Felix Philipp Ingolds Skorpioversa – Bildwerk und Sprachwerk (Teil 9)

Bildwerk und Sprachwerk

Teil 8 siehe hier

Gerhard Richter hat diese Gesetzmässigkeit, an der Norm und Zufall gleichermassen Anteil haben, in seinen Lackbildern (lack skins, 1990er Jahre) systematisch genutzt, indem er verschiedene Lacke auf einer Platte verschüttete und deren wechselseitige Durchdringung als «Bilder» fixierte. «Das ist», meint er dazu, «schon sehr magisch und fast unfair.» Zwanzig Jahre danach arbeitete er in ähnlicher Weise mit einem Gemisch von Tusche und Benzin auf Papier. Ob er dabei an Runges Experimente dachte, sich von ihnen anregen liess, bleibt offen. Klar aber ist, dass seine bildnerischen Versuche und Erfahrungen insgesamt auch für die Sprachkunst von Interesse sind, die auf durchaus vergleichbare Art ihre Werke entstehen, sie erwachsen lässt.

 

© Felix Philipp Ingold & Planetlyrik

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