud-Poesiealbum 151

DIE EWIGKEIT

Sie ist neu geschenkt.
Was? – Die Ewigkeit.
Meer, das von uns drängt
Mit der Sonne weit.

Seele auf der Wacht,
Leis gestehn wir ein:
Nichtigkeit der Nacht,
Tages Feuerschein.

Aller Welt Elan,
Menschlicher Applaus,
Du läßt ihre Bahn
Und fliegst frei hinaus.

Denn aus Atlasglut
Selbst entströmt die Pflicht,
Ohne daß erlöst
Man ein „endlich“ spricht.

Keiner Hoffnung Schein,
Nicht ein Sonnenstrahl.
Klug, geduldig sein,
Sicher ist die Qual.

Sie ist neu geschenkt.
Was? – Die Ewigkeit.
Meer, das von uns drängt
Mit der Sonne weit.

Übertragen von Klaus Möckel

 

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Alle,

so viele wir auch sein mögen, ob wir nun so oder so schreiben, ob wir untereinander zerrissen, uneinig, verfeindet sein mögen, haben dennoch den gemeinsamen Nenner, der unsere Träume bestimmt, den ewig jungen Rimbaud.

Louis Aragon, Verlag Neues Leben, Klappentext, 1980

 

„Ich ist ein anderer“

Er war ein Musterschüler und ein enfant terrible; er war gnadenlos, verletzend und zärtlich; er war ein Engel mit dem Lanzenspeer und ein Teufel mit dem Dreizack; er war Paul Verlaines große Liebe (der dennoch auf ihn schoß) und er war ein Genie: Arthur Rimbaud, der fraglos bedeutendste Lyriker des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Sein Leben wie sein Werk, in nur wenigen Jahren vollendet, geben immer neue Rätsel auf. Die unerhörtesten Gedichte wurden einer Biographie abgerungen, die ihren Bogen vom trotzigen Aufbegehren der jungen Jahre in den Ardennen über die Pariser Zeit spannt bis zum makabren Ende des in Afrika Gold hortenden Waffenschiebers und Sklavenhändlers. Der mit siebzehn und achtzehn Jahren den Himmel der Dichtung blasphemisch neu illuminierte, starb mit siebenunddreißig kläglich in den Armen der Priester mit den Worten „Merde pour la poésie“. „Alle, die es unternehmen, Rimbaud zu ergründen, sehen sich bald einem Abgrund voller Rätsel gegenüber, den zu überbrücken ihre Phantasie und ihr Einfühlungsvermögen außerstande zu sein scheinen“; mit diesem schönen Einbekenntnis beginnt die groß angelegte Rimbaud-Biographie von Enid Starkie.
Die ersten sechzehn Jahre verbrachte der 1854 Geborene in der ruhigen kleinen Provinzstadt Charleville an den Ufern der Maas:

Die stillen, vornehmen Fassaden ihrer Häuser strömen ein Gefühl friedvoller Ruhe aus […]. Charleville ist eine Stadt für Leute, die vom Leben nichts mehr erwarten, als in abendlichem Frieden auf einem stillen Platz ein Glas Bier zu trinken oder sich einem geruhsamen Dominospiel hinzugeben […]. Es ist eine Stadt für Leute, deren Leben so ereignislos geworden ist, daß sie nichts mehr zu verbergen haben; denn in Charleville weiß jeder, was der andere tut, und was den einen angeht, geht hier alle an.
Geht man durch die Straßen und sieht zu den Häusern hinauf, so bemerkt man, daß die Gardinen an den Fenstern alle ein wenig verschoben sind. Hinter diesen Vorhängen spähen neugierige Augen auf die Straße.

Rimbaud haßte schon früh den Provinzmuff; das Dumpfhockende der Kleinstadt-Apathie, in dem die grindigen Leiber der Alten gleichsam in ihre Stühle hineinwachsen, hat er in einem Gedicht verewigt, dessen Verachtungsstakkato die Bürgerwut des Expressionismus vorausnimmt:

Die Sitzenden
Schwarz von Geschwülsten, pockig, um die Augen Ringe,
Grüne, die Finger, knotig, um die Knie gekrallt,
Die Stirn bedeckt mit vagem, mürrischem Geschlinge,
Wie aussatzkrankes Blühn auf Mauern, morsch und alt;

Sie haben in fallsüchtig liebendem Erdreisten,
den großen, schwarzen Stuhlskeletten aufgepfropft
Ihr närrisch Knochenwerk. In den verschrumpften Leisten
Ist ihrer Füße Knäuel von früh bis spät gestopft.

Die Greise und die Stühle waren stets verflochten,
Ob sich die grelle Sonne sog in ihre Haut,
Ob sie wie schmerzdurchzuckte Kröten zittern mochten,
Zum Fenster blickend, dran des Schnees Geflocke taut.
[…]
Ihr hört an dunkle Wände sie die kahlen Köpfe
Stoßen; 
krummfüßig schlürfend, schürfen sie bedacht,
Raubtierpupillen, rot, sind ihres Rockes Knöpfe,
Die euch ins Auge haken aus der Gänge Nacht!

Sie haben eine unsichtbare Hand, die tötet…
Zurückgekehrt, ihr Blick in jenem Gifte schwimmt,
Das der geschlagnen Hündin Leidensauge rötet,
Ihr schwitzt, in einem bösen Trichter festgekrümmt.

Er haßte seine strenge, harte Mutter mit den zu bigotter Frömmelei gefalteten knotigen Bauernhänden (deren Mann sie früh verlassen hatte):

Die Armen in der Kirche
Gepfercht in Eichenbänke, in den Kirchenecken,
Die ihres Atems stinkiges Hauchen lau erwärmt,
Zum Prunkrausch der Empore sie die Augen strecken,
Wo frommer Chorgesang aus zwanzig Mäulern lärmt.

Im Wachstuch atmen sie das Brot, das duftig warme;
Demütig, wie geschlagne Hunde, glückumweht,
Des lieben Gottes, ihres Herrn und Meisters Arme,
Erheben sie ihr stures, lachhaftes Gebet.

[…]
Und alle, geifernd ihren dummen Glauben, schicken
Zu Jesus bettelnd hin ihr ewiges Klagelied,
Ihm, fern den schlechten Magren und den bösen Dicken,
Den, gelb vom fahlen Fenster, hoch man träumen sieht.

Fern ihm die Fleisch und Kleiderschimmeldünste ziehen,
Kraftlose, dunkle, widerliche Spottgeburt;
Doch von gewählten Worten die Gebete blühen,
Und heiße Melodie in den Mysterien surrt.

Wenn an den Schiffen, wo die Sonne stirbt, die reichen
Damen – banales, faltig seidenes Gewand,
Grünliches Lächeln, leberkrank – dem Weihfaß reichen
Im Kuß, o Jesus, ihre lange, gelbe Hand.

Allenfalls der Onkel Charles Cuif interessierte ihn, der sein Erbe vertrank, sich die letzte Ölung verbat und statt dessen einen Liter Rotwein bestellte – er griff nach der Flasche, trank sie in einem Zuge leer und starb. Als der Direktor des Gymnasiums den begabten Arthur einmal lobte, antwortete sein Lehrer:

Ja, gescheit ist er, aber er wird übel enden. […] Es ist etwas in seinen Augen und in seinem Lächeln, das mir nicht recht gefällt. Ich sage Ihnen, er wird übel enden.

Doch als er endlich einen Lehrer gefunden hatte, der seinen Durst nach Schönheit begriff und seinen Hunger nach Welt stillen wollte, intervenierte die empörte Mutter:

Aber eines kann ich nicht billigen, wie zum Beispiel, daß er das Buch liest, das Sie ihm neulich geliehen haben [Les miserables, V. Hugo].

Dabei ist es geradezu ein Schock, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Arthur Rimbaud fünfzehn Jahre alt war, als er jenes Ophelia-Gedicht schrieb, das bis zu Bertolt Brecht oder Peter Huchel Generationen von Poeten beeinflußt hat:

O du, so schön wie Schnee, Ophelia, du bleiche,
Du starbst, von einem Strome fortgerissen, Kind!
Denn, leisen Lautes, von der herben Freiheit Reiche
Sang in Norwegens hohen Bergen dir der Wind.

Ein unbekannter Hauch hat seltsam arge Kunde,
Dein Haar durchwühlend, deinem Träumergeist gebracht;
Dein Herz, es fühlte sich mit der Natur im Bunde,
Hört’ klagen es den Baum im Seufzerlied der Nacht.

Des Meeres toller Ruf, ein Stöhnen, groß und bitter
Zerbrach dein Kinderherz, zu menschlich und zu weich;
Und eines Morgens im April, ein schöner Ritter
Saß stumm an deinen Knien, so verstört und bleich.

Dem verdanken wir eine der schönsten Balladen Brechts:

Als sie ertrunken war und hinunterschwamm
Von den Bächen in die größeren Flüsse,
Schien der Opal des Himmels sehr wundersam,
Als ob er die Leiche begütigen müsse.

Tang und Algen hielten sich an ihr ein,
So daß sie langsam viel schwerer ward.
Kühl die Fische schwammen an ihrem Bein,
Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt.

Es gilt, sich den Magnetismus zu verdeutlichen, den der „Verräter seiner Klasse“, der Stromer Arthur Rimbaud, der verwahrlost nach Paris türmt, dort halb verhungert die Straßen fegt oder sich bald von Paul Verlaine aushalten läßt, auf den „Verräter ihrer Anschläge“, Bertolt Brecht, ausgeübt hat. Nicht nur Rimbauds Sätze „Nehmt euch in Acht! Eure Stunde hat geschlagen. Unordnung ist Trumpf!“, adressiert an die Schaufenster der Kleinstadt, als in Paris die Kommune ausbrach, gemahnen an Brecht; auch sein Toben gegen die reaktionäre Gesellschaft, schon Wochen vor dem Ausbruch, ist reiner Brecht:

Die Axt muß an die Wurzel der Gesellschaft gelegt werden, die Täler sollen erhöht und die Berge erniedrigt werden. Das Krumme soll gerade und das Harte weich werden. Der Reichtum muß mit Stumpf und Stiel ausgerottet und der Stolz der Großen zu Boden gerungen werden. Blasser Neid und dumme Bewunderung müssen vertilgt werden.

Rimbauds ästhetische Theorie ist eng verflochten mit der gesellschaftlichen Ungebärdigkeit des „Strolches“; wenn er die Dichter zu „Musikanten der Vernunft und Mathematikern der Harmonie“ ausruft, wenn er feststellt: „Es ist falsch zu sagen: ich denke, man sollte vielmehr sagen: man denkt mich“, dann ist das nahezu ein – horribile dictu – marxistischer Gedankengang avant la lettre.
Der ganz junge Rimbaud ist noch nicht der Sänger von Schattenreich und Riß und Untergang; er ruft die Revolte aus, ein lyrischer Kommunarde, wie ihn Karl Marx – der glänzende Analytiker der Pariser Kommune von 1870 – sich hätte erfinden müssen. Dieser Aspekt der Rimbaudschen Frühwerke ist so gerne wie häufig unterdrückt worden, man sah sie nicht in der Tradition von Gottfried August Bürgers Fürstenhaß hinüberreichend bis zu Bertolt Brechts Kapitalistenwut. In einem Aufsatz des Jahres 1941 hat Hans Mayer dieses plebejische Element erkannt, den literarischen Goya oder Daumier beschrieben:

Die Gedichte der ,ersten Periode‘ sind realistische Rufe der Revolution: Naturschilderungen, grausamste Spießbürgersatire, kämpferisches Heidentum und mörderischer Frauenhaß bilden Gegenstände einer Lyrik, der alle Formen und Themen gleich meisterhaft vertraut sind, die wahrhaft unerhört ist in Rhythmus, Sprachmelodie und Intensität der Anklage. Visionen des Hasses sind hier aneinandergereiht, Haß gegen die Besitzenden und die Revolutionsgewinner in „Die Pariser kehren zurück“:

Versteckt die toten Paläste in Brettergrüften!
Der alte Tag, erschreckt, macht eure Augen neu.
Dort kommt die rote Bande, schwenkend ihre Hüften:
Seid toll, man wird Euch drollig finden, seid ihr scheu!

Hündisches Volk in Brunst, verschlingend breiige Pflaster!
Der Schrei der Häuser voll Golde verlangt euch! Stehlt,
Eßt! Auf die Straße, in Krämpfen, die Nacht der Laster
Steigt dort hinab, Trinker, denen die Tröstung fehlt,

Trinkt! wenn das Licht erscheint in starkem, tollem Feste,
Wühlend im Strom des Reichtums, dicht an eurer Hand,
Spuckt ihr ins Glas dann nicht, lautlos und ohne Geste,
Verlorenen Augs zu den weißen Fernen gewandt?

Schlürft, auf das Wohl der Königin mit dem geilen Steiße!
Hört des verrückten Rülpsens jammervolles Schrein!
Hört springen in der Nächte glutdurchlohter Weiße
Die röchelnden Blöden, Greise, Puppen, Lakain!

Enid Starkies Biographie bettet Rimbauds wohl berühmtesten Satz „Ich ist ein anderer“ sehr zu recht in dieses gesellschaftliche Umfeld und löst das oft (falsch) interpretierte Diktum damit aus dem heroischen Pathos des ungewöhnlichen einzelnen:

Der Dichter kann nicht wissen, warum gerade er ausgewählt ist. Er hat mit dem Vorgang gar nichts zu tun, dieser geht ohne sein Wollen vor sich. Genauso, fügt Rimbaud hinzu, wie das Blech sich nicht dabei anstrengt, wenn es zu einer Trompete geformt wird, und das Holz nicht die Wahl hat, ob es eine Geige werden will oder nicht. „Ich ist ein anderer“ wiederholt Rimbaud mehrmals. Ein Strich des Bogens, und es entsteht ein Ton. Die Geige hat sich nicht gerührt, und doch quillt Musik aus ihr. So ist es mit dem Dichter. Ein anderes Wesen spielt auf ihm, während er unbewußt und automatisch die Töne hervorbringt, die ihm eingeflößt werden.

Was – vor allem für das Leben Rimbauds – nicht bedeutet, daß die Geste des rabiaten Aufbäumens, des hochmütigen Herauslösens aus jeglicher Bindung, nicht ebenfalls bestimmend gewesen wäre. Dem Dichter müssen alle Mittel recht sein – Alkohol, Drogen, Prostitution, verabscheute Beziehungen zu Männern wie zu Frauen:

Daher muß nach Rimbaud der Dichter sich moralisch verderben und erniedrigen, um die natürlichen Hemmungen zu überwinden, die Deiche niederzureißen.

Wir sind im Zentrum. Denn Aufbäumen und Aufbegehr sind eine Sache, sie können der Dichtung äußerlich bleiben. Eine andere Sache ist, was Rimbaud in einen Satz faßt:

Also der Dichter ist wahrhaftig Dieb des Feuers.

Da geraten wir in die Bezirke des Mythos, gar des – a-kirchlich – Religiösen. Gerade das schmale, in wenigen Jahren entstandene Werk Rimbauds illuminiert, daß das aus Kratz-Haß genährte Gedicht im Plakativen verharrt; es ist immer – auch in der schärfsten Aggression – Ausmalerei. Von Ferdinand Freiligrath bis Wladimir Majakowski, von Victor Hugo bis Pablo Neruda: Ihre Dichtung malt den Weltekel, zeigt aber nicht den Höllensturz; ist gar dessen Teil. So sie gelingt, bleibt sie doch immer im Bereich des Deklamatorischen – wie die Malerei von Siqueiros oder die des Diego Rivera. Kein Innenraum des Vermeer. Dieser Verführung zum Dekorativen ist auch Rimbaud nicht immer entgangen, wenn er sich, seinen Vers einer gefälligen Musikalität hingab:

Grün ist die Bank, auf der im Blitzgeschimmer
Die blasse Irin zur Gitarre singt,
Wo aus exotisch buntem Speisezimmer
Der Kinder und des Käfigs Schwatzen dringt.

Die sich so an die Welt verlierende Kunst gleicht – spiegelverkehrt – dem Prunk von Barock-Domen, deren Ballsäle der Seligkeit ja mehr wirklichkeitstrunken sind als jenseitsversunken; Himmelskratzer könnte man diese Monumente säkularer Un-Demut nennen im Vorgriff auf die gläsernen Hochmut-Türme, denen das 20. Jahrhundert den Namen Wolkenkratzer gab. Es sind aber die Katakomben, in denen nur mehr ein mythisch-unirdisches Licht geistert. Rimbauds Gedicht gleicht der Katakombe, ist sternenfern vom Reigen formverliebter Engel und kecker Putten. Seine Lyrik hat das düstere Gepränge der Einheit von Verbrechen und Heiligkeit. Wenn er vom „dumpfen Sprung der wilden Bestie“ spricht, meint er nicht das Aufsatteln auf irgendeinen Bocksberg der Lüste. Seine Lebensüberschrift ist nicht Vergnügen, sondern Leiden. Benjamin Fondane, ein enger Freund Ciorans, der sich ein Leben lang mit Rimbaud beschäftigt hat und dessen Studie Rimbaud der Strolch unabgeschlossen war, als man ihn in Birkenau ermordete, schreibt:

Man sollte Rimbaud, ohne die Tatsache anzutasten, aus der Kategorie des Vergnügens herausstreichen und ihn unter der Kategorie der Ausschweifung einordnen. Die Unterscheidung ist ganz einfach: im Umkreis der ersten Kategorie finden wir Gefühl, Vergnügen, Vergessen des Leidens: ob nun moralisch oder unmoralisch – dies alles fällt noch unter die Kategorie der Ethik. Die Ausschweifung hingegen sucht das Leiden, den Taumel, die Leere; sei sie nun sadistisch oder masochistisch, sie ist immer rein metaphysischer Natur: sie ist der Brennpunkt dieser Erfahrung, sie ist fast immer die Vorstufe zur Heiligkeit.

Damit fällt ein Begriff, der unmittelbar mit dem Werk und der Person Jean Genets zusammenhängt; nicht nur wegen Sartres Nomenklatur „Saint Genet – Heiliger und Märtyrer“. Vielmehr liegt diesem Begriff das Akzeptieren des Verworfenseins zugrunde und zwar des Verworfenen im Doppelsinn des Wortes: selbstverantwortlich als Subjekt der Moral beziehungsweise Amoral und nicht verantwortlich als Objekt, das die Gesellschaft ausstößt. Rimbaud akzeptiert diese Position nicht nur:

Als ganz kleines Kind schon bewunderte ich den unverbesserlichen Sträfling, hinter dem sich immer das Zuchthaus schließt; ich suchte die Herberge und die Kammern auf, die er durch seine Gegenwart geheiligt haben mag, ich sah, mit seinen Gedanken den blauen Himmel und das blühende Drängen der Felder; ich witterte das Verhängnis, das ihn verfolgt, in den Städten. Er besaß mehr Kraft als ein Heiliger, mehr gesunden Menschenverstand als ein Wanderer, – und nur sich, sich allein! als Zeuge seines Ruhmes und seiner Vernunft.

Der Verbrecher ist kräftiger als der Heilige. Das ist ein Ja zur Lust an der Erniedrigung, das ist willentliche Ortsbestimmung: die Statuen der Heiligen stehen strahlend im Dom. In der Katakombe modern allenfalls ihre Gebeine. Ihr Staub kann nicht mehr geröntgt werden.
So sind Rimbauds große Gedichte, die, die der Welt abhanden gekommen, nicht mehr Röntgenbild – nicht der Gesellschaft, nicht des eigenen Skeletts. Sie sind ohne Grund. Sie sind geschrieben von einem, „dessen Seele wäre voll siebenfaltigen Wahnsinns, der, nachdem er seine Kleider an der Sonne aufgehängt hat, zur Stunde des Regens greinen wollte“ – wie sein Lieblingsvers des Predigers Salomo lautete. „Die siebenjährigen Dichter“ nennt der gerade doppelt so alte Rimbaud ein Gedicht, das die Sonne zuhängt mit „kolikstinkigen Kleidern“:

Wenn, vom Geruch des Tags gewaschen, winterrein,
Der Garten hinterm Haus erglomm im Mondenschein,
Lag er an einer Mauer, tief im Kies gekauert,
In wirren Augen wühlend, seherisch durchschauert.
Vom Krabbeln räudigen Spaliers hört’ er den Laut,
Hilf Gott! Nur solche Kinder waren ihm vertraut,
Die elend, aus den Augen triefend, ohne Mütze,
Die magern gelben Finger schwarz vom Schlamm der Pfütze
In kolikstinkigen Kleidern bergend, schon bejahrt,
Sich unterhielten in der Blöden sanftes Art.
Und wenn, erschreckt, die Mutter es ertappt zu Zeiten
Bei so unsaubrem Mitleid, warf die tiefen Zärtlichkeiten
Das Kind auf dies Erstaunen, das ihm – ach – genügt:
Ihr saß im Auge jener blaue Blick, – der lügt!

[…]
Und wie er sich erlabte an den dunklen Dingen,
Wenn in dem kahlen Raum, vor dem die Läden hingen,
So hoch und blau, von bittrer Feuchtigkeit so naß,
Romane er sich immer neu ersann und las
Von schweren gelben Himmeln, überschwemmten Wäldern,
Fleischblumen, breit entfaltet in den Sternenfeldern,
– Rauschtaumel, Flucht, Erbarmen, Trümmerstatt! –
Und während draußen, unten, das Geräusch der Stadt
Erscholl, lag er allein auf ungebleichtem Linnen,
Das Segel ahnend in den heiß erregten Sinnen.

Dieses Gedicht ist nicht nur unheimlich im Sinne von Rimbauds Satz „wenn das Blech als Trompete geformt wird, es sich nicht dabei anstrengt“; weil es ja die Frage unbeantwortet läßt, wer es denn entstehen läßt: die Trompete, ihren Klang. Das Gedicht ist auch unheimlich, weil es sich einer Art Programm verdankt, dem Entwurf einer eigenen Ästhetik, die der Siebenjährige sich selber gibt:

Das erste, was der Mensch erarbeiten muß, der Dichter sein will, ist die volle Kenntnis des Eigenen; er sucht seiner Seele nach, gewinnt Einblicke in sie, versucht sie, macht sich die Erfahrung ihres Wesens zu eigen. Sobald er um sie weiß, muß er sie aufbilden! Das scheint einfach; in jedem Kopf vollzieht sich eine natürliche Entfaltung; daher erklären sich soviel Egoisten zu Autoren; es gibt viele andere, die ihren geistigen Fortschritt sich selbst zuschreiben! – Aber es handelt sich darum, die Seele ungeheuerlich zu machen: nach Art der Kinderhändler, was! Stellen Sie sich einen Menschen vor, der sich Warzen ins Gesicht pflanzt und großzüchtet.
Ich sage, daß es nottut, Seher zu sein, sich
sehend zu machen.
Der Dichter macht sich sehend durch eine lange, gewaltige und überlegte
Entregelung aller Sinne. Alle Formen von Liebe, Leiden, Wahnsinn; er sucht sich selbst, er erschöpft alle Giftwirkungen in sich, um nur den innersten Kern davon zu bewahren. Unsägliche Qual, wo er des vollen Vertrauens, der gesammelten übermenschlichen Kraft bedarf, wo er unter allen der große Kranke, der große Gesetzbrecher, der große Verdammte wird, – und der höchste Wissende! – Denn er kommt an beim Unbekannten!

Dieses Programm wurde wahrlich eingehalten.
Rimbauds Leben ist Zickzack, Wirrnis, Wildheit; sein erster Besuch in einem Pariser Bürgerhaus wird so beschrieben:

Rimbaud war zu jener Zeit gerade im Wachsen und sein alter Anzug vom vorigen Jahr war ihm viel zu klein geworden. Die Ärmel ließen seine knochigen Handgelenke frei, und die Hosen – die bewußten schieferblauen Hosen – reichten nicht bis auf die groben baumwollenen Socken, die seine Mutter ihm gestrickt hatte. Er war obendrein entsetzlich schmutzig und ungepflegt. Sein Haar sträubte sich wild empor, als hätte es nie eine Bürste gesehen, und seine Krawatte sah aus wie ein um den Hals geschlungener Strick. Das Schlimmste von allem aber war, daß er ohne jedes Gepäck gekommen war, ohne Zahnbürste, ohne Haarbürste, ja, ohne ein Hemd zum Wechseln.

Er beleidigte Gastgeber und Gäste, schwieg, rauchte bei Tisch seine Pfeife und knallte dem hoffnungslos in ihn vernarrten Verlaine bei einer ihrer zahlreichen Reisen, Fluchten, Zänkereien und Zwistigkeiten wegen der Familie des Älteren auf dessen verzagtes „Und meine Frau?“ ein brutales „Was geht mich deine Frau an?“ entgegen. Rimbaud störte nicht der Skandal einer homosexuellen Beziehung, nicht das Geld, das er von Verlaine nahm (eher dessen gezierte Schwächlichkeiten) und nicht, wenn er hinausflog – dann verkaufte er Schlüsselringe auf den Straßen von Paris (im Frühjahr 1876 wurde der in den Straßen Wiens Bettelnde von der österreichischen Polizei wegen Landstreicherei verhaftet und ausgewiesen.) Er war sein eigenes Gesetz, er tat stets bedingungslos, was er wollte; und wenn seine Mutter sich weigerte, ein Klavier zu mieten, schnitzte er sich die Tastatur aus dem Eßzimmertisch heraus. Und er schrieb die unerhörtesten, rätselhaftesten Gedichte, nicht nur „Le Bateau ivre“, sein längstes – vielleicht bedeutendstes –, das der gerade Zwanzigjährige kurz vor seiner Abreise nach Paris zum ersten Treffen mit Verlaine verfaßte, ohne je das Meer gesehen zu haben, und in dem er in bis dahin unbekannte Bereiche des Phantastischen wie Surrealen vordrang:

Ich folgte Monde lang den Wogen, wie sie spien,
Hysterischer Stierwut gleich, die an die Klippen sprang,
Nicht ahnend, daß der leuchtende Fuß der Marien
Der atemlosen Meere Rachen stets bezwang.
[…]
Die Sümpfe sah ich gären, große Netze, Gründe,
Wo verfault im Geröhr ein ganzer Leviathan,
Die Ferne, donnernd in Katarakte der Schlünde,
Und wirbelnden Wassertanz auf windstillem Plan.

Gletscher, Silbersonnen, Perlfluten, Himmelsessen,
Scheußliche Trümmer tief in dunkler Golfe Nest,
Wo Riesenschlangen fallen, von Wanzen zerfressen,
Mit schwarzen Düften aus krummer Bäume Geäst.

Ein letzter Verweis auf Brecht soll die unerhörte Modernität verdeutlichen, die hier gewagt wurde; nicht nur dessen frühes Gedicht „Das Schiff“ aus der Hauspostille verdankt sich in Bildsprache und Rhythmus dem verehrten Vorbild, auch die „Ballade von den Abenteurern“ ist mit ihrer wilden Melodik Rimbaud nachempfunden:

Von Sonne krank und ganz von Regen zerfressen
Geraubten Lorbeer im zerrauften Haar
Hat er seine ganze Jugend, nur nicht ihre Träume vergessen
Lange das Dach, nie den Himmel, der drüber war.

O ihr, die ihr aus Himmel und Hölle vertrieben
Ihr Mörder, denen viel Leides geschah
Warum seid ihr nicht im Schoß eurer Mütter geblieben
Wo es stille war und man schlief und war da?

Er aber sucht noch in absinthenen Meeren
Wenn ihn schon seine Mutter vergißt
Grinsend und fluchend und zuweilen nicht ohne Zähren
Immer das Land, wo es besser zu leben ist.

Schlendernd durch Höllen und gepeitscht durch Paradiese
Still und grinsend, vergehenden Gesichts
Träumt er gelegentlich von einer kleinen Wiese
Mit blauem Himmel drüber und sonst nichts.

Es ist spannend an der Rimbaud-Biographie von Enid Starkie, die Interpretationen durchaus nicht scheut, wenn auf die innere Einheit von Rimbauds „Illuminations“ und der (vermutlich später geschriebenen, die Manuskript- und Datenlage ist nicht ganz klar) „Saison en Enfer“ eingegangen wird. Starkie nennt nicht nur die „Illuminations“ „ein merkwürdig einsames Gedicht“ und weist zugleich auf die Zeile „Pas même un Compagnon“ aus „Zeit in der Hölle“ hin; sondern er rückt auch die tiefe Religiosität Rimbauds in diesen Zusammenhang, die sein gesamtes Werk prägt, mochte dieser auch weder Gottes demütiger Diener noch sein geduldiger Packesel sein. Religiosität – ganz im Sinne des großen Vorbilds Baudelaire; den hatte er den „ersten Sehenden, König der Dichter, ein[en] wahre[n] Gott“ genannt – war für Rimbaud auch Fluch:

Er hatte die leidenschaftliche Inbrunst der heiligen Therese. In seiner Kindheit, ehe er selbständig nachdachte, war er ein frommer Katholik gewesen, aber später wandte er sich gegen Gott, weil der einzige Gott, den er kannte, der Gott der Bourgeoisie, der Gott des Kapitalismus war, der Gott, der ewig forderte und mehr ein heidnischer, Fleisch und Blut schmatzender Götze als ein wirklicher Gott zu sein schien.

Das ist der Riß. Und deswegen ist Enid Starkies Vermutung bedenkenswert, ob hinter dem Titel „Illuminations“ nicht auch Rimbauds Interesse für die „Illuminaten“ steckt; schließlich war bereits ein Jahrhundert zuvor Goethe (einen Tag nach seinem Herzog) im Februar 1783 dem aufklärerischen Illuminatenorden beigetreten, hatte gar schriftlich ein Schweigegelöbnis abgelegt. Die aufklärerischen Geheimorden – bis hinein in ihre verschwörerischen Rituale und Exzerzitien – waren auf das Diesseits gerichtete Religion, irdische Glücksverheißung. (Im 20. Jahrhundert war das die kommunistische Gläubigkeit.) Diese Kluft zwischen Glück und Sünde, Sehnsucht und Unerfüllbarkeit prägte Rimbauds „Zeit in der Hölle“ am radikalsten, nicht nur, weil das Brüsseler Drama dem unmittelbar vorausgegangen war: Die „Höllengefährten“ Verlaine und Rimbaud, inzwischen mehr verliebt in den Haß aufeinander und doch trotz drohender wie bettelnder Briefe einander verbunden, hatten sich in einer Art Genetscher Ekel-Faszination so aneinandergekettet, daß sie sich nurmehr Wunden rieben, zumal der zehn Jahre jüngere Rimbaud frei sein und die Umklammerung des ihm unangenehmen schwachen, sabbernden, schwankenden, meist betrunkenen Verlaine fliehen wollte. Anläßlich eines Sommeraufenthalts 1873 in Brüssel schoß Verlaine auf Rimbaud und verwundete ihn. Am Nachmittag des 10. Juli wurde er verhaftet und anschließend zu zwei Jahren Zwangsarbeit und einer Geldstrafe verurteilt.
Das sind die dürren Fakten. Doch dahinter verbirgt sich ein existentieller Abgrund; eine biographische Variante des „Ästhetik-Credos ,Ich ist ein anderer‘“: auch der junge Mann namens Jean Nicolas Arthur Rimbaud war niemals nur einer. Die Affäre Verlaine – oder mit Verlaine – führt uns einen mal schwul Verkicherten, mal ernst Liebenden vor, einen berechnenden Knaben, der sich bezahlen läßt, und einen großmütig Verzeihenden. Als kenne Geschichte keine Zufälle, ist eines seiner kleinen Billette, genauer gesagt, eine Zeitungsannonce, in der „ein Pariser mit bedeutenden Kenntnissen in Literatur und Sprache, ausgezeichneter Konversation“ sich als Sprachlehrer empfiehlt, datiert Reading, November 1874 – also an jenem Ort, an dem dann 1895 Oscar Wilde wegen seiner Beziehung zu Lord Douglas ins Zuchthaus mußte.
Rimbauds Beziehung zu dem älteren, berühmteren, verheirateten Verlaine hat durchaus etwas von dem Parfum, gemischt aus Bewunderung, Haß, Vernichtungstrieb. Rimbaud mußte zerstören, was er liebte – sehr bald das eigene Werk, schließlich sich selber. Ganz gewiß Verlaine, mit dem er zwischen Paris, Brüssel und London herumirrte, den er mit (für damalige Zeiten) ganz unerhörten Worten wie „Scheißparis“ schockierte oder durch flegelhaftes Benehmen im Salon von Madame Verlaine blamierte – ob er sich nun bei Tisch eine Pfeife anzündete oder ein seiner Meinung nach verschimmeltes Bild abhängte. Er war tatsächlich ein „Strolch“, wie Benjamin Fondane ihn nennt.
Es waren die Jahre, in denen das Genie Arthur Rimbaud geboren wurde – und es waren zugleich Jahre einer Stricher-Existenz. Nicht zufällig hat sich da einer den Namen „Ohneherz“ gegeben, den Peter Weiss in einem kleinen Tableau sich ekeln läßt – „Daß ich aus deren Bauch gekommen bin, aus deren Fotze rausgefallen, daß mich deren Zitzen säugten, das kann nur der Abgefeimteste, nur der schmierigste Verräter kann das behaupten. Denn so wie kein Schwanz für mich da war, aus dem ich strudelnd ins Ei geriet, so ist auch keine Welt da, die so einen wie mich aufnehmen würde“ – und dem Hubert Fichte Weinerlichkeit und Maß, Überheblichkeit und Anbiederei, Machismo und Tuntentum attestiert:

Von geradezu tuntenhafter Bewunderung der brutalen Kraft: – … der Schlingel aus der Schmiede mit den enormen Schultern – Le bras sur un marteau gigantesque, effrayant… Der Schmied hatte also einen erschreckenden, gigantischen Hammer. Das wird später Kunst am Bau und Françoise Sagan. Nichts ist gefährlicher, als wenn ein Dècadent volkstümelnd unter sein Niveau geht.

Manche der Briefe Rimbauds an Verlaine haben etwas Quietschendes, den unangenehmen Ton einer ondulierten Seele; sie lesen sich, als seien sie nicht mit Tinte, sondern mit Aqua di Selva geschrieben:

Komm wieder, komm zurück, lieber Freund, einziger Freund, komm. Ich schwöre Dir, daß ich anständig sein werde. Wenn ich widerwärtig gegen Dich war, so war das ein Ulk, den ich mir in den Kopf gesetzt hatte; das reut mich mehr als sich sagen läßt. Komm zurück, es wird vollkommen vergessen sein. Was für ein Unglück, daß Du diesen Spaß ernst genommen hast. Es sind schon zwei Tage, daß ich nicht aufhöre zu klagen. Komm zurück. Sei tapfer, lieber Freund. Nichts ist verloren. Du hast nur die Reise noch einmal zu machen. Wir werden hier aufs neue sehr mutig und geduldig zusammensein.
Ah! ich flehe Dich darum an. Außerdem ist es zu Deinem Wohle. Komm zurück, Deine Angelegenheiten findest Du alle wieder. Ich hoffe, Du siehst jetzt genau, daß nichts Wahres an unserem Streit war. Dieser schreckliche Augenblick! Du aber, als ich Dir Zeichen machte, das Schiff zu verlassen, warum kamst Du nicht? Zwei Jahre sind wir zusammengewesen und das Ergebnis ist solch eine Stunde! Was hast Du vor? Wenn Du nicht hierher zurückkehren willst, möchtest Du, daß ich Dich dort aufsuche, wo Du bist?

Ja, ich bin es, der im Unrecht war.
Oh! sag, Du vergißt mich nicht?
Nein, Du kannst mich nicht vergessen.
Ich, ich habe Dich immer hier.
Sage, antworte Deinem Freund, sollen wir nicht
mehr zusammen leben.
Sei tapfer. Antworte mir rasch.
Ich kann hier nicht länger bleiben.
Hör nur auf Dein gutes Herz.
Schnell, sag, ob ich Dich wiedertreffen soll.

aaaaaaaaaaFürs ganze Leben der Deine.              Rimbaud

Ein gemeinsamer Freund hatte das Holz überliefert, aus dem diese Laubsägearbeit gefertigt wurde:

Zu wiederholten Malen hat mir Verlaine das Folgende erzählt. Er und Rimbaud bewohnten zusammen ein bescheidenes Zimmer in London. Verlaine hatte etwas Geld und alle beide gaben Sprachunterricht. Rimbauds Teil waren mehr die Arbeiten im Haus und Verlaine machte die Besorgungen. Eines Morgens, da dieser auf dem Markt fürs Frühstück einkaufen gegangen war, kam er die Straße wieder herauf, die zum gemeinsamen Quartier führte, und hielt in der einen Hand eine in Zeitungspapier eingeschlagene Makrele. Rimbaud, im Fenster, lachte laut los, sobald er ihn bemerkt hatte, und empfing ihn mit großem Spott:
„Mein armer Alter, wie besch… Du aussiehst mit Deiner Makrele! Wie komisch Du die hältst…“ usw. Verlaine, der seit einiger Zeit Rimbaud zu verlassen plante, um seiner Frau wieder näherzukommen, auch gequält von den Neckereien seines Gefährten, ergriff diesen Vorwand und rief, indem er die Makrele Rimbaud an den Kopf warf: „Meinetwegen! Trag Du sie! Ich habe genug davon, ich gehe.“
Und auf der Stelle packte er seine Koffer, wobei er den größten Teil von Rimbauds Kleidung mitnahm, die von Verlaine geschenkt und bezahlt war. Als Rimbaud sah, daß der Entschluß seines Freundes feststand, bat er ihn zu bleiben und sagte ihm, daß er ohne einen Pfennig Geldes sei und daß er nicht wisse, wie aus der Sache herauskommen. Verlaine blieb unerschütterlich.

Das recht hysterische Hin und Her von Briefen, „auf See“ datiert, Ankünften, Abreisen und erneutem Zusammentreffen endete schließlich in jenem Brüsseler Debakel, das aktenkundig wurde. Rimbauds Aussage vor dem Untersuchungsrichter trägt das Datum „Brüssel, 12. Juli 1873“:

Ich habe vor ungefähr zwei Jahren in Paris die Bekanntschaft Verlaine’s gemacht. Letztes Jahr, als er Meinungsverschiedenheiten mit seiner Frau und ihrer Familie gehabt hatte, schlug er mir vor, mit ihm ins Ausland zu gehen. Unseren Lebensunterhalt mußten wir auf diese oder jene Weise erwerben, denn ich habe kein eigenes Vermögen, und Verlaine hat nur den Ertrag seiner Arbeit und etwas Geld, das ihm seine Mutter gibt. Wir kamen im Juli des vergangenen Jahres zusammen nach Brüssel. Wir haben uns hier ungefähr zwei Monate aufgehalten; da wir sahen, daß es für uns in dieser Stadt nichts zu tun gab, sind wir nach London gegangen. Dort haben wir bis in die letzte Zeit zusammen gelebt, teilten das Quartier und taten alles gemeinsam.
Im Verlauf einer Auseinandersetzung, die wir Anfang letzter Woche hatten, einer Auseinandersetzung, entstanden aus Vorwürfen, die ich ihm wegen seiner Trägheit und seines Verhaltens gegenüber Personen unserer Bekanntschaft machte, verließ mich Verlaine beinahe überstürzt, sogar ohne mir den Ort anzugeben, wohin er sich begab. Ich nahm allerdings an, daß er nach Brüssel ginge oder dort durchreiste, denn er hatte das Schiff nach Antwerpen genommen. Ich bekam dann von ihm einen Brief, „auf See“ datiert, den ich Ihnen vorlegen werde, in dem er mir mitteilte, daß er seine Frau zu sich zurückrufen werde und daß er sich töten würde, wenn sie seinem Ruf nicht in drei Tagen nachkäme.

In Verlaines Brief vom 3. Juli 1873 heißt es:

Nur, da ich Dich über alle Maßen liebte (Honni soit qui mal y pense!), lege ich Wert darauf, Dir klar zu sagen, daß, wenn ich von jetzt an in drei Tagen nicht mit meiner Frau wieder versöhnt bin, in tadelloser Verständigung, ich mir einen ins Maul brenne. Drei Tage Hotel, ein rivolvita (Revolver), das kostet einiges: daher rührt meine Knauserigkeit letzthin. Du müßtest mir vergeben.
Wenn ich, wie es nur zu wahr ist, diesen letzten Scheißdreck mache, werde ich ihn wenigstens als braves Arschloch tun. – Mein letzter Gedanke, mein Freund, wird Dir gelten, Dir, der Du mich vorhin vom Pier aus riefst, und mit dem ich nicht wieder zusammenkommen wollte,
weil es nötig war, daß ich abkratzte, – ENDLICH!
Willst Du, daß ich Dich im Verrecken umarme?

In Rimbauds Aussage vor dem Untersuchungsrichter heißt es dann weiter:

Er sagte mir auch, ich solle ihm postlagernd nach Brüssel schreiben. Danach schrieb ich ihm zwei Briefe, in denen ich ihn bat, nach London zurückzukommen oder einzuwilligen, daß ich in Brüssel wieder mit ihm zusammenkäme.

In einem anderen Brief, London, 5. Juli 1873, schreibt Rimbaud an Verlaine:

Das einzig wesentliche Wort ist: komm zurück, ich will mit Dir zusammensein, ich liebe Dich. Wenn Du das hörst, wirst Du Mut und einen aufrichtigen Sinn erkennen lassen.
Anderenfalls beklage ich Dich.
Aber ich liebe Dich, ich umarme Dich und wir werden uns wiedersehen.
Rimbaud

Vor dem Untersuchungsrichter fährt Rimbaud dann fort:

Daraufhin hat er mir ein Telegramm geschickt, hierherzukommen, nach Brüssel. Ich wünschte uns wieder zusammenzubringen, denn wir hatten gar keinen Grund, uns zu trennen.
Also verließ ich London. Dienstag morgen kam ich in Brüssel an und traf mit Verlaine zusammen. Seine Mutter war bei ihm. Er hatte keinerlei bestimmten Plan. In Brüssel wollte er nicht bleiben, weil er fürchtete, daß es in dieser Stadt nichts zu tun gäbe; ich meinerseits wollte nicht einwilligen, nach London zurückzugehen, wie er es mir vorschlug, weil unser Fortgang eine zu unangenehme Wirkung auf die Meinung unserer Freunde gehabt haben mußte, und ich beschloß, nach Paris zurückzukehren. Bald ließ Verlaine die Absicht erkennen, mich dorthin zu begleiten, um, wie er sagte, über seine Frau und seine Schwiegereltern ein Strafgericht ergehen zu lassen; bald lehnte er es ab, mitzugehen, weil Paris ihm zu traurige Erinnerungen heraufriefe. Er war in einem Zustande höchster Erregtheit. Indessen drang er bei mir sehr darauf, daß ich bei ihm bliebe: bald war er verzweifelt, bald geriet er in Raserei. Seine Gedanken waren völlig zusammenhanglos. Mittwoch abend trank er maßlos und berauschte sich. Donnerstag morgen ging er um sechs Uhr aus. Er kam erst gegen Mittag zurück; wieder war er betrunken, er zeigte mir eine Pistole, die er gekauft hatte, und als ich ihn fragte, was er damit tun wollte, sagte er im Spaß: „Das ist für dich, für mich, für alle!“ Er war sehr überreizt.
Während wir zusammen in unserem Zimmer waren, ging er noch mehrmals hinunter, um Schnäpse zu trinken. Dauernd wollte er mich daran hindern, meiner Absicht zur Rückkehr nach Paris zu folgen. Ich blieb unerschütterlich. Ich bat sogar seine Mutter um Geld für die Reise. In einem passenden Augenblick schloß er dann die auf den Flur gehende Zimmertür mit dem Schlüssel ab und setzte sich mit dem Stuhl davor. Ich stand mit dem Rücken an der gegenüberliegenden Wand. Er sagte dann zu mir: „Das ist für dich, 
weil du weggehst!“ oder etwas in diesem Sinne, richtete seine Pistole auf mich und feuerte einen Schuß auf mich ab, der mich am linken Handgelenk traf. Dem ersten Schuß folgte beinahe augenblicklich ein zweiter, aber diesmal war die Waffe nicht mehr auf mich gerichtet, sondern zu Boden gesenkt.
Verlaine drückte sogleich die lebhafteste Verzweiflung über seine Tat aus. Er stürzte in das anstoßende Zimmer, das seine Mutter bewohnte, und warf sich aufs Bett. Er war wie verrückt: er drückte mir seine Pistole in die Hand und forderte mich auf, sie an seiner Schläfe abzudrücken. Sein Verhalten sprach einen tiefen Kummer aus um das, was ihn überkommen hatte.
Gegen fünf Uhr abends begleiteten seine Mutter und er mich hierher, um mich verbinden zu lassen. Wieder im Hotel, schlugen Verlaine und seine Mutter mir vor, bei ihnen zu bleiben, um mich zu pflegen oder bis zur vollen Heilung ins Krankenhaus zurückzukehren. Die Verletzung schien mir nicht schwer zu sein, und ich erklärte meine Absicht, noch am selben Abend nach Frankreich zu meiner Mutter zu fahren, nach Charleville.
Diese Eröffnung stürzte Verlaine von neuem in Verzweiflung. Seine Mutter gab mir zwanzig Franken für die Reise, und sie gingen mit mir fort, um mich an den Südbahnhof zu begleiten. Verlaine war wie verrückt. Er setzte alles in Bewegung, um mich zurückzuhalten, außerdem hatte er ständig die Hand in der Rocktasche, wo seine Pistole war. Als wir zur Place Rouppe kamen, ging er uns ein paar Schritte voraus und kam dann wieder auf mich zu. Seine Haltung ließ mich fürchten, daß er sich zu neuen Maßlosigkeiten hinreißen lassen würde. Ich machte kehrt und ergriff schnellen Schrittes die Flucht. Dann habe ich einen Polizisten gebeten, ihn festzunehmen.
Die Kugel, die mich an der Hand traf, ist noch nicht entfernt: der hiesige Arzt sagte mir, daß es erst in zwei oder drei Tagen gemacht werden könne. 

Frage. – Wovon lebten Sie in London?
Antwort. – Hauptsächlich von dem Geld, das Madame Verlaine ihrem Sohn schickte. Wir hatten auch französische Unterrichtstunden, die wir gemeinsam gaben, aber diese Stunden brachten uns nicht viel ein, zwölf Franken die Woche zum Schluß.
Frage. – Kennen Sie den Grund der Meinungsverschiedenheiten zwischen Verlaine und seiner Frau?
Antwort. – Verlaine wollte nicht, daß seine Frau weiterhin bei ihrem Vater wohnte.
Frage. – Beruft sie sich nicht als Grund zur Beschwerde auch auf Ihre enge Freundschaft mit Verlaine?
Antwort. – Jawohl, sie klagt uns sogar unmoralischer Beziehungen an, aber es ist mir nicht der Mühe wert, dergleichen Verleumdungen zu widerlegen.

(Unterschriften)

Der Gerechtigkeit willen bleibt nachzutragen, daß Rimbaud Schaden von dem Freund abzuwenden suchte. Schon eine Woche nach dieser Aussage unterschrieb er eine Verzichtserklärung, in der es heißt:

Ich erkläre ferner, daß ich ihm gern anbiete und darein willige, von jeder strafrechtlichen, polizeigerichtlichen und zivilrechtlichen Verfolgung voll und ganz Abstand zu nehmen, und verzichte von heute ab auf die Vorteile aus jeglichem Verfahren, das von der Staatsanwaltschaft gegen Herrn Verlaine eingeleitet werden würde oder könnte, für den Vorgang, um den es sich handelt.
Rimbaud

Im August desselben Jahres beendete Rimbaud die „Saison en Enfer“:

Die drei wichtigen Leitmotive in „Une Saison en Enfer“ sind das Problem der Sünde, das Problem Gottes – Rimbauds persönliches Bedürfnis, an Gott zu glauben – und schließlich das Problem des Lebens, das heißt, das Leben so zu nehmen und zu ertragen, wie es ist. […] Rimbaud hatte früher geglaubt, sich mit seiner Kunst die Pforten des Jenseits geöffnet zu haben, nun aber entdeckte er, daß er nicht in den Himmel, sondern in die Hölle gelangt war. Es war wirklich ein Aufenthalt in der Hölle gewesen. Sein Stolz und seine Anmaßung hatten ihn so weit gebracht und ihn in den tiefsten Stand der Sünde versetzt. Dadurch stieß er nun auf das Problem des Bösen. Was war die Sünde, und existierte sie wirklich? Noch als er die „Illuminations“ schrieb, hatte er gedacht, daß man den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen niederhauen könne. […] Einer der Hauptgründe, die ihn veranlaßten, „Une Saison en Enfer“ zu beginnen, war die Absicht gewesen, ein für allemal das Problem dieses Kampfes zwischen Gut und Böse zu lösen.

Es war der Höhepunkt seiner poetischen Arbeit – und es war sein Abschied von der Poesie; die beiden letzten Abschnitte tragen die Überschrift „Matin“ und „Adieu“, darin findet sich eine der schönsten Stellen des gesamten Zyklus. Sie ist prophetisch in ihrer leeren, nur mehr vom Zufall gefüllten Hoffnung:

Ich kann nicht mehr sprechen.

Doch heute, glaube ich, bin ich zu Ende mit der Erzählung meiner Hölle. Es war wirklich die Hölle; die alte Hölle, deren Pforten des Menschen Sohn geöffnet hat.
Aus derselben Wüste, in derselben Nacht, immer erwachen meine müden Augen, wenn der Silberstern aufgeht, immer wieder, ohne daß es die Könige des Lebens rührt, die drei Magier, das Herz, die Seele, der Geist. Wann werde ich, über alle Gestade und Berge hinweg, die Geburt der neuen Arbeit grüßen, die neue Weisheit, die Flucht der Tyrannen und Dämonen, das Ende des Aberglaubens und anbeten – als erster! – Weihnachten auf Erden?

Deutlich haben wir es zu tun mit religiösem Vokabular – Menschensohn und Könige des Lebens und Weihnachten auf Erden. Selbst das Hauptwort Hölle ist Teil christlicher Vorstellungswelt, einem Heiden nicht vorstellbar. So will das ganze Poem gelesen werden als Epiphanie, als eine andere Wehklage Fausts: des aus der Gnade gefallenen Sünders, der die Welt durchraste, um ihr Firmament einzureißen, das Feuer der Sterne zu stehlen; Sternschnuppe selber im Schepperklang „magischer Spitzfindigkeiten“, wie Rimbaud jetzt seine „Halluzination der Worte“ nennt. Eine gigantische poetische Selbstgeißelung, die mit der Geste der Verwerfung beginnt:

Ich brachte es fertig, in meiner Seele jede menschliche Hoffnung schwinden zu lassen. Auf jede Freude, um sie zu erdrosseln, habe ich den dumpfen Sprung des Raubtiers gemacht.
Ich habe die Henker gerufen, nur, weil ich im Tode in die Kolben ihrer Gewehre beißen wollte. Ich habe die Geißeln herbeigerufen, um mich zu ersticken mit dem Sand, dem Blut. Das Unglück ist mein Gott gewesen. Ich habe mich ausgestreckt in den Schlamm. Ich habe mich getrocknet in der Luft des Verbrechens. Und ich habe dem Wahnsinn schöne Streiche gespielt.
Und der Frühling hat mir das schreckliche Lachen des Blöden gebracht.

Das Grandiose dieser anti-literarischen Litanei, in der Rimbaud sich immer wieder wie Brandmale „meine Schwarzkunst der Worte“ oder „poetischen Trödelkram“ einätzt, ist: Sie wurde Literatur. Ein Vorgang magischer Dialektik. Wie das Laster Reinheit hervorbringen kann, das Verbrechen Schönheit und die Gotteslästerung den Glauben – so hat in diesem Höllengesang, in dessen Glut die Wörter verkohlen sollten, eine geheimnisvolle Alchemie aus den vermengten Silben neue Töne entstehen lassen:

Ich erfand die Farbe der Vokale! A schwarz, E weiß, I rot, O blau, U grün. – Ich bestimmte Form und Bewegung jedes Konsonanten, und mit Hilfe triebhafter Rhythmen schmeichelte ich mir eine poetische Sprache zu erfinden, die, früher oder später, allen Sinnen zugänglich sein würde. Die Übersetzung sparte ich einstweilen auf.
Das war zunächst nur Übung. Ich schrieb das Schweigen, die Nächte, ich zeichnete das Unaussprechliche auf. Ich hielt den Taumel fest.

Rimbaud begrüßt den Riß seiner Existenz – „Durch den Geist geht man ein zu Gott! Herzzerreißendes Unglück!“ –, und er wirft mit alttestamentarischer Rachegebärde Steine auf sein Grab, in dem er noch gar nicht liegt:

Ich wurde eine Märchenoper: Ich sah, daß allen Wesen ihr Glück vom Verhängnis bestimmt wird. […] Moral ist Gehirnschwäche.

Er rezensiert sich gar selber, im Ton Heinescher Zurücknahme:

Mein Wesen wurde verbittert. Ich sagte der Welt Lebewohl in romanzenartigen Gedichten.

Doch all das, Ekel, Hohn, stummer Schrei und Gottesmord führen zu einer wundersamen literarischen Auferstehung. Es entstand der Gesang vom versehrten Ich, der nie verwehte:

Wem soll ich mich verdingen? Welches Tier soll ich anbeten? An welchem Heiligenbilde mich vergreifen? Welche Herzen soll ich zerbrechen? An welche Lüge soll ich mich halten? – In welchem Blute waten?

Der Rauch aus dem machtvollen Autodafé des neunzehnjährigen Dichters, der von sich sagt: „Ich müßte meine eigene Hölle haben für den Zorn, meine Hölle für den Hochmut, – und die Hölle der Zärtlichkeit; ein ganzes Konzert von Höllen“, und der von nun an schweigen wird, der Rauch dieser Riesenhöllenfackel malt ewige Zeichen in den Himmel.
Sorgfältig überwachte Rimbaud den Druck des Buches, fuhr im Oktober 1873 nach Brüssel, um die Exemplare abzuholen, gab ein Verlaine gewidmetes im Gefängnis von Petits Carmes ab und kehrte zu Fuß nach Charleville zurück. Am Tage nach Allerseelen türmte er dort einen Scheiterhaufen auf und verbrannte alle seine Manuskripte. Die gesamte Auflage von „Saison en Enfer“ (mit Ausnahme der Freiexemplare) wurde, unverkauft und unbezahlt, 1901 auf dem Speicher der Druckerei gefunden. Es folgen fluchtartige Wanderjahre in bitterer Armut; wenn er – ob aus Zypern oder Wien – nach Hause zurückkehrte, mußte er zu dem Pony in den Stall kriechen, um warm zu werden. Im Oktober 1879 wurde Rimbaud fünfundzwanzig. Er war ein anderer. Geschichte, Musik, Literatur interessierten ihn nicht mehr, so wenig wie Alkohol oder andere Rauschmittel. Als ein Freund ihn im Café an der Place Ducale fragte: „Und wie steht es mit der Literatur?“, antwortete er mürrisch: „Ach, daran denke ich jetzt nicht mehr.“ Spät abends verließ er die Runde; keiner der Anwesenden hat ihn je wiedergesehen.
Die letzten zwölf Jahre seiner Biographie lesen sich wie eine Mischung aus dem Roman eines gescheiterten Hochstaplers und Karl May, Orte der Handlung: Zypern, Somalia, Abessinien. Mal ist er der fieberkranke Buchhalter eines Kaffeexporteurs, mal der mit einer schönen Abessinierin lebende Kaffeeschmuggler, mal wohl auch nach Geld jagender Sklavenhändler, sehr gelegentlich – und meist abgewiesener – Mitarbeiter der Pariser Societé de Géographie oder von Temps und Figaro. Übrigens ist die Fama von der schönen Abessinierin ungesichert. Während einer seiner Geschäftspartner in Aden, Rimbaud hatte vorher bei ihm gewohnt, schrieb:

Ich weiß nichts von den Gefühlen, die Rimbaud für diese Frau hegte. Ich weiß, daß er gut zu ihr war, und er bat die (europäische) Hausgehilfin meiner Frau, ihr etwas Unterricht in Näharbeiten zu geben. Einige Tage, bevor er nach Tadschura ging, wurde die Frau, der er etwas Geld gab, in anständiger Form nach Hause geschickt.

Aus einem Brief der Hausgehilfin:

Ich ging fast jeden Sonntag nach dem Essen zu Herrn Rimbaud. Ich war wohl die einzige Person, die er empfing. Er sprach sehr wenig. Er schien mir zu dieser Frau sehr gut zu sein. Er wollte sie bilden… Er schrieb viel… all seine Bücher und Papiere waren bei Pater François in Verwahrung gegeben.

gibt Rimbaud selber sich eher kühl-unbeteiligt:

Entschuldigen Sie bitte, aber diese Frau habe ich ohne mich erweichen zu lassen, heimgeschickt.
Ich habe ihr ein paar Taler gegeben, und sie ging weg, um sich auf dem Küstenfrachter einzuschiffen, der von Rasali nach Obock geht, von wo sie hingehen kann, wohin sie will. Diese groteske Figur habe ich lange genug vor mir gehabt. Ich wäre nicht so dumm gewesen, sie von Schoa hierher zu bringen, ich werde es auch nicht sein, mich damit zu befassen, sie dorthin zurückzuschaffen.
Ganz Ihr Rimbaud

Dieser Brief ging an den Journalisten Franzoj, ein profunder Kenner der französischen wie lateinischen Literatur – er las zum Beispiel die schwierigsten Texte von Horaz –, mit dem Rimbaud befreundet war und mit dem er lange literarische Diskussionen über die Romantiker oder die Décadents führte. Auch hier setzt wieder das Vexierspiel der Quellen, Zeugnisse und Bekundungen von Zeitgenossen ein: das Bild Rimbauds in seinen afrikanischen Jahren gleicht einem Puzzle, das man nach Belieben so oder auch ganz anders zusammensetzen kann. Er wird geschildert als groß, gutaussehend, hager, europäisch gekleidet in bequemer Jacke und mit einem kleinen Käppchen, das graues Schläfenhaar freiließ, ein meist schweigsamer eleganter Mann, der „die Anständigkeit und Redlichkeit selber war“.
Es heißt, beim Streit von Kaufleuten in Djibouti habe man stets seine Gewichte geholt; es waren die einzig Zuverlässigen an der ganzen Küste. Zugleich lesen wir von seiner Raubgier und Gewinnsucht, von einem mageren Mann mit schlohweißem Haar und einem groben Gesicht von abstoßender Häßlichkeit, aus dessen zerfurchter, schwarzbrauner Haut fieberfunkelnde Augen hervorstachen:

[…] Alkohol in allen Formen, Tabak, Haschisch, sogar Opium waren ihm vertraut. In Zeiten der Niedergeschlagenheit und des Lebensüberdrusses stumpfte er sich in ausgedehntem Genuß all dieser Drogen ab. Aus diesen Zeiten ,schlechter Laune‘ kam er mitgenommen, zerfahren und verdrossen hervor, er aß kaum, trank aber immer genug. Wenn er an die Küste herunterkam, bestanden seine liebsten Mahlzeiten aus gepfefferten, maßlos gewürzten Gerichten. Er liebte Krabben, Langusten, Krebse auf amerikanische Art, Muscheln, Dorschrogen, Curry-Reis, und auf seinem Tisch stand immer gemahlener roter Pfeffer, den die Abessinier Berberi nennen. […] In bezug auf Frauen bediente Rimbaud sich der Eingeborenen. In Aden hatte er 1884 eine abessinische Frau. Man wußte bei ihm von einer Argoba-Frau, von der er mehrere Kinder bekam, die aber alle verschwunden sind, ohne Spuren oder Erinnerungen zu hinterlassen.

Andere Zeugnisse wiederum berichten von dem zum Mohammedaner Gewordenen, der sich vollkommen in der Tracht der Eingeborenen kleidete – sich gar wie diese zum Urinieren hinhockte –, seine Kameltreiber nicht nur perfekt arabisch befehligte, sondern ihnen den Koran auslegte und sich nur von Wasser und Früchten nährte:

Europäern empfahl er dies als Mittel, in noch unbekannte Gebiete vordringen zu können. Seine Koranauslegungen waren nicht orthodox, was den Zorn von Fanatikern gegen ihn aufregte, die Streit mit ihm suchten und ihn überfallen haben sollen. „Man hat ihn nur deshalb nicht getötet, weil die Mohammedaner Verrückte nicht töten.“ In anderen Fällen scheint seine Koranauslegung seinen Interessen entsprochen haben. Erhalten ist sein Kaufmannssiegel, das eine Koranformel und die Worte: Rimbaud, Diener Allahs aufweist und damit den zeitüblichen Gepflogenheiten der Gegend entspricht.

Seine Schwester Isabell hat bezeugt, seine letzten Worte auf dem Sterbebett seien „Allah! Allah Kerim!“ gewesen, obwohl sie ebenfalls von seiner Bekehrung zum christlichen Gott in letzter Stunde berichtet:

Meine liebe Mama, Gott sei tausendfach gepriesen! Sonntag habe ich das größte Glück erfahren, daß mir in dieser Welt zuteil werden kann. Nicht mehr ein armer, unrettbarer Verworfener wird hier unter meinen Händen sterben: es ist ein Gerechter, ein Heiliger, ein Märtyrer, ein Erwählter!
[…] der eine der Geistlichen kam wieder und schlug ihm vor, zu beichten; und er war einverstanden! Als der Priester herauskam, sagte er zu mir, indem er mich mit ganz verwirrter Miene, mit einem sonderbaren Gesicht anblickte: „Ihr Bruder hat den Glauben, mein Kind, was hatten Sie uns denn gesagt? Er hat den Glauben, und ich habe sogar niemals einen solchen Glauben gesehen!“ Ich, weinend und lachend, ich küßte die Erde. O Gott! welch ein Jubel! welche Freude sogar im Tode, sogar durch den Tod!

Wenn man, bei aller Widersprüchlichkeit, die Briefe und Dokumente prüft, die als authentisch gelten, dann tritt eine erkennbare Figur hervor: Ein Kolonist der untersten Stufe zwischen Zeila, Harar und Djibuti, ein kleiner Händler mit Gummi, Straußenfedern, Elfenbein und Moschus, immer voll nie gestillter Gier nach dem großen Reichtum:

Dies wurde nun die Hauptleidenschaft seines Lebens. Das ardennische Bauernblut kam zum Durchbruch, und keine Geldsumme war zu unbedeutend, um nicht eingeheimst und auf die hohe Kante gelegt zu werden. Er sparte jetzt mit der Beharrlichkeit eines französischen Bauern, der Sou um Sou zusammenlegt und nichts riskiert. […] Ilg beklagte sich bei ihm über den Zustand, in dem seine Karawanen in Entoto ankamen. Er knauserte so mit der Ausrüstung, daß Menschen und Tiere halb verhungert und vor Schwäche strauchelnd am Ziel eintrafen. Keiner seiner Vorfahren hatte so gespart, kein Bauer behandelte jemals seinen Körper so mitleidlos hart und lebte so kärglich wie er. Winter und Sommer lief er in billigem Kattun umher. Tagaus, tagein lebte er wie der ärmste Eingeborene von halbgar gekochten Graupen. […] Wenn er von Hause fortging, steckte er eine Handvoll Reis in die Tasche, diesen kochte er unterwegs, und das war seine Nahrung für den ganzen Tag.

Tatsächlich ist in seinen Briefen vor allem von Geld die Rede – entweder Geld, das er hat, oder Geld, das er bei dubiosen Geschäften zu gewinnen hofft. Mal sind es fünfzehntausend Francs, mal dreißigtausend und einige seiner Biographen spekulieren ernsthaft, ob das auf den Leib geschnallte Gold ihm nicht die Leber zerquetscht, gar die Krebsgeschwulst im Bein zur Entzündung gebracht habe – als sei der dem Golde nachgehende Bauernsohn aus den Ardennen von seiner Beute erdrosselt worden, die er mit sich schleppte:

Stellt Euch vor, daß ich andauernd sechzehntausend und ein paar hundert Franken in Gold in meinem Gürtel trage; das wiegt an die acht Kilo und verpaßt mir Dysenterien.

Seine eigenen Berichte lesen sich höchst widersprüchlich, werden auch nach posthumem Bekanntwerden von Betroffenen, die er beschimpft und beleidigt, energisch dementiert. Gelegentlich, zum Beispiel als er sich im Herbst 1885 selbständig macht, liest sich das recht hochgemut, wenngleich buchhalterisch:

Ein paar tausend Gewehre kommen für mich aus Europa. Ich werde eine Karawane ausrüsten und diese Ware zu Menelik, dem König von Schoa, bringen.
Der Weg nach Schoa ist sehr lang: ungefähr zwei Monate Marsch bis Ankober, der Hauptstadt, und die Länder, durch die man bis dahin kommt, sind schreckliche Wüsten. Aber da oben in Abessinien ist ein köstliches Klima, die Bevölkerung ist christlich und gastfrei, das Leben beinahe umsonst. Nur wenige Europäer sind dort, im ganzen zehn, die sich mit dem Waffenhandel beschäftigen, bei dem der König gute Preise zahlt.
Wenn mir nichts dazwischenkommt, denke ich dort einzutreffen, in Kürze bezahlt zu werden und mit einem Gewinn von 25 oder 30 tausend Franken zurückzukommen, den ich in weniger als einem Jahr erzielt hätte. Wenn die Sache glückt, werdet Ihr mich zum Herbst 1886 in Frankreich sehen, wo ich selbst neue Waren kaufen würde.

Diese Prosa eines Handlungsgehilfen, eine Phantasie, die nicht mehr das Höchste träumt, sondern sich das Maximieren von Profit ausmalt, geißelt Hubert Fichte in seinem hämischen Essay:

Rimbaud ist in Afrika nicht verstummt. Seine Briefe füllen an die 300 engbedruckte Seiten. Er schreibt von Geld, von Profit, von Zinsen und Renten. Gelegentlich ordert er Fachbücher. Sonst ist von Elefantenzähnen die Rede, von Elefantenjagd, von Gewehren, von Waffen, von Wolfsfallen, die er zum Leopardenfang benützen will, von Karawanen mit Töpfen und Deckeln. Etwas Koran. Etwas Ehe. Die Angst vor dem Militärdienst geht durch diese ganze Korrespondenz. Schilderungen des Klimas färbt er, wie sie ihm passen. Bald ist es unerträglich, bald ausgezeichnet.

Der Hochgemute siedelt nicht selten am Rande der Hochmütigen. Der junge Kolonialkaufherr, der schon mal einen Eingeborenen ohrfeigt, hat die Attitüde des himmelstürmerisch Verachtenden beibehalten, mit der das blutjunge Genie einst die Stammtische von Charleville oder die Salons von Paris verhöhnte; jetzt gilt sie den Farbigen:

Ich langweile mich viel, eigentlich immer, ich habe sogar nie jemand gekannt, der das Leben so satt hatte wie ich. Und ist es denn nicht ein Elend, dieses Dasein ohne Familie, ohne geistige Beschäftigung, verloren inmitten von Negern, deren Los man verbessern möchte und die ihrerseits versuchen, einen auszubeuten und die es einem unmöglich machen, Geschäfte in kurzer Frist abzuwickeln? Genötigt, ihr Kauderwelsch zu reden, ihr dreckiges Essen zu nehmen, tausend Ärger über sich ergehen zu lassen, die von ihrer Faulheit, ihrer Verräterei, ihrer Stumpfsinnigkeit kommen!

Die Szenen des Verfalls dieses noch jungen Mannes flimmern absurd und grauslich, ein Abenteurerfilm ohne Tiefenschärfe. Schwer erkrankt – bis heute ist unklar, ob an Krebs oder den Spätfolgen seiner Syphilis – wird er von sechzehn gemieteten Trägern auf einer großen Segeltuchbahre dreihundert Kilometer nach Zeila geschleppt, über von Sturmregen gepeitschte Hochebenen, in deren Schlamm und Steingeröll die Träger rutschen, die Kamele laufen ihnen davon, der vor Schmerz schreiende Rimbaud sechzehn Stunden mit hochgebundenem Bein im tropischen Regen, ohne Nahrung, ohne Wasser dreißig Stunden lang. In einem Brief an seine Familie schildert er die Höllenfahrt:

Seit zwanzig Tagen war ich bettlägerig in Harar und unfähig, eine einzige Bewegung zu machen, da ich gräßliche Schmerzen hatte, und konnte niemals schlafen. Ich mietete sechzehn Negerträger von Harar nach Zeila zu je 15 Taler; ich ließ eine mit Tuch gedeckte Trage anfertigen und darin habe ich in zwölf Tagen die 300 Kilometer hinter mich gebracht, die zwischen den Bergen von Harar und dem Hafen von Zeila liegen. Es erübrigt sich zu erwähnen, was für Schmerzen ich unterwegs hatte. Ich konnte kein Mal einen Schritt außerhalb meiner Trage machen; mein Knie schwoll zusehends an, und der Schmerz wurde unablässig größer. […]
Am zweiten Reisetag, als ich der Karawane weit vorausgekommen war, wurde ich an einer öden Stelle vom Regen überrascht, unter dem ich 16 Stunden im Wasser liegenblieb, ohne einen Schutz über mir und ohne mich bewegen zu können. Das ist mir sehr schlecht bekommen. Unterwegs konnte ich kein mal von meiner Trage aufstehen. An derselben Stelle, wo man mich niedergesetzt hatte, stellte man das Zelt über mir auf, und nachdem ich mit den Händen nah am Rand der Trage ein Loch in den Sand machte, gelang es mir mit aller Mühe, soweit auf die Seite zu rutschen, daß ich über diesem Loch den Stuhlgang verrichten konnte, das ich anschließend mit Erde füllte.

Der zum Skelett Abgemagerte gelangt auf ein Schiff nach Aden, tagelang liegt er ohne Nahrung auf einer Matratze an Deck, schließlich wird ihm im Marseiller Krankenhaus zur „Unbefleckten Empfängnis“ das Bein amputiert. Zwar ist sich Rimbaud bis zu seinem Ende, das er kommen sieht und über das er sich seiner Schwester Isabelle gegenüber beklagt – „Du wirst in der Sonne spazieren gehen und ich liege unter der Erde“ –, nicht darüber klar, daß er aller Wahrscheinlichkeit nach Krebs hat und daß seine Schmerzen bis hinauf zu den Schultern von Metastasen verursacht sind; er schreibt das dem mörderischen Klima von Harar, seinen Wüstenritten und all den anderen Strapazen zu. Aber die letzten Briefe des noch nicht Vierzigjährigen sind herzzerreißend:

Ich bin noch weit davon, auch nur mit dem Holzbein herumgehen zu können, trotzdem es das leichteste ist, was es gibt. Mindestens vier Monate rechne ich noch, bis ich bloß ein paar Schritte mit dem Holzbein und einem Stock als einzige Hilfe gehen kann. Am schwierigsten ist Steigen oder Herabgehen. Erst in sechs Monaten kann ich ein künstliches Bein probieren und das mit vielen Qualen, ohne direkten Vorteil. Die große Schwierigkeit ist, daß ich hoch amputiert bin. Zunächst sind die auf die Amputation folgenden Schmerzen um so heftiger und halten um so länger an, je höher ein Glied abgenommen worden ist. So hält ein aus dem Kniegelenk herausgelöster Stumpf viel rascher einen Mechanismus aus…
Aber das bedeutet jetzt alles wenig, das Leben selbst will nicht viel besagen!
[…]
Tag und Nacht bringe ich nur damit hin, über Mittel zum Herumkommen nachzudenken, es ist eine wahre Qual. Ich möchte dies und jenes unternehmen, da und dort hingehen, etwas sehen, leben, fortgehen: unmöglich, unmöglich mindestens bis lange Zeit, wenn nicht für immer! Neben mir sehe ich bloß die verdammten Krücken: ohne diese Knüppel kann ich nicht einen Schritt machen, kann ich überhaupt nicht sein. Ich kann mich nicht einmal anziehen ohne die fürchterlichsten Turnübungen. Ich habe es wirklich an meinen Krücken fast bis zum Laufen gebracht, aber ich kann keine Treppen hinauf- oder hinabsteigen, und wenn der Boden uneben ist, strengt es mich sehr an, daß eine Schulter höher als die andere steht. Rechts in Schulter und Arm habe ich sehr heftige Schmerzen und dazu schneidet dann die Krücke in die Achselhöhle! Außerdem habe ich Schmerzen im linken Bein, und das alles zusammen bedeutet, daß ich den ganzen Tag Seiltänzer spielen muß, damit es so aussieht, als lebte ich überhaupt.

Ein Leben verlöscht.
1891 steht der Dichterruhm Arthur Rimbauds in Paris im Zenit – doch kaum einer weiß, daß wenige Stunden entfernt die Fackel herunterbrennt. „Merde pour la poésie“ ist eines seiner letzten Worte. Kurz nach seinem siebenunddreißigsten Geburtstag, am 10. November 1891, stirbt er:

An dem Grabe des Mannes, den man damals in Paris als den größten Dichter seiner Zeit ausrief, wurde keine Rede gehalten. Niemand von denen, die ihn gekannt hatten, keiner von seinen Jugendfreunden war zugegen, nicht einmal Verlaine, mit dem er die bedeutendsten und leidenschaftlichsten Jahre seines Lebens verbracht hatte. Rimbaud war auf seinem Wege zum Grab genauso einsam, wie er sein ganzes Leben hindurch gewesen war.

Fritz J. Raddatz, aus Fritz J. Raddatz: Lebenfresser, Europäische Verlagsanstalt, 1996

 

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Fakten und Vermutungen zum Autor

 

Arthur Rimbaud – Diashow mit Bildern aus seinem Leben, Zeitdokumenten von Charleville, Paris, London und viele von Rimbaud selbst gemachte Fotografien von Adens und Harrar. Dazu handschriftliche Manuskripte von Rimbaud, Zeichnungen von Delahaye und Freunden.
Von Joan Baez gelesene Gedichte wurden mit Musik unterlegt, im Bestreben, ein Bild von Rimbauds Leben, seinen Freunden und Plätzen zusammenzusetzen, das er wiedererkannt hätte.

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