Franz Hodjak: Poesiealbum 232

Hodjak/Neumann-Poesiealbum 232

GEDENKMINUTE
für Franz Fühmann

der begonnene tag: das bekannte buch.
regen hängt schwer in den bäumen.
durchs fester steigt wie ein dieb der geruch
von jäh unterbrochenen träumen.

die radios rütteln am hirn, am gebein.
die zweite schicht grüßt die dritte.
die regel ist: entweder allein
oder drin in der goldenen mitte.

die glyzinien blühn, und frieden ist.
ich will, was ich höre, auch sehn.
ist jemand da, der Fühmann vermißt?

kein verzweifeln packt mich, kein bangen.
nur trinke ich mehr, um aufrecht zu gehn.
noch ein freund ist weggegangen.

 

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Franz Hodjak

Die gegenwärtige rumäniendeutsche Lyrik hat mit dem 1944 geborenen Franz Hodjak einen ihrer eigenwilligen Autoren. Seine Gedichte, wenn sie Szenarien des Alltags oder historische Gleichnisse entwerfen, wenn sie Schnappschüsse oder virtuose Reflexionen liefern, gewinnen Schärfe durch eine flügelstark aufschwingende Phantasie. Das beiläufig Bemerkte wird zu treffsicherer Ironie, das lässig Gesagte zum nachhaltigen Gedanken – souveräne Angebote für einen offenen Dialog.

Ankündigung in Aimé Césaire: Poesiealbum 231, Verlag Neues Leben, 1986

Hodjak

hat den späten Brecht, aber auch die Konkrete Lyrik studiert und bringt seine Arbeitserfahrung auf einen eigenen formalen Nenner.
Heinz Piontek

Hodjaks Gedichte bewegen sich zwischen den Ausdrucksmodalitäten des Poems und des zugespitzten Aphorismus, er pflegt die epigrammatische und parabolische Dichtung, und auf der Suche nach der lyrischen Essenz erkennt er unfehlbar die aktuellen gesellschaftlichen Probleme.
Mihály Ladányi

Diese Gedichte konstruieren keine erstrebenswerten Existenzmodelle, sondern leben aus der Freiheit und der sanften Kraft der Illusionslosigkeit. Die Phantasie verwandelt das Erlebnis immer in ein Kunstprodukt mit präzisen Umrissen.
Peter Motzan

Verlag Neues Leben, Klappentext, 1987

Die gegenwärtige rumäniendeutsche Lyrik

hat mit dem 1944 geborenen Franz Hodjak einen ihrer eigenwilligen Autoren. Seine Gedichte, wenn sie Szenerien des Alltags oder historische Gleichnisse entwerfen, wenn sie Schnappschüsse oder virtuose Reflexionen liefern, gewinnen Schärfe durch eine flügelstark aufschwingende Phantasie. Das beiläufig Bemerkte wird zu treffsicherer Ironie, das lässig Gesagte zum nachhaltigen Gedanken – souveräne Angebote für einen offenen Dialog.

Verlag Neues Leben, Ankündigung

 

Beitrag zu diesem Buch:

Helmut Britz: „Die goldene Vergangenheit der Zukunft“
Neue Literatur, Heft 11, 1987

 

Eine Lesung  von Franz Hodjak aus unveröffentlichten Texten und ein Gespräch mit den Autoren Werner Söllner und Peter Motzan am 27.5.1992 im LCB.

 

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Fakten und Vermutungen zum Poesiealbum + wiederentdeckt +
50 Jahre 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6

 

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Zum 60. Geburtstag des Autors:

Peter Motzan: „Ich wohne in einem Türrahmen“
Ostragehege, Heft 35, 2004

Zum 70. Geburtstag des Autors:

Tom Schulz: Sehnsucht nach Feigenschnaps
Neue Zürcher Zeitung, 26.9.2014

Georg Aescht: Mühlen antreiben, doch welche? 
Franz Hodjak (70) weiß Letzteres nicht und tut Ersteres erst recht
Siebenbürgische Zeitung, 19.10.2014

Fakten und Vermutungen zum Autor + KLG
Porträtgalerie
shi 詩 yan 言 kou 口

 

Franz Hodjaks Laudatio zum Siebenbürgisch-Sächsischer Kulturpreis 2013 in der St.-Pauls-Kirche Dinkelsbühl.

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