István László G.: Sandfuge

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von István László G.: Sandfuge

István László G.-Sandfuge

PROMETHEUS

Was innen und am Himmelsauge brennt,
das vermehre er, dass die Landschaft nachts
wie Argusaugen sich aufschlägt, um das Wild
aufzuscheuchen, den Gott im Auge zu behalten,
glühend ihn auszukundschaften, dann
schmerzen auch die Schnabelspuren nicht so,
wenn sie die Haut verhören, das Fleisch
von den Knochen schmelzen, die weißen
Wurzeln zermalmen, ohne die der Mensch
zur Erde wird, er ist gekommen, um zu vermehren,
er spürte wohl die raue Oberfläche des Felsens
an seinem Rücken, die Ketten, die das Handgelenk
festhalten wie eine Kinderhand immer den Vater,
wenn eine Generation in eine neue Erde
hineinwächst, die Leber nachwächst, der Pfeil
des Herakles ist nur eine Scheinfrucht in der Zeit,
ein hohler Keil, er sah nun im Licht des Feuers,
dass jede Qual Teil des Schicksals ist, ein Nerv
zwischen den Komisuren der Zeit, kalt wurde sein Herz,
als er es in der Hand hielt, doch wusste er,
warum er gekommen war.

 

 

 

Quickinfo für Buch- und Großhandel

In einer Kathedrale, einem Burger King und einem Kaffeehaus, auf dem Rücksitz eines Taxis, beim Köpfen eines Fisches und beim Scheuern des Bodens sind die Figuren aus István László G.s Gedichten auf der Suche. Sie suchen nach Gott, nach sich selbst, nach ihrem Platz und ihrem Weg auf dieser Welt. Die Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste, von denen seine Gedichte erzählen, verwebt G. mit biblischen Geschichten und griechischen Mythen und bewegt sich so über einen konkreten sozialen, religiösen oder literarischen Kontext hinaus. Der Rahmen, den er für seine Gedichte aufspannt, ist vielmehr der eines fortschreitenden und sich fortschreibenden Mythos, ein Mythos der Menschheit und der Menschlichkeit.

merz&solitude, Ankündigung

Der vorliegende Band

präsentiert, in der deutschen Übersetzung von Orsolya Kalász und Monika Rinck, eine Auswahl von Gedichten aus den beiden jüngsten Lyrikpublikationen von István László G. Amíg alszom, vigyázz magadra (Wache über dich, während ich schlafe) 2006, und Homokfúga (Sandfuge) 2008

merz&solitude, Klappentext, 2009

 

Fakten und Vermutungen zum Autor
Fakten und Vermutungen zur Orsolya Kalász
Porträtgalerie
shi 詩 yan 言 kou 口
Fakten und Vermutungen zu Monika Rinck + Schow + Porträt +
DAS&DCoupettes
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Beitragsbild von Juliane Duda zu Richard Pietraß: Dichterleben – Monika Rinck

 

Monika Rinck beim 22. Literaturfestival Druskininkai Poetic Fall 2011.

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