TEXT+KRITIK: Yoko Tawada – Heft 191/192

Mashup von Juliane Duda zum Buch TEXT+KRITIK-Yoko Tawada – Heft 191/192

TEXT+KRITIK-Yoko Tawada – Heft 191/192

RAUM GEBEN

– Ein Gedankenexperiment, für und zu Yoko Tawada. –

1
Wir stellen ein Subjekt in den Raum. Ein Subjekt, so es in den Raum und nicht bloß in einen Satz gestellt ist, sagt gerne Ich (manchmal sagt es ja auch Wir), es nimmt wahr und stellt sich vor: z.B. Raum. Von dem Raum, in – und in der Tat nicht vor – dem es steht, sagt es anfänglich, er sei ein Raum: ein bestimmter mit einem unbestimmtem Artikel, vier Wänden, Plafond und Boden:

Ich stehe in einem Raum.

Der lässt sich ermessen, zur Not und beileibe ja auch mit Händen und Füßen, mit Schritten, Ellen und Spannen – immer an der Wand lang, von Wand zu Wand, von der einen zur anderen: dieser Raum ist eindeutig und spürbar begrenzt.

Lautlos öffnet sich eine Tür und gibt ihm einen Nebenraum, eine Mehrzahl. Fenster tun sich auf und machen die Räume sichtlich zu Innenräumen; draußen, nimmt das Subjekt dadurch wahr, ist Außenraum. Geht es hinaus, steht es vor einem Haus.

Der Außenraum hat zwar einen bestimmten Artikel, doch keine Nebenräume; auch lassen sich seine Länge, Breite, Höhe nicht so einfach bestimmen. Das Subjekt stellt sich, da es einer Grenze nicht gewahr wird, vor: er sei unbegrenzt. Früher stellte es sich da etwas anderes vor – Himmelsgewölbe, Kristallsphären, jenseitige Welten; heut versteht es sich als aufgeklärt. Es sagt: „unermesslich“ und versucht sich Unendliches vorzustellen, es sagt, um Un-Wörter zu vermeiden („think positive!“), weiterhin: Luftraum, schließlich: Weltraum, endlich: All. Im Englischen könnte es einfach space sagen, aber da wäre auch ein subject was anderes (um vom Japanischen mal ganz zu schweigen).
Für seine verschiedenen Vorstellungen von Unbegrenztem benutzt ein deutsches Subjekt in seinem Sprachraum ausschließlich Einzahlen und bestimmte Artikel; so könnte es z.B. kaum „ein All“ sagen – wiewohl „ein Universum“ in bestimmten Fällen schon möglich wäre, als mehrere gleichzeitig aber schwierig vorzustellen. Diverse Adjektive, z.B. „deutsch“, geben dem Raum wiederum eine Bewandtnis, grenzen ihn ein, von anderen ab – falls sie ihn nicht explizit entgrenzen. (Und wie negativ „begrenzt“ da auf einmal klingen kann…)
Wenn es dem Haus aber nicht den Rücken zukehrt, sieht das Subjekt, dass die Hauswand eine Grenze ist, die den Unterschied macht zwischen Innenräumen und Außenraum – zwischen Einzahl und Mehrzahl. Und dass auch das Haus nur ein Haus ist, das neben anderen stehen kann. Anderen, die auch ganz gleich aussehen können. Aber durchaus auch ganz anders; da lässt sich mit Adjektiven einiges machen. Das Subjekt differenziert seine Wahrnehmungen vergleichsweise, stellt Einzelheiten fest, Eigenheiten des Einen im Vergleich zu anderen, vielen, zwischen Plural und Singular: das grüne Haus, das niedrige Haus, das neue Haus – wobei es höhere, ältere, andersfarbige Häuser im Blick hat. Da das Subjekt aber Ich sagt, könnte es auch einfach „mein Haus“ meinen: DAS Haus kann im Verhältnis zu anderen Häusern, aber auch nur zum Subjekt stehen. DAS HAUS als Ereignis, Eigenheit, Eigentum – ein Eigenheim?
Das Subjekt steht davor, deutet darauf, es sagt OBJEKT dazu und kann sich erinnern, wie es drinnen war, in Innenräumen, und sich den Außenraum vorstellte, von dem es da nur einen kleinen Ausschnitt sah, der ihm (im Gegenteil und durch Fensterrahmen) unbegrenzt erschien. Nun aber sieht es vom Innenleben nur einen Ausschnitt. Durch das, was es sieht – einen Rahmen [eine Wand], ein Fenster – macht es sich ein Bild. Hält sich damit raus und richtet sich seine (oder in seiner?) Vorstellung gleichzeitig häuslich ein. 

Das Subjekt, das Ich sagt, sagt sich:

Ich kann mir vorstellen, was hinter der Wand ist, die da vor mir steht. In meiner Vorstellung hat vieles Platz, wo nicht alles – sogar der Weltraum, das All (und vielleicht sogar mehr als ein Universum), als hätte sie keine Grenzen. Sie ist mein Innenraum; der Innenraum, gegen den alle anderen Räume Außenräume sind und begrenzt. Sogar der Weltraum ist ja ein Raum durchaus begrenzter Zugänglichkeit. Theoretisch kann man ihn ermessen, wenn auch nicht mit dem Körper: in Lichtjahren, in Gigaparallaxensekunden… Der Innenraum meiner Vorstellung aber ist unermesslich.

(Kann ja sein, da legt es auf sein Possessivpronomen ein wenig zuviel Gewicht.) 

Gerade hat das Subjekt Einzahl und Mehrzahl vertauscht, hat aus den Innenräumen den Innenraum gemacht, hat ihn sich ereignet, angeeignet, ihn einfach zur eigenen Einzahl gezählt: Eins zu Eins, hat damit eine Vorstellung von außen nach innen gestülpt und umgekehrt, und dazu einen bestimmten Artikel in Stellung gebracht. 

Dafür hat es nämlich einen Grund – und einen guten Grund, sagt es, für Innen und Außen verbindlich, auf dem es besteht, auf dem sich fest stehen und feststellen lässt: Grund und Boden. (Dieser solide Boden der Tatsachen! Diese Attraktivität einer größeren Masse per Schwerkraft! Was ist Schwerkraft?) Und Füße hat es, um darauf zu bestehen, zu gehen, um seinen Weg zu machen. Es kann mit den Armen wedeln soviel es will – deswegen wird es nicht vom Boden abheben; es braucht einen Grund. Einen Grund mit unbestimmtem Artikel, der auch ein Zahlwort sein könnte, eine Einzahl aus vielen Gründen. „Tragfähig“ wäre z.B. ein passendes Adjektiv; auch aus- oder zureichend wird gern verwendet. 

Vögel fliegen ganz ohne Grund, es genügt ja, dass sie Flügel haben; Gründe brauchen sie nur zum Ruhen. Fische brauchen nicht einmal das. (So fishes are creatures completely beyond reason?) 

Boden, unterstellt das Subjekt, sei etwas Massives: Erde, Gestein, Sand, Fels; unter Grund versteht es eher ein Areal, eine Art Grenzfläche, die Erdoberfläche z.B., worauf sich Linien, Grenzen ziehen, Unterschiede herstellen lassen: mit Mauern und Zäunen Verhältnisse als Eigentumsverhältnisse festgestellt, festgeschrieben werden können. Eine Fläche, zweidimensional, eine ebene, plan wie ein Blatt Papier, worauf sich Verhältnisse eindeutig feststellen, abbilden lassen: Substantiv oder Adjektiv, die Ebene oder die ebene Fläche, die plane – oder der Plan. Oder die Plane? Areal groß- oder kleingeschrieben? Pläne macht das Subjekt für die Zukunft, für ein Haus z.B. einen Grundriss. 

Auch Bäume stehen fest, verwurzelt im Boden, aber das Subjekt kann sie fällen (wie Entscheidungen, Urteile) und zum Zaun- oder Hausbau verwenden. Denn das bodenständige Subjekt stellt sich vor Sachverhalte, die es akut nicht ermessen kann, gern etwas: vor. Eine Wand, eine Art vertikalen Grund. So gibt’s einen Vorwand, so kann es dann auch versuchen herauszubekommen, was dahintersteckt. Eine Projektionsfläche, auf der es sich Bilder machen kann von der Welt dahinter (die es so sogar Jenseits nennen kann) oder von sich selbst, seiner Innenwelt: ein Rahmen für den Durchblick, ein Spiegel, ein Fenster – das kennt es ja von Haus aus. 

Anfangs haben wir noch „ein Subjekt“ gesagt, jetzt sagen wir schon eine ganze Weile „das“. Wie konnte das geschehen? 

Steht ein Subjekt, ein Ich, in einem Satz, zumal einem deutschen, kann es sächlich erscheinen, ganz sachlich, als ein neutraler Satz-Gegenstand ohne hormonelle oder sonstige körperliche „Einschränkungen“. Ist es aber in einen Raum gestellt, steht es sowohl im Satz als auch im Raum, wird es („unter Umständen“) als different wahrgenommen – neben anderem und anderen – z.B. als er oder sie, selbst wenn es selbst diese Grenzen oft nicht so präzise zieht: hat jedes Ich ein leibhaftiges Verhältnis zur dritten Person. Und zu dritten Personen; eine dritte, von ihm ausgeschlossene Person erscheint in sich seltsam different – Singular und plural: sie sind die Anderen, kann auch die Andere sein.

Als könnte ein Satz für das Subjekt zur zweidimensionalen Umgebung werden, in der ihm die Leibhaftigkeit einer dritten Person abhanden kommen, in der man so tun kann, als gäbe es bloß ein (oder gar das) Ich, diese Erste Person, eindeutig und neutral: objektiv. Als sei es 1, sei das Eine und alles und jeder Andere, alle Mehrzahl sei ja nur eine: seine Vervielfältigung. Und der Satz grundsätzlich: ein zureichender Grund, aufgrund dessen das Subjekt objektiv über sein Sein befindet, im Gegensatz zum Nichtsein (binär steht es da 1:0 – und damit das Digitale ins Haus), womit es sein Ich-Sein, Eins-Sein, sein In-der-Welt-Sein begründen kann: sich setzt. Als sei dieser Satz ein Stuhl, nimmt es Platz. Und wo einer besitzt, kann logisch kein anderer sitzen; wo ein (auch eigentümlich arealer) Platz schon genommen wurde, ist da keiner mehr?

(Öffentlichkeit, sagt Hannah Arendt, sei Präsenz der Anderen.)

Als gäbe es eine Verbindung zwischen dritter Person und dritter Dimension, als könnte man die einfach auf Normalnull reduzieren, als genügten zwei davon, um die Welt zu erklären: tertium non datur. Da ist ein Punkt, eine Linie, ein Ich und dort ist ein zweites und dazwischen ist Leere, ist „Nichts“. Hier ist die deutsche Sprache, dort die englische, da die japanische… Und das Deutsche ist ja eine trickreiche Sprache, in der ein Hilfsverb zum philosophischen Essential gemacht werden kann und manch ein Personalpronomen zur psychologischen Instanz; in anderen Sprachen kann man da nur staunen. Unverzichtbar für solchen Zauber nahezu kosmischer Singularitäten aber ist ein bestimmter Artikel: DAS Ich und DAS Es und DER Mensch und DIE Sprache als DAS Haus DES Seins… 

Schon wo der Singular aufgegeben wird, nicht mehr allein die Einzahl zählt, verflüssigen sich die Sprachen – als Häuser der Seine, der Seine: ein Fluss, ein Einfluss wird hier möglich und (auch) weiblich, kein Rhein, weder Tiber noch Don. Differenz sickert ein, ihre Möglichkeiten – eine Rhône vielleicht, französisch: le Rhône, eine Donau oder auch eine Oder: ein Grenzfluss, eine fließende Grenze, die trennt, doch nichts feststellt, die nicht einfach übergangen oder verschoben werden kann, wohl aber überbrückt. [Eine Brücke wäre ein guter Grund, über Wasser zu gehen…] Das flüssige Sprechen oder das Flüssige sprechen: eine Sprache, fließend und stockend, mündend und mundende, Plätschern wie Stille, Rinnen und Rauschen, Seen, Kaskaden, Katarakte, Tropfen für Tropfen, Einzahl und Mehrzahl verschwimmend, verfließend, versickernd: das Wasser und die, die Tropfen und der – oder das oder und. Tropfen für Tropfen, der, die und das fließen, das Fließen, Fließende, die oder auch der: eine Unzahl, Meerzahl. Eine Sprache, eine von vielen, verschiedenen, eine Sprache, die Differenz ermöglicht – „wie andere auch“. Differenz ermöglicht, räumt ein, gibt Raum: zwischen Wänden, Sprachen, Ufern, Stühlen, Menschen (Frauen, Männern), zwischen allem, was gleich ist und anders sein kann. In einer Gleichzeit sein kann, gegenwärtig. In Verhältnissen, Relationen, Räumen: in Bewegung. Was sich nicht versteht, nicht von selbst versteht, was sich immer wieder verständlich machen muss, möchte: was ja sein kann, gleich sein kann, anders – konjunktiv, möglich, verbindlich. Was nicht so sehr festgestellt haben will, wie etwas ist (die Sache mit dem Subjekt z.B.), sondern zusehen, wie es sich verhält; wie er sich verhält, wie sie sich verhält und verhalten. Zusehends. Und wozu? Zu einander – zum Beispiel. Eine Relation: nicht gleich auf Linie bringen, ins Zweidimensionale und eindeutig, wo Differenz bloß das Ergebnis einfacher Subtraktion wäre, abzählbar, auf einer Skala von Mehr-oder-weniger, die Verhältnisse nicht vergleichsweise festlegen. Hingegen – sie zum Tanzen zu bewegen: ihnen ihre eigne Melodie vorsingen, Mehrstimmig womöglich? Eine Melodie: eine Stimme, die sich im Raum bewegt, im bestimmten Raum: im Volumen eigener Möglichkeiten. Die sind zwar nach oben, nach unten, nach außen begrenzt – aber hat eine Stimme Ufer? Sie kann springen, sie könnte ja jodeln, Bruststimme, Kopfstimme: zwei Stimmen aus einem Mund. Sie kann Obertöne erzeugen, etwas fast Jenseitiges, das klingt, als käme es nicht aus dem gleichen Körper wie die Stimme, oder aus gar keinem Körper: schwebe so seltsam schwere und grundlos im Raum. Aber ohne ein Differentes, diese leibhafte Stimme, schwebte auch das nicht. Jener Klangraum, in dem sich eine Stimme singend bewegt, ist zwar begrenzt, doch nicht abgeschlossen und kaum ausschließlich: andere Stimmen, andere Instrumente, andere Geräusche können auch Raum darin finden – Eigenräume, die einander durchdringen; wo sie als Wellen interferieren, nennen wir das manchmal Musik. Manchmal ein Gespräch. Die Gegenwart der Anderen, die auch die Andere sein können – Ich sagen als Uneins, als sie, als eine, eins von vielen, anderen. Und auf diesem Anderssein nicht beharren, nicht bestehen, auf eine „Identität“ nicht festlegen lassen, sondern sie als Beweggrund sehen, als Möglichkeit; als einen doppelten Tanzboden, Resonanzboden, als Raum, in dem sich die Wörter, die Dinge zum Schwingen, zum Klingen bringen lassen, Verhältnisse zum Tanzen bewegen.

2
Wir stellen ein Subjekt in den Raum. Ein Subjekt, so es in den Raum und nicht bloß in einen Satz gestellt ist, sagt gerne Ich (manchmal sagt es ja auch Wir), es nimmt wahr und stellt sich vor: z.B. Raum. Von dem Raum, in – und in der Tat nicht vor – dem es steht, sagt es anfänglich, er sei ein Raum: ein bestimmter mit einem unbestimmtem Artikel, vier Wänden, Plafond und Boden:

Ich stehe in einem Raum.

Der lässt sich ermessen, zur Not und beileibe ja auch mit Händen und Füßen, mit Schritten, Ellen und Spannen – immer an der Wand lang, von Wand zu Wand, von der einen zur anderen: dieser Raum ist eindeutig und spürbar begrenzt. 

Lautlos verschiebt sich ein Stück Wand und gibt ihm einen Nebenraum, eine Mehrzahl. Gleitende Wände aus Rahmen und Reispapier öffnen und schließen die Räume, auch auf einen Innenhof, tsuboniwa, der von lauter Außenwänden umgeben ist, permanent offen nur nach oben, für allerlei Einfälle von Licht, Dunkelheit, Regen und Schnee – eine Bühne der Jahreszeiten, auf der ein paar Steine und wenige Pflanzen so gesetzt sind, dass sie aus jedem der angrenzenden Räume einen anderen Landschaftsraum entstehen lassen auf einer minimalen Grundfläche, die oft von Kies bedeckt ist, manchmal auch mit Moos. Unter Dach und Fach sitzt man in einem Raum, dem zeitweise die vierte Wand fehlen kann, um in ein „Freies“ zu schauen, das vollständig umstellt ist: meist von drei Räumen und einer Mauer, die zur Gasse oder zum Nachbargrundstück hin abgrenzt. Ein tsuboniwa ist ein unüberdachter Vorstellungsraum, wandlungsfähig – es kann darin sogar Trittsteine geben, was jedoch nicht heißt, er sei zum Betreten gedacht; aber ausgeschlossen ist auch das damit nicht. Es kann ein Wasserbecken und eine Steinlaterne geben, in der ein Licht (das Element Feuer) erscheinen kann. Manche dieser Gärten erscheinen manchen Menschen als kosmische Ereignisse. Es gibt vielleicht nicht mehr viele davon; auch in Japan wird inzwischen anders gebaut. Sie erinnern an Landschaften der Außenwelt, sie verkörpern, was Erinnern ist, und nur eine ihrer vier Außenwände berührt dabei die Außenwelt, wäre also auch eine Innenwand, Einwand.

Barbara Köhler

 

 

 

Inhalt

– Yoko Tawada: Vierundzwanzig

– Hannah Arnold: Yoko Tawada: Sprachmutter für Muttersprachler

– Hugo Dittberner: Wirklichkeits-Lektüren mit Yoko Tawada

– Linda Koiran: „Offen und ent-ortet“, Anmerkungen zur Gestalt von Yoko Tawadas Werk

– Sigrid Weigel: ,Europa‘ als Schauplatz der Geburt des Schreib-Ichs aus dem Nichts

– Ferdinand Schmatz: Die Dichterin setzt sich den Wörtern aus und Sätze ein. Zum Sprachgebrauch bei Yoko Tawada

– Yoko Tawada: Der Handwerker 

– Barbara Köhler: Raum geben. Ein Gedankenexperiment, für und zu Yoko Tawada

Hans Eichhorn: Die unerträgliche Leichtigkeit der Poesie. Marginalien zu Yoko Tawadas Opium für Ovid

– Sieglinde Geisel: Kopfkissenbuch der Verwandlung. Die Anverwandlung literarischer Motive und Wahrnehmungsweisen von Ovid und Sei Shonagon in Yoko Tawadas Opium für Ovid

– Peter Waterhouse: Das Hufeisen im Bahnhof St. Jean. Über den Anfang von Yoko Tawadas Schwager in Bordeaux

– Julia Genz: Inexistente Bezugssysteme. Yoko Tawadas Schwager in Bordeaux

– Ilma Rakusa: Die Welt als Zeichen. Yoko Tawadas eigenwillige (Über)Setzungen

– Bernard Banoun: Leben – Schrift – Bruch. Jüdische Spuren in Texten Yoko Tawadas

– Corina Caduff: Literatur und Komposition. Yoko Tawada trifft Isabel Mundry, Aki Takase und Peter Ablinger

– John Namjun Kim: Die Poetik einer transzendentalen Deduktion. Das Ich bei Tawada und Kant

– Matthew Königsberg: Nachtzug nach nirgendwohin. Das japanischsprachige Prosawerk Yoko Tawadas

– Christine Ivanovic / Miho Matsunaga: Tawada von zwei Seiten – Eine Dialektüre in Stichworten

– Christine Ivanovic / Yumiko Saito: Bibliografie Yoko Tawada

 

Yoko Tawada wurde 1960 in Tokio geboren,

seit 1982 lebt sie in Deutschland. Sie schreibt auf Deutsch und Japanisch, ihre literarische Arbeit ist bestimmt von der Differenz der Kulturen und Sprachen und ihrer Schriftsysteme. Den daraus erwachsenen „fremden Blick“ macht sie in Essays und Gedichten, Prosatexten und Theaterstücken auf einzigartige Weise produktiv.
Das Heft widmet sich auf poetische wie auf analytische Weise den vielfältigen Aspekten sowohl des deutschsprachigen wie auch japanischen Werks. Es enthält neue, bisher unveröffentlichte Texte Yoko Tawadas.

edition text + kritik, Klappentext, Juli 2011

 

 

Fakten und Vermutungen zu TEXT+KRITIK

 

 

Lilian Peter: HOW TO COOK A PHALLUS #6 Aufforderung zum Zungentanz: Für eine Umwertung der literarischen Werte

Neue Überseezungen. Yoko Tawada

Hana Paseková: Verwandlungen von Tawada Yōko

Jacqueline Gutjahr: Einladung zum Spiel – den Texten von Yoko Tawada auf der Spur

Florian Gelzer: Sprachkritik bei Yoko Tawada

Peter Waterhouse: Laudatio (Manuskript 1–11, Manuskript 12–25) zum 5. Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung 2013 an Yoko Tawada

 

„Überseezungen“: Yoko Tawada und Pia Tafdrup sprechen über „Poesie und Verfremdung“, am 10.10.2014 im Lyrik-Kabinett München, Moderation: Heinrich Detering.

 

 

Humorvoll und mit Tiefgang – Yoko Tawada

 

Fakten und Vermutungen zu Yoko Tawada + DAS&D + KLGIMDb +
PIA
Porträtgalerie: Autorenarchiv Isolde Ohlbaum + Keystone-SDA +
Brigitte Friedrich Autorenfotos + deutsche FOTOTHEK
shi 詩 yan 言 kou 口

 

Yoko Tawada liest am 5.7.2011 im Koeppenhaus in Greifswald.

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