Else Lasker-Schüler: Sämtliche Gedichte

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Else Lasker-Schüler: Sämtliche Gedichte

Lasker-Schüler-Sämtliche Gedichte

IM ANFANG
Weltscherzo
Hing an einer goldenen Lenzwolke,
Als die Welt noch Kind war,
Und Gott noch junger Vater war.
Schaukelte, hei!
Auf dem Ätherei,
Und meine Wollhärchen flitterten ringelrei.
Neckte den wackelnden Mondgroßpapa,
Naschte Goldstaub der Sonnenmama,
In den Himmel sperrte ich Satan ein
Und Gott in die rauschende Hölle ein.
Die drohten mit ihrem größten Finger
Und haben „klummbumm! klummbumm!“ gemacht
Und es sausten die Peitschenwinde!
Doch Gott hat nachher zwei Donner gelacht
Mit dem Teufel über meine Todsünde.
Würde 10 000 Erdglück geben,
Noch einmal so gottgeboren zu leben,
So gottgeborgen, so offenbar.
aaaJa! Ja!
Als ich noch Gottes Schlingel war!

 

 

 

Editorische Nachbemerkung

Else Lasker-Schüler veröffentlichte fünf Einzelausgaben ihrer Gedichte: Styx (1902), Der siebente Tag (1905), Meine Wunder (1911), Hebräische Balladen (1913; in zweiter Auflage 1914, vermehrt um die beiden Gedichte „Moses und Josua“ und „Im Anfang“) und Mein blaues Klavier (1943). Daneben erschienen noch zu ihren Lebzeiten zwei ,Gesamtausgaben‘ ihrer Gedichte: bei Kurt Wolff in einem Band mit dem Titel Die gesammelten Gedichte (1917; 1919 und 1920 in zweiter und dritter Auflage), bei Paul Cassirer in zwei Bänden (als Teil einer zehnbändigen Werkausgabe) mit den Titeln Hebräische Balladen. Der Gedichte erster Teil und Die Kuppel. Der Gedichte zweiter Teil (1920). Beide ,Gesamtausgaben‘ weisen, was den Textbestand betrifft, allerdings Lücken auf. Ferner brachte Alfred Flechtheim 1923 unter dem Titel Theben als Faksimiledruck eine Sammlung von zehn Zeichnungen und zehn Gedichtautographen Else Lasker-Schülers heraus. Ihre Gedichte aus den zwanziger Jahren nahm Else Lasker-Schüler zum Teil in die Prosa wie Lyrik enthaltende Sammlung Konzert (1932) auf, die Gedichte aus den dreißiger Jahren wurden überwiegend in Mein blaues Klavier aufgenommen. Zahlreiche Gedichte aus dieser Zeit aber sind in keiner zu Lebzeiten publizierten Buchausgabe Else Lasker-Schülers enthalten und nur aus Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien bekannt.
Die Rezeption der Lyrik Else Lasker-Schülers nach dem Tod der Dichterin ist weitgehend bestimmt worden von der durch Friedhelm Kemp besorgten ,Gesamtausgabe‘ Gedichte 1902–1943, die zuerst 1959 erschienen ist und die mehrfach neu aufgelegt wurde. Sie berücksichtigt in aller Regel allein die Gedichte, die Else Lasker-Schüler selbst in die Buchausgaben ihrer Werke aufgenommen hat. Friedhelm Kemp folgte in seiner Ausgabe eng dem Prinzip, das Else Lasker-Schüler selbst in den zuerst 1917 erschienenen Gesammelten Gedichten angewandt hat und dem sie auch in der zweibändigen Gedichtausgabe von 1920 gefolgt ist: der Anordnung der Gedichte in Zyklen. Hierbei übernahm Else Lasker-Schüler Gedichte aus älteren Veröffentlichungen, überarbeitete diese zum Teil und stellte sie in neue Kontexte.
In der hier vorliegenden Leseausgabe hingegen werden die Sammlungen wie auch die in Zeitschriften und Anthologien veröffentlichten Gedichte in ihrer ursprünglichen Chronologie und in ihrem ursprünglichen Wortlaut wiedergegeben. Diesen Veröffentlichungen kommt gegenüber den Abdrucken der einzelnen Gedichte in den beiden ,Gesamtausgaben‘ von 1917 und 1920 entstehungs- und wirkungsgeschichtlich ein (nicht nur zeitliches) Primat zu. Während der gut vier Jahrzehnte, in denen sie publizierte, war Else Lasker-Schüler mit ihren Gedichten in fast allen wichtigen Journalen vertreten: Gerade diese Veröffentlichungen waren es, mit denen sie die Aufmerksamkeit der literarischen Öffentlichkeit wecken konnte. Hinzu kommt, daß in nahezu allen namhaften Anthologien der Zeit Gedichte von Else Lasker-Schüler, meist Wiederabdrucke, aufgenommen sind. Wirkungsgeschichtlich spielen demgegenüber die ,Gesamtausgaben‘ nur eine untergeordnete Rolle. Leser, die sich für Else Lasker-Schülers eigene Anordnung ihrer Gedichte in Zyklen interessieren, seien auf die Anmerkungen zum Band I (Gedichte) der Kritischen Ausgabe der Werke und Briefe Else Lasker-Schülers verwiesen, der 1996 im Jüdischen Verlag erschienen ist: In Synopsen sind dort die Zyklen detailliert dargestellt.
Im vorliegenden Band finden sich zunächst die fünf Einzelausgaben der Gedichte Else Lasker-Schülers. Daran schließen sich die verstreut veröffentlichten Gedichte an, die in keiner dieser fünf von ihr selbst zusammengestellten Sammlungen aufgenommen sind: Ihre Wiedergabe erfolgt in der Reihenfolge und nach dem Text der Erstdrucke. Bei einigen Gedichten weicht der Text des Erstdrucks erheblich von dem des späteren Drucks in einer Buchausgabe ab. So ist beispielsweise der Abdruck des Gedichts „Abendzeit“ in Mein blaues Klavier gegenüber dem Erstdruck von 1933 um eine Strophe gekürzt. In diesen Fällen sind beide Fassungen des Gedichts abgedruckt. Weichen die Titel beider Fassungen voneinander ab, ist im Verzeichnis der Gedichte nach Überschriften ein entsprechender Verweis eingefügt; verzichtet wurde allerdings auf einen solchen Verweis, wenn die Anfänge beider Titel identisch sind und beide Eintragungen unmittelbar untereinander stehen.
Eine ganze Reihe von Gedichten ist titellos: In diesen Fällen wurde der in spitzen Klammern eingeschlossene Eingangsvers als Titel zugesetzt. Eine Ausnahme bilden die Verse über Alfred Kerr: Hier wurde als Titelzusatz „Beitrag zu einer Rundfrage über Alfred Kerr“ gewählt, um den unmittelbaren Bezug des Textes deutlich zu machen. Einzelne Gedichte sind den kleineren Prosatexten von Else Lasker-Schüler entnommen: Damit dieser Bezug nicht verlorengeht, wurde am Schluß des bibliographischen Nachweises der Titel des entsprechenden Textes in Klammern angegeben. Einige wenige Versgruppen, die sich im Band I der Kritischen Ausgabe der Werke und Briefe Else Lasker-Schülers finden, sind nicht in die vorliegende Leseausgabe der Gedichte aufgenommen: Hierbei handelt es sich durchweg um Verse, die nicht für sich stehen, sondern eindeutiger Bestandteil von Prosatexten wie den „Tagebuchzeilen aus Zürich“ sind und die auch nur in diesem Kontext, der in der Kritischen Ausgabe jeweils in den Anmerkungen erläutert wird, zu verstehen sind.
Den Schluß bilden die unveröffentlichten Gedichte und Gedichtentwürfe, die überwiegend im Jerusalemer Exil entstanden sind. Als Druckvorlage für diese Gedichte dienen die Handschriften und Typoskripte, die zum größten Teil im Nachlaß der Dichterin in der Jewish National and University Library Jerusalem verwahrt werden. Bei den aus dem Nachlaß herausgegebenen Gedichten handelt es sich zum Teil um Entwürfe. Aus dieser Tatsache erklären sich die Lücken innerhalb von Versen oder am Versende: Else Lasker-Schüler hat die Niederschrift auch dann fortgesetzt, wenn ihr noch ein Wort oder eine Wortfolge fehlte. Werner Kraft brachte 1961 einen schmalen Band mit dem Titel Verse und Prosa aus dem Nachlaß heraus, der als Ergänzung zur Werkausgabe Friedhelm Kemps, Gedichte 1902–1943 und Prosa und Schauspiele, erschien. Aufgenommen sind dort nur einige wenige ungedruckte Gedichte. Zahlreiche Nachträge erschienen in den Folgejahren verstreut in Zeitschriften. Mit dem vorliegenden Band liegt so erstmals eine Leseausgabe der Gedichte Else Lasker-Schülers vor, die auch den Nachlaß der Dichterin vollständig berücksichtigt.

 

Inhalt

„Längst lebe ich vergessen im Gedicht“, schreibt die aus Nazideutschland vertriebene Dichterin. Nach ihrem Tod rühmt Gottfried Benn sie als „die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte“. Ihre sämtlichen Gedichte sind hier erstmals in einer Leseausgabe in einem Band versammelt — ein einzigartiges poetisches Werk, in aller Vielfalt immer „liebentlang“.

Jüdischer Verlag, Ankündigung

 

Die größte deutsche Dichterin

Else Lasker-Schüler (1869–1945) wurde als Kind jüdischer Eltern in Elberfeld geboren. Um die Jahrhundertwende verfasste sie erste Gedichte, ihr erster Gedichtband Styx erschien 1902, in dem sich von Anfang an ihr eigener Stil offenbart, welcher seine Herkunft aus der Romantik zwar nicht verleugnet, dennoch deutlich expressionistische Züge trägt.
Ihr lyrisches Schaffen ist von der Auseinandersetzung mit der eigenen jüdischen Identität geprägt, sie entwickelt Welten und Figuren, die einer eigenartigen Mischung aus alttestamentarischer und imaginärer Mythologie zu entstammen scheinen. Weiterhin kreisen ihre Gedichte thematisch um ihre Mutter und um ihren Sohn, den sie 1927 verlor.
Der größte Teil ihres lyrischen Werkes jedoch befaßt sich mit der Liebe, die dauerhaft zu finden ihr zeitlebens versagt blieb. So sind die meisten ihrer Liebesgedichte von einem Ausdruck tiefster Sehnsucht und Trauer geprägt, in den glücklicheren Momenten nimmt ihre Sprache fast kindliche Züge (im positivsten Sinne) an, die den Leser in ihrer Unmittelbarkeit einfach anrühren muß.
Else Lasker-Schülers tiefe Gefühlswelt spiegelt sich in einer Sprache wider, die ihresgleichen sucht; stets auf der Suche nach dem eindringlichsten Ausdruck, bedient sie sich häufig Wortneuschöpfungen wie etwa:

…, Um zu entfliehn Meinwärts!

Meiner Meinung nach gehört ihre Lyrik, speziell ihre Liebeslyrik, zum Schönsten, was die deutsche Sprache je hervorgebracht hat. Wer Gedichte liebt und Else Lasker-Schüler nicht kennt (was vorzustellen mir aber fast unmöglich erscheint), sollte sich alsbald diesen Band zulegen. Ich selbst nehme mir immer wieder dieses Buch zur Hand und vergesse für eine ganze Zeit alles andere um mich herum!

Frank Manuel Schimmel, amazon.de, 1.10.2006

Sie malte mit der Sprache

Egal, wen man befragt, ob Karl Krauss, Gottfried Benn, Peter Hille — ihre Zeitgenossen waren sich einig: Else Lasker-Schüler gehört zu den größten deutschen Lyrikerinnen überhaupt. Und sie haben recht. Sie steht abseits der Ismen, lässt sich in keine literarische Strömung einordnen, und das macht ihr Schaffen umso eindrucksvoller.
Else Lasker-Schülers Gedichte eröffnen dem Leser eine neue Welt, die sie mit ihrer Sprache erschafft. Oft prägen biblische und orientalische Motive ihre Lyrik, und genauso oft geht es um Liebe und Einsamkeit. Lasker-Schüler gleicht ihre poetischen Formen diesen Themen an, malt geradezu mit der Sprache; so wird z.B. die sengend heiße Wüste, die sie vor des Lesers Augen erstehen lässt, schon in der nächsten Zeile zum „gelben Fell“, und die Metapher ist nicht gesucht, sondern gibt dem Schicksal von Hagar und Ismael ganz neue Bedeutung.
Aber nicht nur verknüpft sie orientalische Pracht mit unglaublichem Form- und Sprachgefühl. Nahezu jedes ihrer Gedichte fordert seinen Leser heraus, lockt ihn weg von der Sicherheit des Alltags und führt ihm stattdessen die Geheimnisse vor Augen, die nur derjenige erkennt, der sozusagen hinter die Sprache schaut und ausloten will, was sich alles mit ihr sagen lässt.
„Einfach so runterlesen“ lassen sich diese Gedichte natürlich nicht; man sollte sich schon Zeit für sie nehmen. Es wird aber nicht lange dauern, bis man sich in ihrem Bann wiederfindet und in diese nie gekannten Welten abtaucht. Die Bilder, die Else Lasker-Schüler hier erschafft, lassen sich nie ganz erschließen und laden wegen ihrer faszinierenden und doch klaren Sprache dazu ein, sie immer wieder zur Hand zu nehmen.
Auch wenn Lasker-Schülers Gedichte keine ganz leichte Lektüre sind, und auch wenn man sich, vor allem in bezug auf die späteren Gedichte, schon ein klein wenig im Alten Testament auskennen sollte: Die Mühe lohnt sich, denn diese Gedichte gehören zum Schönsten, was je in deutscher Sprache geschrieben wurde.
Die Gliederung der vorliegenden Ausgabe orientiert sich an den Erstveröffentlichungen der Gedichte: Zunächst sind in chronologischer Reihenfolge die Gedichtbände Styx, Der siebente Tag, Meine Wunder, Hebräische Balladen und Mein blaues Klavier abgedruckt, danach folgen jede Gedichte, die einzeln erschienen sind oder erst aus dem Nachlass veröffentlicht wurden. Der Anhang enthält neben einem Nachwort des Herausgebers noch die bibliographischen Nachweise der Gedichte und ein alphabetisches Gedichteverzeichis.
Schließlich ist auch die Ausstattung dieses Bandes der Autorin würdig; wie alle Bände der Suhrkamp-Lyrik-Reihe besticht er durch schönes Layout in leinengebundenem Dünndruck.

weiser 111, amazon.de 12.3.2007

nah am Leben, vor allem aber nah an der Liebe…

Unwegsam und schwierig ist ihre Lyrik, sagen manche, vielschichtig, visionär und apologetisch sagen andere…
Erschwert wird das Herangehen an diese Künstlerin des Wortes auch dadurch, daß sie das außerordentliche Bedürfnis hatte, Bereiche ihrer private Sphäre phantastisch umzuformen, zu kaschieren.
Sie war eine „Unfrau“ zu ihrer Zeit, eine Feministin würde man heute sagen. Sie wollte Außenseiterin sein und gab sich solche Rollen, solche Namen, die dies deutlich machten. Sie trug Hosen und schnitt sich die Haare kurz…
Ihre Gedichte sind dennoch nah am Leben, vor allem aber nah an der Liebe…

Cranach II, amazon.de, 13.8.2008

 

Der Prinz von Theben

– Die Dichterin Else Lasker-Schüler. –

Sie nannte ihn „Alkibiades du Rouon“ und den „Griechen“, seinen wirklichen Namen gab sie nie preis. Sie war Ende zwanzig, als sie ihm auf der Straße begegnete, ihm folgte, ihn begehrte, umwarb. Er wurde ihr Geliebter. Durch ihn kam Else Lasker-Schüler als Dichterin zur Welt.
Geboren wurde sie 1869 in Wuppertal-Elberfeld. Sie verlebte ihre wohlbehütete Kindheit in einer gut situierten jüdischen Familie des deutschen Bürgertums und heiratete mit 25 Jahren, vier Jahre nach dem Tod der angebeteten Mutter, den Berliner Arzt Dr. Bertold Lasker. Da sie gern zeichnete, richtete ihr der Mann ein kleines Atelier ein. Vielleicht war es auf dem Weg aus der repräsentativen Wohnung, in der das Paar eine wenig glückliche Ehe führte, zu diesem Freiraum, wo Else Lasker-Schüler ihren „Griechen“ traf.

Ich folge dir ins wilde Land der Sünde
und pflücke Feuerlilien auf den Wegen
– Wenn ich die Heimat auch nicht wiederfinde…

Ohne Zögern gab Else Lasker-Schüler den Ehemann und mit ihm ihre bürgerliche Existenz auf. Der Geliebte verließ sie noch vor der Geburt seines Kindes, Paul. Für Else Lasker-Schüler begann nun ein ungebundenes, ungesichertes Leben in Armut.

Wenn ich nicht ein Kind hätte, ich würde herumschlendern oder der Sache ein Ende machen, die Welt kann auch ohne Gedichte von Else Lasker-Schüler auskommen.

Statt „herumzuschlendern“ mietete sie jedoch für sich und ihr Kind ein Kellerzimmer, 75 Pfennig im Monat, und die Welt bekam ihre ersten Gedichte in der Zeitschrift Die Gesellschaft zu Gesicht.
Erträglich, wenn auch kaum in materieller Hinsicht, wurde das Leben für Else Lasker-Schüler erst wieder, als sie den fünfzehn Jahre älteren Dichter Peter Hille kennenlernte, den „Erzpoeten, Erzwaller, Erzpriester und Erzzecher“. Ihn erkor sie zum Petrus, zu ihrem Felsen, auf den sie ihr poetisches Reich baute.

Ich war aus der Stadt geflohen und sank erschöpft vor einem Felsen nieder und rastete einen Tropfen Leben lang, der war tiefer als tausend Jahre. Und eine Stimme riß sich vom Gipfel des Felsens los und rief: „Was geizt du mit dir!“ Und ich schlug mein Auge empor und blühte auf und mich herzte ein Glück, das mich auserlas. Und vom Gestein zur Erde stieg ein Mann mit hartem Bart und Haupthaar, aber seine Augen waren samtne Hügel… Und wir stiegen ins Tal hinab und der Mann… fragte mich, von wo ich käme – aber ich schwieg; die Nacht hatte meine Wege ausgelöscht, auch konnte ich mich nicht auf meinen Namen besinnen, heulende hungrige Horde hatten ihn zerrissen. Und der mit dem Felsennamen nannte mich Tino. Und ich küßte den Glanz seiner gemeißelten Hand und ging ihm zur Seite.

Peter Hille half ihr, sich selbst in ihrem Anderssein zu akzeptieren, ihr Anderssein als Auszeichnung zu empfinden. Als Auszeichnung allerdings, die immer auch als Last ertragen werden mußte. Ausgezeichnet – als Gezeichnet-sein. Doch als Else Lasker-Schüler bei Peter Hille den Kunstkritiker und Komponisten Levin kennenlernte, schien es noch einmal, als fände sie gemeinsam mit ihm ihren Platz in der Welt. Sie ließ sich von Lasker scheiden und heiratete Levin, den sie in Herwarth Walden umtaufte und der neun Jahre jünger war als sie. Else Lasker-Schüler änderte ihr Geburtsdatum von 1869 auf 1876:

Sonst habe ich keine Chancen mehr, eine Lyrikerin von hundert Jahren zu sein ist einfach geschmacklos.

Von nun an betrachtete sie es als persönliche Beleidigung, wenn man, sei es auch in bester Absicht, an ihr Alter erinnerte. Als ihr das Zürcher Schauspielhaus 1936 zum angeblichen sechzigsten Geburtstag gratulierte, schrieb sie erbittert:

So eine Gemeinheit ist nie dagewesen! Eine Torte bekam ich von Bern aus Bosheit, in Kiste, 60 Mitte, ringsherum mit Kirschen. Ich aß sie nachts im Dunkeln.

In der Ehe mit Walden fand Else Lasker-Schüler die Sicherheit einer Komplizenschaft. Unzählig sind in ihren Briefen und Gedichten die Hilfeschreie um Erlösung aus der „Angst“: „Ich habe wieder rasende Angst“, „Ich hab so Angst gekriegt vor der Welt“, „Ich habe Angst vor der Zukunft“, „und dann die Angst“. Allein „Herwarth Walden hatte die Kraft, meine Angst zu erdrosseln“. Aber als Else Lasker-Schüler dies schrieb, konnte sie mit ihm schon nicht mehr reden oder „nur noch von Redaktionssachen“.
Die Beziehung zwischen Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden war für die künstlerische Entwicklung beider wichtig. Herwarth Walden gründete die bedeutendste Zeitschrift für Literatur und Kunst des Expressionismus, der wiederum Else Lasker-Schüler den Namen gab: Der Sturm. Von Else Lasker-Schüler erschienen die Gedichtbände Styx (1902) und Der siebente Tag (1905), die Buchausgabe ihres Schauspiels Die Wupper und ihr „Peter Hille Buch“ (1906).
Als 1911 Else Lasker-Schülers Gedicht „Leise sagen“ in einer Hamburger Zeitung mit dem redaktionellen Zusatz „vollständige Gehirnerweichung hören wir den Leser leise sagen“ erschien, strengte Herwarth Walden einen Prozeß an. Das Gedicht war ohne Erlaubnis des Sturm-Herausgebers gedruckt worden. Der Prozeß ging durch alle Instanzen und brachte der Dichterin schließlich „10,- DM neben 4 % Zinsen seit Klagestellung“ ein. Das Gericht war der Ansicht:

Der erste und unmittelbare Eindruck ist das Gefühl der absoluten Verständnislosigkeit und so fragt nun sich vergebens nach der Existenzberechtigung eines Geistesprodukts, das, wie das Vorliegende, im wesentlichen nur Worte enthält, Worte, denen wenigstens prima facie irgendwelcher vernünftige Sinn nicht innewohnt.

LEISE SAGEN –

Du nahmst dir alle Sterne
Über meinem Herzen.

Meine Gedanken kräuseln sich,
Ich muß tanzen.

Immer tust du das, was mich aufschauen läßt,
Mein Leben zu müden.

Ich kann den Abend nicht mehr
Über die Hecken tragen.

Im Spiegel der Bäche
Finde ich mein Bild nicht mehr.

Dem Erzengel hast du
Die schwebenden Augen gestohlen;

Aber ich nasche vom Sein
Ihrer Bläue.

Mein Herz geht langsam unter
Ich weiß nicht wo –

Vielleicht in deiner Hand.
Überall greift sie an mein Gewebe.

Verwechseln Sie bitte den Dichter nicht mit dem Poeten, dem Mann in dem Papiermonde, mit der trillernden Lerche im vergoldeten Busen. Der Dichter, sage ich Ihnen, ist der Bändiger aller Bändiger, er bändigt das Wort, zähmt es und verleiht ihm Flügel. Er ist der züchtende Aristokrat, Torero der Kunstarena, ihm gehört die Weisung: Es soll der Dichter mit dem König gehen. Natürlich kulturell zu verstehen. Darum fühlen wir Dichter aller Künste uns auch nur unter uns geborgen.

Es traf Else Lasker-Schüler unverhofft und tief, daß Herwarth Walden von seiner Norwegenreise eine Frau mitbrachte und die Scheidung verlangte. Die Frau war jung, schön, nicht sehr gebildet, in den Augen der Dichterin eine „blöde Köchin“. Die neue Frau Walden jedoch betete den Ehemann als größten deutschen Dichter an; der Angebetete wird kaum widersprochen haben. In seinen eigenen Gedichten, die er übrigens erst nach der Trennung verfaßte, sind die Anleihen bei Else Lasker-Schüler überdeutlich.
Der Schock der Scheidung von Walden ging tief. Bislang hatte Else Lasker-Schüler mit ihren phantastischen Existenzen gespielt wie mit schönen Gewändern, die man nach Belieben an- und ablegen kann. Nun verwuchs sie mit ihren Phantasiegestalten, sie spielte nicht mehr, sie lebte sie, sie lebte nicht mehr, sie spielte nur noch: aber um Kopf und Kragen, immer mit blutigem Ernst. „Spiel ist keine Spielerei.“ „Spielsachen sind wohl die Hauptsachen der Welt, die faßbaren und die unberührbaren.“ „In der Nacht meiner tiefsten Not“, schrieb Else Lasker-Schüler nach der Trennung von Walden, „erhob ich mich zum Prinzen von Theben“. Aber Theben ist keine Gegenwelt, kein Refugium, das üppige Fürstentum und die karge Wirklichkeit durchdringen einander. Geht es Else Lasker-Schüler schlecht, leidet auch der Prinz von Theben.

Wo der Prinz von Theben seine Lieder hinsendet, sind sie zu dichterisch. Wo der Prinz von Theben vorträgt, kommt kaum die Reise heraus. Wo der Prinz von Theben spielen will, mißlingt es ihm. Kalif, oberster Stadthalter, wie soll ich weiter leben?

Else Lasker-Schüler wechselte die Rollen, aber nicht die Gefühle, sie verlor nicht den Blick für die Realität, ging nie ganz in ihren Rollen auf. Die Grenzen der Existenz wurden ins Phantastische ausgedehnt, um eben diese reale Existenz lebbar zu machen. Träume und Bilder gaben ihr die Kraft für ein Leben, das sich meist von einer fremden, undurchdringlichen Seite zeigte. Welches Kostüm sie auch trug, es war doch immer Else Lasker-Schüler, die spielte, Leben spielte. Sie war die „Tino von Bagdad“ ebenso wie „Prinz Jussuf“ und „Prinz von Theben“, der „Malik“, „Euer armer Lederstrumpf“ und „Josef von Ägypten“ und wußte doch immer:

Ich bin die Else Lasker-Schüler. Leider. Früher war ich ohne leider.

Je genügsamer die Wirklichkeit mit ihr umging, desto maßloser schwelgte ihre Phantasie, und auch die Frau aus Fleisch und Blut verleugnete mit ihrer Vorliebe für phantasievolle Gewänder aus kostbaren Stoffen – die sie übrigens sorgfältig schonte –, und glitzernden Schmuck nicht ihre Sehnsucht nach Eleganz und Luxus, schönem Überfluß.
Aber das wirkliche Leben war wie die Steine ihrer Ringe aus billigem Glas, erst im Schmelztiegel ihrer Phantasie und ihrer funkelnden Sprache wurden Juwelen daraus. In der Begegnung mit dem schönen Unbekannten hatte Else Lasker-Schüler ihr Stichwort bekommen: die Liebe. Die Liebe, oder wie Else Lasker-Schüler sie unterscheidend nennt, die Verliebtheit, half der Dichterin, die tiefe Fremdheit zwischen sich und der Welt „im Du“ für Augenblicke, Stunden, Tage zu vergessen.

Herrlich ist es, verliebt zu sein, so rauschend, so überwältigend, so unzurechnungsfähig, immer taumelt das Herz… Wie bürgerlich ist gegen die Verliebtheit die Liebe.

Else Lasker-Schüler gab sich hin, aber nie auf. Nie sah sie die Welt nur noch durch die Augen des Mannes.

… ich hab den Menschen nie anders empfunden wie einen Rahmen, in den ich mich stellte.

Sie blieb sich selbst am nächsten, liebte aber ihren Nächsten wie sich selbst. Weil sie ihn brauchte. Sie brauchte die Verliebtheit als Möglichkeit, außer sich zu geraten, um näher bei sich selbst zu sein. Ob sie das Selbstgefühl des Mannes erhöhte, interessierte sie nicht; sie wollte den Geliebten nie besitzen, um sich an ihm emporzuranken. Sie wollte ihn überhaupt nicht besitzen, sondern sich sehnen dürfen, träumen können. Ihr Herz suchte Nahrung, keine Sättigung. Einen Prinzen, keinen Prinzgemahl. Sie wollte den Geliebten mit Worten verzaubern, bannen, für sich einnehmen und wußte doch immer schon die Enttäuschung voraus: eine traurige Sirene. Schon die Beziehung zu ihrem schönen Unbekannten hatte sie gelehrt, daß die Männer Angst hatten, von ihrem Feuer verzehrt zu werden. Doch Else Lasker-Schüler war nicht bereit, ihre Leidenschaft, die für ein Dutzend wohltemperierter Ehen gereicht hätte, auf mundgerechte Portionen zerkleinert zu verteilen. Sie war nicht die Frau, die allnächtig dem Mann zu seinen kleinen Himmelfahrten verhilft. Sie gab alles, und empfing sie nur wenig, galt ihr das nichts. Lieber litt sie, lieber verbiß sie sich wieder in ihre Einsamkeit, als sich mit einer enttäuschten Liebe zu arrangieren, die zweite Geige zu spielen. Aber die Enttäuschungen machten Else Lasker-Schüler nicht vorsichtiger oder kälter, sie lernte nichts dazu, wurde nicht aus Schaden klug. Wenn es überhaupt ein Schaden war. Else Lasker-Schüler brauchte diese Zustände der Verliebtheit, die sie aus der Einsamkeit, der Angst vor dem Geräusch des eigenen Herzschlags erlösten. Davon war sie abhängig. Nicht von einer bestimmten Person. Jeden Mann, den sie liebte, sah sie mit denselben Augen. Aus den verschiedenen Geliebten entsteht immer die gleiche Figur. Einer verflossenen Liebe trauert sie heftig, aber nicht lange nach. Sie schrieb ihr Leiden ab. Alles war zu fassen, aber auch zu verlassen, wenn es erst auf dem Papier stand. Mit einer Ausnahme: der Mutter.

MUTTER

O Mutter, wenn du leben würdest,
Dann möchte ich spielen in deinem Schoß.

Mir ist bang und mein Herz schmerzt
Von der vielen Pein.

Überall sprießt Blutlaub.

Wo soll mein Kind hin?
Ich baute keinen Pfad froh,
Alle Erde ist aufgewühlt.

Liebe, liebe Mutter.

Die Mutter ist das verlorene Paradies, ist das Sichere, Bergende der Kindheit. Die Mutter ist die Ruhe im Gegensatz zum Rausch. Aber die Mutter war tot, die Sehnsucht unstillbar, das Fieber einer Verliebtheit immer nur von kurzer Dauer.
Wenn ihr ein Traum zerbrach, ersetzte sie ihn so schnell wie möglich durch einen anderen. Else Lasker-Schüler mußte immer etwas anbeten. Weil sie sich selbst nicht genug war. Nachdem Gottfried Benn sie verlassen hatte – „Ein brennendes Rad – es fuhr mal eben über mich. Ich erliege ohne Groll dieser schweren Brandwunde.“ –, schreibt sie:

Könnte ich mich doch in mich verlieben. Ich liege mir doch so nahe – man weiß dann, was man hat.

Aber ganz angewiesen auf ihre „eigene Seele“, stellt sie fest:

so viel Wildnis.

Geliebt hat Else Lasker-Schüler nicht nur die Männer, die ihr „Offenbarung Himmelreich“ brachten, sondern auch ihre Freunde. „Freundschaft in der Großstadt, des Künstlers Trost.“ Diesen Freunden, Karl Kraus, Franz Marc, Paul Leppin, Albert Ehrenstein, Hans Hirt, Paul Zech, Paul Goldschneider, widmete sie Gedichte, die die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe oftmals verfließen lassen. Aber Else Lasker-Schüler setzte sich auch für ihre Freunde ein, half selbst, wo sie konnte, auch wenn es um ganz praktische Dinge wie die Suche nach einem Verleger, um ein Engagement oder einen Anzug ging. Ihr Leiden an der Welt war immer auch ein Mitleiden.
Daß sie es wagen durfte, mitunter den Boden unter den Füßen zu verlieren, verdankte sie ihren Freunden. Sie garantierten die Basis, nicht selten auch die materielle, von der sich die Phantasie der Dichterin wieder in die Lüfte der Phantasie abstoßen konnte. Sie sorgten dafür, daß die Landung immer und nie allzu unsanft gelang, daß sich Prinz Jussuf, nicht Else Lasker-Schüler erhängte, weil sie es nicht aufgaben, immer wieder mit dem kommenden Morgen zu locken.

Else Lasker-Schüler war nie verlassen, auch wenn sie immer an dem Gefühl der Verlassenheit, Fremdheit, Einsamkeit litt. Aber sie brauchte dieses Gefühl, sie mußte sich dieses Gefühl erlauben können, um ihren Platz in dieser Welt nicht zu finden, um nicht im Hier und Jetzt aufgehen, die ständige Sehnsucht nach einem „Zuhaus“ wachhalten zu können; das, was Else Lasker-Schüler zum Schreiben zwang, ist das, was sie zum Schreiben brauchte. Unvorstellbar: eine wohlsituierte Ehefrau Benn, geborene Lasker-Schüler, umringt von einer Kinderschar, unentbehrlich für den dichtenden Ehemann, der, wie er an Oelze schreibt, seine „blauen Stunden“ nicht minder wie seine Ehefrau als „Stab und Stecken“ braucht. Das heißt, nicht Else Lasker-Schüler ist in dieser Szene unvorstellbar, sondern die Dichterin Else Lasker-Schüler. Die konnte „nur leben von Wundern“, nicht vom Glück im Winkel.
Allerdings durfte sich das Gefühl der Einsamkeit, der Fremdheit, des Verlassenseins nie in der Realität bestätigen. Als Else Lasker-Schüler in Zürich, später in Jerusalem, im Exil lebte, war dies durchaus nicht, wie häufig geschrieben wird, die Fortsetzung des Berliner Lebens. Äußerlich mochte sich wenig geändert haben; sie lebte weiter in Hotels, saß in Cafés, suchte Verleger für ihre Bücher, schrieb Briefe an alle Welt. Aber: In Deutschland war sie als Fremde zu Haus. Das Exil machte sie zur Fremden in der Fremde. In der Heimat konnte sie gerade aus der Reibung zwischen ihrem Anderssein, ihrer Fremdheit und der bürgerlichen Welt ihre poetischen Funken schlagen. In Jerusalem drohte die Fremdheit sie zu versteinern. Jerusalem, im „Hebräerland“ noch als „Gottes verschleierte Braut“, als „das heilende Bad der Seele“ gepriesen, als „Vorhimmel des Himmels“, erscheint, als sie für immer dort wohnen muß, als „Mausoleum“ mit „starren Gründen“ und „starren Nächten“. Erst nachdem sie sich auch im Exil ihrer Freunde versichert hat, kann sie wieder schreiben – und weiterleben.

Ich kann gar nicht schreiben und bitte Sie, nur einmal mit mir zu überlegen – ich habe doch 21 Bücher gedichtet, unzählige Bilder gemalt, mit den Ausstellungen et cetera – wie ich weiter kann… so ist meine Lebensart. Ich habe niemand von meinen Lieben zuhaus, der mit mir überlegt.

Salman Schocken, der Empfänger dieses Briefes, Werner Kraft, Samuel Wassermann, Fried und Fanny Ollendorf, Leo und Margarete Kestenberg und viele andere haben die Dichterin immer wieder aufgerichtet, ihr Trost und Mut zugesprochen. Als Else Lasker-Schüler dann als über Siebzigjährige einen jungen Mann kennenlernte, wurde ihre ewige Frage noch einmal beantwortet:

Welche Liebe wird über mein Herz scheinen und mir die Blüte des Wortes entlocken: die Dichtung?

Sie konnte noch einmal lieben, noch einmal öffnete sich das Tor zur Welt, zur Sprache. Weniger noch als für die frühen Liebesgedichte, war der Mann aus Fleisch und Blut wichtig, wichtig war, daß sich an ihm Sprache und Phantasie entzünden konnten. Nicht das Erlebnis, der Geliebte wird funkelnd überhöht; an die Stelle des Erlebten ist das Ersehnte getreten, allen Bildern von Erfüllung ist schmerzvoller Verzicht schon beigesellt. Ihre letzten Liebesgedichte ließ die Dichterin 1943 in dem Band Das blaue Klavier drucken, die letzte Widmung auch:

Meinen unvergeßlichen Freunden und Freundinnen in den Städten Deutschlands – und denen, die wie ich, vertrieben und nun zerstreut in der Welt. In Treue!

Schreiben ist seit ihren ersten Gedichten das einzig Sichere im unsteten, enttäuschenden Leben, ja, die einzige Möglichkeit, das Leben zu bestehen.

Ich sterbe am Leben und atme im Bild wieder auf.

Wenn die magere Wirklichkeit von der gefräßigen Phantasie verschlungen war, stürzte sich Else Lasker-Schüler mit einer Intensität ohnegleichen in ein neues Leben auf dem Papier. Im Schreiben kreuzten sich Erinnerung mit Träumen, verschmolzen Erlebtes und Ersehntes in Bildern voller unkalkulierter Bedeutungen. Ernst Ginsburg erinnert sich an eine Begegnung mit Else Lasker-Schüler in Zürich, als sie ihm ihr Gedicht „Die Verscheuchte“ vorlas.

Dann fragte sie mich abrupt: „Wie finden Sie dat?“ Ich äußerte meine Erschütterung, aber sie unterbrach mich schnell: „Nein, Nein! Nich, ob es Ihnen jefällt, sondern“ – und sie zeigte auf einen Vers – „Wat heißt denn dat hier? dat hier?“: In der Annahme, die Dichterin wünsche nur eine Bestätigung für die Klarheit ihrer Worte, erklärte ich, was ich als Gehalt dieser Stelle verstand. Da sah sie mich mit ihren großen Augen an und meinte staunend, in dem singenden Tonfall ihres Elberfelder Dialektes: „Ja, Jung, so kann dat jemeint jewesen sein.“

DIE VERSCHEUCHTE

Es ist der Tag im Nebel völlig eingehüllt,
Entseelt begegnen alle Welten sich –
Kaum hingezeichnet wie auf einem Schattenbild.

Wie lange war kein Herz zu meinem mild…
Die Welt erkaltete, der Mensch verblich.
– Komm bete mit mir – denn Gott tröstet mich.

Wo weilt der Odem, der aus meinem Leben wich?
Ich streife heimatlos zusammen mit dem Wild
Durch bleiche Zeiten träumend – ja ich liebte dich…

Wo soll ich hin, wenn kalt der Nordsturm brüllt?
Die scheuen Tiere aus der Landschaft wagen sich
Und ich vor deine Tür, ein Bündel Wegerich.

Bald haben Tränen alle Himmel weggespült,
An deren Kelchen Dichter ihren Durst gestillt –
Auch du und ich.

Als dieses Gedicht 1934 mit dem Titel „Das Lied der Emigrantin“ veröffentlicht wurde, lebte Else Lasker-Schüler schon seit einem Jahr in der Schweiz. Seit ihrer Scheidung von Herwarth Walden waren zwölf Jahre vergangen. Sie hatte Gottfried Benn – Giselher, den Barbaren; Franz Werfel – den Prinzen von Prag, Hans Ehrenbaum – Degele – Tristan; Senna Hoy – Johannes Holzmann; den Cardinal oder Dali Lama – Karl Kraus; den Ritter aus Gold – Georg Trakl; und den Blauen Reiter – Franz Marc in ihr thebetanisches Reich aufgenommen. Unablässig war sie durch die Straßen Berlins getrottet, hatte Nachmittage, Abende lang in Kaffeehäusern gesessen, war der Mittelpunkt poetischer Freundschaften, Künstlerlieben gewesen.

Ich habe die Nacht wieder verbummelt geträumt. Ich schlenderte über den Kurfürstendamm, wie ein Strolch angezogen, in zerlumpten Hosen und grünlich abgetragenem Rock, ich dachte nur stumpfe Dinge, auch war ich angetrunken aus Traurigkeit. – Der Wind heulte meine rote Nase an.

Es war die Zeit ihrer Dichterlesungen, die sie sehr liebte, die sie nach Zürich oder Wien, Prag und Berlin, Kolberg und Köln, Dresden oder München führten. Überall lösten ihre ungewöhnliche Erscheinung und ihre Dichtungen Erstaunen und sicher oft Befremden aus beim bürgerlichen Publikum.
Else Lasker-Schüler hielt nichts von einem „Dichter zum Anfassen“, sie bestand, auch äußerlich, auf Distanz:

Sich unsichtbar zu halten, benötigt der Dichter seinen Versteck, wir wären sonst – sicher sogar – eher vergriffen wie unser Buch, wie unser Bild, wie unser Lied. Instinktiv bewahrt der wahre Leser zwischen sich und dem Dichter seine sehnsüchtige Perspektive. Sonst wird’s meist Kitsch für beide. Ich weigerte mich fast immer entschieden, Einladungen zu akzeptieren mit dem Programm: ,Zum Butterbrot und einer Tasse Tee‘. Oder ,Wir machen keine weiteren Umstände‘. Ich liebe sogar hochzeitliche Umstände, dem Dichter sollte man hochzeitlich decken, da man sich doch mit seinem Wort zu vermählen gedenkt.

Es waren die Bewohner der „Vororte, alles eckelhaft, kleinbürgerlich und langweilig und idyllisch“, mit denen Else Lasker-Schüler nichts zu schaffen haben wollte.

Gern vortrag ich bei den Arbeitern und sollten die Unkosten gedeckt sein, die die Arbeiter haben, so ist es mein thebetanischer Wunsch, daß die Kinder der Arbeiter sich dafür, für eventuellen Überschuß Chokolade kaufen… Ich würde nie im Leben von Arbeitern Geld nehmen. Ich würde rot werden.

Als Else Lasker-Schüler in ihrer Heimatstadt Elberfeld vortrug, stellten die Lokalblätter sie mit einem Gesicht von „orientalischer Sinnlichkeit, schlangenhaftem Körper und strähnigem Kurzhaar“ vor.

Ihr eigentümliches, monotones, in gleicher Tonhöhe schwebendes Organ füllte den nur halbbesetzten Saal. Grelle Verzückungslaute durchschnitten hier und da diesen eintönigen Fluß ihrer Rede und oft endete er in einem schrillen Trompetenstoß, der ein Gedicht jäh und unerwartet abschloß. Das Publikum war starr vor Staunen, bis es sich der Wirklichkeit erinnerte und kopfschüttelnd, lachend und schwatzend dasaß oder – verschwand… Unleugbar haftet den Poesien etwas Krankhaftes, Zersetzendes an.

Kein Wunder, daß Else Lasker-Schüler von ihrer Poesie nicht leben konnte, nur die Avantgarde begrüßte jedes ihrer neuen Bücher mit Jubel. In immer neuen Briefen bat sie ihre Freunde, ihre Bekannten und einflußreiche Leute um finanzielle Hilfe:

Ich bin Else Lasker-Schüler – wollte Sie nur fragen, ob ich nicht mal einen Preis irgendwoher bekomme, zum Beispiel von Ihrer Kleiststiftung. Kleist hätte ihn mir sicher gegeben. Mir geht es miserabel, habe einen großen Sohn und gebe mir Mühe, alles gut zu machen für ihn. Ich lebte sonst wie der Vogel oben auf den Bäumen, hänge mich oft in der Nacht auf, kann nur in der Früh den Baum nicht wiederfinden. – Bitte verraten Sie mein Pech nicht, ich möchte lieber Ziegenhirt, als ein bemitleideter Prinz von Theben sein. So stehts aber. Wollen Sie Interesse für mich zeigen? Ich habe elf Bücher geschrieben, einige selbst illustriert – und nie gehts mir gut. Ihre sehr traurige Else Lasker-Schüler.

Hilfe benötigte sie weniger für sich als für ihren Sohn Paul, ein nie ganz gesundes Kind, das die Odenwaldschule bei Heppenheim besuchte.

Ich will, daß mein Päulchen eine sehr, sehr schöne Jugend hat. Sein rund Herz will kugeln.

Else Lasker-Schüler schrieb diesen Brief 1914. Ein Jahr vorher hatte Karl Kraus in der Fackel einen Spendenaufruf für die Dichterin veröffentlicht, den unter anderem Arnold Schönberg, Selma Lagerlöf und Richard Dehmel mit unterzeichneten. „Wenn sie nicht imstande ist, den Erfordernissen des Tages und der Zeit gerecht zu werden und einem gesunden Volk gesunde geistige Kost zu bieten mag, dann soll sie das Schreiben doch aufgeben und in irgendeinem anderen Beruf arbeiten!“ schrieb dazu die Krefelder Zeitung.
23 Jahre später hieß es dann in einem Schulungsbrief der NSDAP:

Die ,Dichtkunst‘ jener Zeit bewegte sich zwischen Verbrecherkaschemme und Bordell – ihre schwülstige Erotik steigerte sich bei den ganz ,Modernen‘ zu völlig unverständlichem Wortsalat. Als typischer Fall sei hier an die Gedichte der Jüdin Else Lasker-Schüler erinnert. Welche Idioten damals auf das Volk losgelassen wurden, ist heute kaum noch vorstellbar.

HEIMWEH

Ich kann die Sprache
Dieses kühlen Landes nicht,
Und seinen Schritt nicht gehn.

Auch die Wolken, die vorbeiziehn,
Weiß ich nicht zu deuten.

Die Nacht ist eine Stiefkönigin.

Immer muß ich an die Pharaonenwälder denken
Und küsse die Bilder meiner Sterne.

Meine Lippen leuchten schon
Und sprechen Fernes,

Und bin ein buntes Bilderbuch
Auf deinem Schoß.

Aber dein Antlitz spinnt
Einen Schleier aus Weinen.

Meinen schillernden Vögeln
Sind die Korallen ausgestochen,

An den Hecken der Gärten
Versteinern sich ihre weichen Nester.

Wer salbt meine toten Paläste –
Sie trugen die Kronen meiner Väter,
Ihre Gebete versanken im heiligen Fluß.

Erst in den zwanziger Jahren wird das Leben für Else Lasker-Schüler wieder etwas leichter. Im ersten Weltkrieg waren ihre Freunde Franz Marc, Georg Trakl und Peter Baum umgekommen, Verluste, die sie nur schwer verwand. Nun machte die Dichterin weite Vortragsreisen, 1919 wird ihr Schauspiel Die Wupper uraufgeführt, 1920 erscheinen Die gesammelten Gedichte, Die Hebräischen Balladen, der Gedichtband Die Kuppel. Teils in zweiter und dritter Auflage kommen acht Bücher von Else Lasker-Schüler auf den Markt. 1921 erscheint die Erzählung Der Wunderrabbiner von Barcelona, 1923 die bibliophile, mit Lithographien ausgestattete Ausgabe Theben.
Aber die Gesundheit ihres Sohnes Paul verschlechterte sich rapide. Kuren, die Else Lasker-Schüler mit dem Verkauf ihrer Zeichnungen bezahlte, konnten die Lungentuberkulose nicht aufhalten, Im Winter 1927 starb Paul, keine dreißig Jahre alt.

Denken Sie, mein geliebter Junge, mein Paul, ist am 14. Dezember gestorben. Ich kann es kaum niederschreiben. Ich fühle, ich muß bald nach Jerusalem. Wie wird die Welt werden, wo werde ich enden?

1930, nach ihrer Lesung in Hannover, berichtete sie:

Stellen Sie sich vor, ich komme aufs Podium, schaue ins Publikum – und denken Sie, der ganze Saal voll mit 300 Metzgergesellen, jeder ein blankgeschliffenes Messer in der Hand. Und im nächsten Augenblick stürzen sie aufs Podium, um mich umzubringen.

Oder, weniger bildhaft: „Ick wollt, ick wer in meinm Hotel. Da wer ick vorher immer geschlagen“ oder „von Hakenkreuzlern bedroht“. Else Lasker-Schüler wußte, womit sie es zu tun hatte: „Antisemitismus“. Den hatte sie schon in der Kinderzeit erlebt, als ihr die kleinen katholischen Mädchen „Hepp hepp“ nachriefen und ein Kaplan ihr erklärte, dies heiße „Jerusalem ist verloren“. Vielleicht rührte aus dieser Zeit ihre andauernde Sehnsucht, die Religionen miteinander zu versöhnen, die bedrohliche Wirklichkeit in einem großen zauberhaften Märchenspiel zu bannen: dem Schauspiel Arthus Aronymus, das im März 1933 in Berlin uraufgeführt werden sollte. Aber dazu kam es nicht mehr. 1932 wird die Dichterin für ihr Gesamtwerk mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. 1933 heißt es:

Von Else Lasker-Schüler ist einzuziehen: alles.

Sie wurde auf der Straße mit Knüppeln niedergeschlagen, floh, nur mit dem, was sie auf dem Leib trug, nach Zürich. Dort irrte sie, zerschlagen, blutig, ohne Geld, ohne Freunde, durch die Straßen, versteckte sich am Zürcher See, bis sie wegen Landstreicherei festgenommen wurde. Else Lasker-Schüler war 64 Jahre alt. Ein Foto zeigt sie mit einer Schirmmütze, die verwegen fast ein Auge bedeckt, ein forsch geknüpftes Tuch mit Tupfen am faltigen Hals überm „verwanderten Gesicht“, in dem nur die Augen noch an die verführerisch schöne Tino von Bagdad erinnern.

Ach, ich bin nun hier und bin sehr traurig, das mirs immer so ergeht, vielleicht ergehen muß und – soll – nach höherem lenken. Nun kann ich hier leben, natürlich sehr schmächtig, da so viele Emigranten hier.

1936 wird im Zürcher Schauspielhaus ihr Arthus Aronymus aufgeführt und nach zwei Aufführungen wieder abgesetzt. „Da nun voriges Jahr hier großer Antisemitismus war – wurde ich verhauen und getreten auf der Post im vorigen Jahr, der Direktor bedroht. Mußte absetzen, da 42 Juden drin vorkommen“, schrieb Else Lasker-Schüler, und:

Ich möchte fliehen übers Meer… Ich habe Sehnsucht nach unserem Garten und Turm. – Was will die Welt von mir?

1934 war Else Lasker-Schüler schon einmal „übers Meer“ geflohen, über Alexandrien, ins Hebräerland, nach Jerusalem. Zwei Monate hielt sie sich dort auf, bevor sie nach Zürich zurückkehrte und das Hebräerland schrieb, das 1937 im Jahr ihrer zweiten Palästinareise erscheint. Als sie 1939 zum dritten Mal Jerusalem betritt, verhinderte der Krieg ihre Rückreise. Sie lebte von nun an dort, endlich auch durch einen Ehrensold, der dem Einkommen eines mittleren Beamten entsprach, ohne materielle Not. Wie in Berlin und Zürich fand sie auch hier treue Freunde; mit ihrer Unterstützung gründete Else Lasker-Schüler ihren „Kraal“, einen Kreis, der Veranstaltungen deutsch-jüdischer Exilierter ausrichtete und mit vierzig bis sechzig Zuhörern immer gut besucht war. Hier trug Else Lasker-Schüler auch erste Abschnitte ihres Schauspiels Ich und Ich vor, das unvollendet geblieben ist. Dieses Stück, das auf dem Hintergrund des Faust-Mythos die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus darzustellen sucht, ist der weitgehendste und direkteste Versuch der Dichterin, in ihrem Werk politische Aussagen zu machen.
Else Lasker-Schüler war gewiß keine politische Dichterin.

Daß ich nur von mir spreche, geschieht aus übergroßer Gerechtigkeit, Gewissenhaftigkeit, nicht aus Selbstschätzung. Nämlich, weil ich mich nur kenne und von mir Auskunft geben kann.

Ihr Interesse und Verständnis für ihre Umwelt erwächst nicht aus der Konfrontation, sondern aus der Identifikation. Die Intensität der Dichtung gewinnt mit der Nähe zum Gegenstand, geht am nächsten, wenn die Dichterin von sich spricht und, was gleichbedeutend ist, von Menschen, die sie liebt. Will sie über anderes als über sich schreiben, stellt sie sich nichts vor. Sie versetzt sich in ihren Gegenstand hinein.

Was wir nicht verstehen, verachten wir und töten wir mit Vorliebe. Wer nie den hilflosen Baum hörte beim Fällen, ihn bluten gesehen oder die Adern eines Felsens schwellen gesehen, schiebt man den Sprengstoff zwischen den Spalt seines Steins, sollte sich mit der Schöpfungsgeschichte näher befassen.

Else Lasker-Schüler ging es nie um Information, Objektivität, auch nicht in ihrer Prosa. Als 1937 ihr Buch Hebräerland erschien, schrieb sie:

Ich glaub, ich habs gut gemacht, und nit langweilig, nit literarisch und sozial ökonomisch oder sowas langweiliges.

Sie bekannte, „daß ein Buch sozusagen zu guter Letzt in eine Goldwerkstatt muß. Jedes Wort habe ich vergoldet und bin nun selbst – zufrieden.“
Die „vergoldeten Worte“ der Dichterin machen es bis heute leicht, ihre Prosa als verstiegen und überspannt abzutun. Aber Else Lasker-Schüler war längst nicht so weltfremd, wie man sie aus Zitaten oft montieren möchte. Staatsfremd – wenn es dieses Wort gäbe, gewiß. Denn:

Der Dichter vermag eher eine Welt als einen Staat aufzubauen.

Aber ist es weltfremd, wenn sie schreibt:

Wir haben sie (die Natur) tödlich verwirrt und getroffen. Denn die Natur ist nicht der Menschen Schemel, den sie rücken oder gar durchsägen können nach Belieben.

Ist es weltfremd, wenn sie, befragt zum Paragraphen 218, notiert:

Aber warum werden nicht öffentlich unschädliche Mittel (zur Empfängnisverhütung) verkauft? Außerdem haben nur weibliche Richter über diesen Paragraphen zu bestimmen, da bekanntlich Männer noch nie im Leben es bis zum neunten Monat gebracht haben.

Und schließlich ist sie mit der Forderung, die sie 1925 in der Protestschrift Ich klage an gegen ihre Verleger aufstellt, ihrer Zeit ein gutes Stück voraus:

Organisieren wir uns doch wie die Arbeiter, machen wir unsere Kunst staatlich.

Natürlich sollen diese Handvoll Zitate, kann das Fragment Ich und Ich Else Lasker-Schüler nicht zu einer politischen Dichterin machen. Denn: Belehren wollte Else Lasker-Schüler mit ihrer Dichtung nie. Sie verabscheute die „Oberlehrer“, die „Frisöre der Literatur“, „die ,geistigen‘ Arbeiter, die Verseklöse in den Suppentopf der Arbeiter werfen“. Sie war „nur eine Dichterin… Der Dichter beabsichtigt beim Dichten seiner Dichtungen überhaupt nie etwas. Er muß eben dichten.“
Und lieben.

Liebe (ist) Offenbarung, Himmelreich. Nur diese Reise hat der Künstler zum Schaffen nötig.

Kurz vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus soll sie gesagt haben:

Mit mir geht es zu Ende. Ich kann nicht mehr lieben.

Freunde, die ihr im schweren Leben halfen, standen ihr auch beim schweren Sterben bei. Else Lasker-Schüler starb am 22. Januar 1945 an Herzversagen.

MEIN STERBELIED

„Bin welk und mürbe –
Mir ist, als ob ich stürbe –
Ja, gestorben bin.

Entblättert ist mein Sinn –
Das Licht meiner Augen trübe.

Der Himmel meiner Liebe
Sank in die Grube,
In mein steiles Kinn.

Es blühen in meiner Stube
Deine Lieblingsblumen zwischen Immergrün
Und meinem Rosmarin.

Doch alle beglückenden Farben
Seit meines Lebens Anbeginn
Aus meinem Leben entfliehn,

Die mich ganz bunt umwarben –
Starben…

Um mit dem Wolkenbild
In die Himmlischkeit zu ziehn.

Ulla Hahn, 1981, aus Ulla Hahn: Dichter in der Welt, Deutsche Verlags-Anstalt, 2006

 

 

Carl Stern: Erinnerungen an Else Lasker-Schüler

Beitrag zum 70. Todestag der Autorin:

Burkhard Reinartz: „Meine Seele verglüht in den Abendfarben Jerusalems“
deutschlandfunk.de, 21.1.2015

Zum 150. Geburtstag der Autorin:

Else Lasker-Schüler 150 Jahre Meinwärts
els2019.de

Lutz Hagestedt: Das Herz der Avantgarde
literaturkritik.de, Februar 2019

Peter Mohr: „Bin ein tieftrauriger Mensch“
titel-kulturmagazin.net, 11.2.2019

Oliver vom Hove: Eine große Liebende im Porträt: Else Lasker-Schüler
Der Standart, 3.2.2019

Stefan Dege: Lyrikerin, Poetin, Zeichnerin: Else Lasker-Schüler zum 150. Geburtstag
Deutsche Welle, 8.2.2019

Ulf Heise: Der „schwarze Schwan Israels“
FreiePresse, 8.2.2019

Andreas Kilcher: Prinz Jussuf von Theben, die Dichterin aus Wuppertal
tachles.ch, 8.2.2019

Christian Lindner: Die Dichterin Else Lasker-Schüler
deutschlandfunk.de, 11.2.2019

Andreas Platthaus: Fernab der Stiefwelt
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.2.2019

Thomas Hartmann: Else Lasker-Schüler – die provokante Poetin
mdr.de, 11.2.2019

Ulrike Sárkány: Große Lyrikerin mit positivem Weltbild
ndr.de, 11.2.2019

Natascha Freundel: Am Grab von Else Lasker-Schüler
ndr.de, 7.2.2019

Marie Luise Knott: Blau vor Paradies
perlentaucher.de, 14.5.2019

 

 

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