Vladimír Holan: Vor eurer Schwelle

Holan-Vor eurer Schwelle

SCHALLPLATTE

„Die platte ist gesprungen!“ sagt die stimme des daimoniums…
Und tatsächlich bliebt der schwarzgoldne strahl des nichts
hängen am riß zwischen gott und dem menschen,
kratz der dorn der unsicherheit am riß in der friedhofsmauer,
reißt der stachel des geheimnisses am riß in der frau

Wir spielen… Wir spielen fangen mit der zeit,
doch alles dreht sich weiter… Daher unser
bewußtsein, das bewußtsein bloßer ähnlichkeiten…

 

 

Über tschechische und slowakische Poesie

– Aus einer Rede. –

Im Jahre 1923 entstand der tschechische Poetismus. Der Theoretiker dieser Richtung, Karel Teige, hat sie im sogenannten ersten Manifest folgendermaßen definiert:

Die Kunst des Poetismus ist leger, spielerisch, phantasievoll, mutwillig, unheroisch und der Liebe zugewandt… Sie entstand in einer Atmosphäre heiterer Geselligkeit, in einer Welt, die lacht, wenn auch ihre Augen weinen. Das humorvolle Temperament überwiegt, auf Pessimismus wurde aufrichtig verzichtet.

Der Schutzheilige des Poetismus ist Apollinaire ebenso wie Majakowski. Durch die „Schule“ des Poetismus sind die bedeutendsten Dichter der Zeit zwischen den beiden Kriegen gegangen: Jaroslav Seifert, Konstantin Biebl, Vítěslav Nezval, František Halas, Vilém Závada… Ohne den Poetismus wäre die Poesie der Songs von Voskovec und Werich undenkbar, in seinem Zeichen standen auch die ersten Versuche von Dichtern wie Holan und Mikulášek. Als die Zeit des reinen Poetismus sind die Jahre von 1923 bis 1928 anzusehen. Danach beginnt seine jugendliche Unbekümmertheit, seine ausgelassene Fröhlichkeit zu schwinden, Schatten fallen auf die Gedichte, die bisher in voller Helligkeit erstrahlten. In den Versen der tschechischen und slowakischen Dichter erklingen allmählich Töne der Trauer, der Wehmut, des Leides und des Todes. Man glaubte damals und später, sich nur unter Vorbehalt dieser eigenartigen Periode der tschechischen Dichtung nähern zu können. Es fehlte auch nicht an heftigen Gegnern, die sie pauschal verurteilten. Aus heutiger Perspektive aber sehen wir, daß die Gesänge einer scheinbar subjektiven Trauer eigentlich ein sehr objektives Signal waren. František Halas sprach es im Namen all seiner Gefährten aus:

Der Tod ist kein Programm, nur der Horizont der Frösche ist auf dem Friedhof zu Ende. Die Dichtung über den Tod ist keine Verneinung des Lebens, sondern ein Stachel, der die Liebe zum Leben steigert…
Die lebensspendende Angst vor dem Vergehen ist der Kitt des ewigen Rebellentums, das sich niemals mit der Zerstörung zufrieden gibt.

Dieses schattenreiche Intermezzo endet im Jahre 1933 – das ist, wie Sie sehen, ein durchaus politisches Datum, und auch alle weiteren Schnittpunkte der tschechischen und slowakischen Poesie sind gleichsam politische Schnittpunkte. So das Jahr 1936, das Jahr des hundertsten Todestages von Mácha (Begründer der modernen tschechischen Dichtung, d. Ü.), aber auch das Jahr der Entfachung des spanischen Bürgerkrieges. Diese zwei so unterschiedlichen Impulse verschmolzen und gaben unserer Lyrik damals ein Gepräge, das auf einen anderen Sprachorganismus kaum übertragbar ist. Dasselbe kann man von unserer Dichtung im Jahre 1938 sagen, im Jahre des Münchener Abkommens, in dem die Tragödie nicht zum Verstummen der Poesie führte, sondern eine herausragende Dichtung anregte. Dasselbe gilt auch für unsere Poesie in den sechs Okkupationsjahren, in denen viele Dichter eine neue „chiffrierte“ Poetik aufgebaut haben und eine Dichtung schufen, die eine Schwester der schon berühmt gewordenen französischen Résistancedichtung ist. Die Reize dieser Poesie sind aber so tief im Sprachlichen verborgen, daß sie an der äußersten Grenze des dichterisch Übertragbaren liegt… Mit dem Mai 1945 sich unsere Dichtung wieder in alle Richtungen… Das beinahe überstürzte Tempo dieser Zeit war aber nicht imstande, die höchst sensiblen Seismographen in den Dichtern abzustumpfen, ohne die sie des Namens Dichter unwürdig wären. František Halas und František Hrubín avisieren als erste die Drohung, die für die Menschheit aus der Explosion über Hiroschima erwuchs, und Halas sieht als erster die Gefahr, die in der antihumanistischen Verzerrung des Sozialismus, im Stalinismus, verborgen war, die Gefahr, die man damals Byzantinismus nannte und die man heute als den sogenannten Personenkult bezeichnet. Halas stirbt frühzeitig im Herbst 1949, und dies ist ein fast symbolisches Datum. Unmittelbar nach seinem Tode – und im Namen seiner Verdammung – beginnen sich die Räder und Rädchen einer Epoche zu drehen, die für die Literatur (und selbstverständlich nicht nur für sie) eine Beschränkung und Festlegung auf fast nur eine einzige Saite bedeutete – Uniformität, ein Vermischen und Verwischen, ja, ein hundertachtziggradiges Umkehren aller Werte. Dichter ersten Ranges wie Seifert, Holan und Hrubín zogen es vor, zu schweigen…

Mit dem nächsten, wieder höchst politischen Schnittpunkt, mit dem Jahr 1956, endete diese unnormale Zwischenzeit und beginnt – mit einigen Rückschlägen, Rezidiven allerdings – wieder Zeit der normalen Entwicklung, der normalen Beziehungen… Vladimír Holan, einer der großartigsten Dichter der Epoche überhaupt (ich fürchte mich in diesem Fall nicht vor großen Worten), entfaltet in seinen sieben neuen Büchern, die in den letzten drei Jahren erschienen sind, einen Reichtum von Welten in seiner eigenen, eigenartigen und souverän eigenwilligen Welt. Seine sprachliche Potenz und das Ausschalten jeder hemmenden Autozensur eröffnen einen neuen Zeitraum der Poesie.

Ludvík Kundera, 1966
übersetzt von Reiner Kunze

Reiner Kunzes Übersetzungen aus dem Tschechischen

Das den Gedichtband Widmungen beschließende Gedicht spricht nur wenig verschlüsselt davon, daß Kunze sich seit seinen ersten Aufenthalten in der Tschechoslowakei zu Beginn der sechziger Jahre der tschechischen Poesie durch die eigene Übersetzungsarbeit zu nähern versuchte:

FERMATE NACH BÖHMEN
(Dem dichter Vít Obrtel)

Wenn mittags die blumen stillstehn zu wiesen,
die sich bei den rainen fassen
von heimat zu heimat,
und den himmel um ein weilchen stille bitten,
horn das himmelblau die grenztürme klein,
ganz auf ihr menschliches maß.

Das ist unsere stunde.

Da atmet die erde auf
und sagt uns beiden
für unser gedicht
den gleichen anfang.

Die durch Naturmetaphern und Personifikationen beschworene Utopie von einer menschenfreundlichen Welt mit grünen Grenzen bleibt in diesem Gedicht aus dem Jahre 1961 – vergleicht man es mit den anderen Gedichten des Bandes – in seiner idyllenhaften Version des Heimatbegriffs, wie ihn Ernst Bloch am Ende seines Prinzip Hoffnung als konkrete Utopie formuliert hat, realitätsenthoben. Diese Tendenz zum Idyllischen, die ein Kennzeichen der modernen tschechischen Lyrik ist, bestimmt auch Kunzes metaphernreiche, emphatische Charakterisierung der tschechischen Poesie:

Wer die tschechische poesie sucht, muß eine wiese suchen. Sie ist immer eine wiese. Sie grünt zwischen schornsteinen und unter dem schmerz aller zeiten. Sie grünt durch die gegenwart. Sie hat es nahe zur erde. [Hervorhebungen vom Verf.]

In seiner Bündelung von für die Lyrik Kunzes charakteristischen Themen und Motiven weist das Gedicht „Fermate nach Böhmen“ bereits auf die Gedichtbände Sensible Wege und Zimmerlautstärke voraus. Die Schlußstrophe indes wird vom Gedanken der Nähe und der Kongruenz zwischen Gedichten Obrtels und Kunzes, zwischen der tschechischen und der deutschen Poesie, bestimmt. Die lyrische Rede vom gleichen Gedichtanfang insinuiert das Übersetzen, das Übertragen und „Hinübertragen in eine andere Sprachwelt, die zugleich auch eine andere Dingwelt, Umwelt und Innenwelt ist“.
Schon das im Herbst 1961 entstandene Gedicht „Ankunft in meiner Stadt“ ist durch seine ostentative Zweisprachigkeit Indikator einer großen Sympathie für die melodiöse und bilderreiche tschechische Sprache. Horst Rüdiger spricht sogar von der „schmeichelnden Weichheit des slavischen Melos“. Mehrfach hat Reiner Kunze beim Vergleich mit seiner begriffsüberladenen Muttersprache von der sinnlicheren Sprache der Tschechen gesprochen. Im Tschechischen gebe es beispielsweise eine Diminutivform des Wortes „Gott“. „Und für jenen Vorgang beispielsweise“, so Kunze, „bei dem man den Löffel in einer Tasse rührt und dabei den Rand streift, gibt es das Wort ,cinkatí‘.“
Bemerkenswert bleibt das Faktum, daß Reiner Kunze damals, obwohl er die tschechische Sprache nicht beherrschte und auch als Übersetzer aus anderen Sprachen ohne Erfahrung war, gleichsam von der ersten Stunde an mit dem Übersetzen tschechischer Lyrik begann. Dabei kam ihm die Zweisprachigkeit seiner zweiten Frau, die die deutsche und tschechische Sprache gleichermaßen beherrscht, zur Hilfe. Unterstützung fand Kunze bei seinen Übersetzungsbemühungen, die er anfangs in Interlinearversionen durchführte, auch bei befreundeten tschechischen Dichtern. Ludvík Kundera, einer der vielseitigsten tschechischen Übersetzer, der neben Übertragungen aus dem Französischen und Russischen Dramen Brechts, Romane Bölls und Gedichte von Rilke, Trakl und Huchel ins Tschechische übersetzt hat, stand Kunze von Beginn an mit seinen Erfahrungen und Sprachkenntnissen freundschaftlich zur Seite. Ludvík Kundera und andere befreundete Autoren bemühten sich ihrerseits um Übersetzungen der Lyrik Kunzes, so daß sich bereits in den frühen sechziger Jahren ein fraternales Dichten und Übersetzen von beachtlichem Ausmaß und von erstaunlicher Intensität erkennen läßt. 1960 konnte Kunze im Aussig an der Elbe im Theater der Poesie seine Gedichte vortragen, und Elisabeth Littnerova, seine künftige Ehefrau, las deren tschechische Version. Nach Auskunft von Luboš Příhoda war es die Lyrik Vít Obrtels, die Kunzes Begeisterung für die tschechische Poesie weckte. Aus dieser Sympathie heraus entwickelte Kunze in der Folgezeit eine engagierte Übersetzertätigkeit. In der noch von Peter Huchel redigierten Zeitschrift Sinn und Form konnte schon im Frühjahr 1961 Ludvík Kunderas „Versuch, Charlie Chaplin zu loben“ erscheinen. In diesem Hymnus auf die neue Kunst des 20. Jahrhunderts heißt es:

Und der kleine Mann mit der Melone und dem Bambusstöckchen,
die beiden schier berstenden Helfer also verschmähend,
verlobte sich für alle Zeiten mit der Dame namens Phantasie;
und das besagt, die Poesie kam ganz und gar zu ihrem Recht.

Der phantasievollen tschechischen Lyrik auch im deutschsprachigen Raum und primär in der DDR ein Forum zu bieten, unternimmt Kunze, wie Příhoda detailliert zu berichten weiß, zahlreiche Versuche:

in den Zeitungen Wochenpost, Sonntag u.a. stellt er Jan Skácel, Miroslav Holub und Milan Kundera vor, und er erweitert sein Übersetzungsregister um Florian, Kainar und um Dichter, denen er sich generationsmäßig verbunden fühlt, um Jana Štroblová, Josef Hanzlík und Jiří Pistora. Sein ständiger Kontakt mit dem tschechischen Leben und das Studium der tschechischen Literatur lenken sein Interesse zur klassischen Poesie, wo man auf die ausgezeichneten Übersetzungen der Gedichte von Karel Toman hinweisen muß. Nach einer Sendung tschechischer Poesie im Berliner Rundfunk gibt Kunze 1961 im Verlag Volk und Welt das Bändchen Der Wind mit Namen Jaromír heraus, eine persönliche Auswahl aus seinem ersten Übersetzungsrepertoire. Dadurch ermöglicht er dem deutschen Leser zum ersten Mal die Begegnung mit tschechischen Dichtern, die bisher in Deutschland unbekannt wären.

Das vierzigseitige Auswahlbändchen mit zwanzig Gedichten von acht tschechischen Autoren, wurde, was Příhoda bezeichnenderweise nicht erwähnt, bereits im Jahre 1962 von kulturpolitischen Funktionären in der DDR des Formalismus bezichtigt und zu zwei Dritteln makuliert. Kunze sah sich in der DDR mit restriktiven Positionen konfrontiert, die eine produktive „Auseinandersetzung mit Traditionen der spätbürgerlichen Moderne“ noch nicht zuließen. Wenige Jahre später allerdings, in der Mitte der sechziger Jahre, wurden Nachdichtungen internationaler, auch westeuropäischer Autoren in der DDR gefördert und verstärkt publiziert. Die von Bernd Jentzsch herausgegebene Reihe Poesiealbum im Verlag Neues Leben und die Weiße Reihe des Verlages Volk und Welt, wo der Auswahlband Der Wind mit Namen Jaromír erscheinen konnte, wurden zu einem Forum für internationale Autoren von Rang wie Achmatowa, Aragon, Apollinaire, Vallejo, García Lorca, Jessenin, Halas und Walker. Die Generation Volker Brauns versuchte, ermutigt durch die Übersetzerleistungen eines Erich Arendt und Stephan Hermlin, mittels intensiver Nachdichtungstätigkeit ins Museum der modernen Poesie – so der Titel der 1960 von Hans Magnus Enzensberger besorgten Lyrik-Anthologie – zu gelangen, auch um „die eigenen sprachlichen Möglichkeiten durch die Einbürgerung von Fremdem“ zu bereichern.
Kunzes Übersetzungsband Der Wind mit Namen Jaromír versammelt Gedichte, die existentielle Fragen stellen, Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Liebe und Glück, Schmerz und Tod. Das lyrische Subjekt dieser Gedichte spricht oft und selbstbewußt von sich und scheut auch vor der Frage nach Gott nicht zurück. Für das Poesieverständnis der in dem Band vertretenen tschechischen Autoren ist das von Jan Skácel stammende Titelgedicht beispielhaft:

DER WIND MIT NAMEN JAROMÍR

Eines tages
brechen wir auf, wie wir vor zeiten versprachen
beim löwenzahn in den gelben augen der amsel.
Wir lassen die braven frauen zu haus
und gehen den vers angeln,
den, mit dem der fluß flucht, wenn er so über die steine
nachts, im dunkeln, stolpert.

Und sein kann’s, wir fangen die ganze nacht nichts,
nur wassertropfen fallen ins gras
als weinten prinzessinnen,
die barfuß aus dem walde traten.

Und sein kann’s, einer fragt dich auf der straße,
wann, meister, schreiben sie ein funkelnagelneues buch?
Und du wirst sagen, wenn’s mal regnet,
wenn ein schöner schlamm sein wird.

Und sein kann’s, der himmel erbarmt sich mit inbrunst
und tropft ins gedicht und ergießt sich in unsere schuhe,
wolken, naßkalt wie gesprenkelte forellen,
schnellen über die köpfe.

Und wir geben diesem wind den namen Jaromír
und kehren heim an fröhlichem wasser.

Das „spezifisch mährische Sentiment“ Skácels, das aus diesen Versen spricht, und die an Halas orientierte Bildwelt Skácels sind beachtenswert, an dieser Stelle aber steht die poetologische Aussagekraft im Vordergrund des Interesses. Das Dichten setzt Skácel in diesen Versen mit der einzelgängerischen, geduldigen Haltung des Anglers gleich. Der Dichter kann das Gedicht nicht machen, wie Gottfried Benn es in seiner Marburger Rede forderte, er kann es nur finden. Die Sprache des Skácel-Gedichts ist die Sprache der Natur, die Sprache des Flusses, der flucht, „wenn er so über die steine / nachts, im dunkeln, stolpert“.
Skácels Dichtungsverständnis steht unverkennbar in einer – wenngleich nicht ungebrochenen – Tradition der Romantik, in der der Dichter zum Orpheus redivivus, zum poeta doctus wird. Skácels Spiritualismus geht aus von einem inneren Zusammenhang zwischen dem Wesen der Dinge und der dichterischen Sprache. „Dichtung liegt in der Welt (der Natur) selbst verborgen, aber noch ungeweckt; ins Leben gerufen werden kann sie nur durch die Evokationskraft […] des Dichters. Es ist die Sprache der Dinge selbst, die das Dichterwort zum Klingen bringt. Der Dichtermagier hilft nur mit bei der Selbstpoetisierung der Welt.“ Wie eine moderne Kontrafaktur zu Eichendorffs Gedicht „Wünschelrute“ wirkt Skácels poetologischer Vierzeiler:

erfindbar sind gedichte nicht
es gibt sie ohne uns     irgendwo seit
irgendwo hinter     sie sind dort in ewigkeit
der dichter findet das gedicht

Auch Skácels intensive Rezeption der tschechischen Volkspoesie und der Märchen sowie die Selbstthematisierung der Poesie in zahlreichen poetologischen Gedichten bestätigen die romantische Traditionsanbindung. Was Kunze aber in jenen Jahren in der DDR vorfand, war eine bis in die siebziger Jahre hineinreichende Verzögerung und Verhinderung der Romantikrezeption, die Mandelkow als „Erbeverweigerung“ bezeichnet hat.
Nach der Veröffentlichung des Bandes Der Wind mit Namen Jaromír kam es in der DDR zu keiner weiteren Buchveröffentlichung mit von Reiner Kunze aus dem Tschechischen übersetzten Texten. Nur sporadisch konnte Kunze in der DDR von ihm übertragene Gedichte tschechischer Autoren in Zeitschriften oder Anthologien publizieren Kunze hat indes nicht nur Lyrik, sondern auch Theaterstücke, Hörspiele und Prosa aus dem Tschechischen übersetzt. Mit B.K. Becher übertrug er das 1962 in Prag uraufgeführte Schauspiel Die Schlüsselbesitzer (Majitelé klíčů) von Milan Kundera. Der auch international erfolgreiche Einakter über den tschechischen Widerstand während der Nazi-Okkupation wurde in der deutschen Übersetzung Kunzes erstmals 1963 in Göttingen aufgeführt und 1964 in der Zeitschrift Sinn und Form vollständig abgedruckt.
Ebenfalls 1964 erschien in der Bundesrepublik Kunzes zweiter, von der westdeutschen Literaturkritik unbeachtet gebliebener Auswahlband tschechischer Lyrik mit dem Titel Die Tür. Neben Autoren wie Skácel, Macourek, Milan und Ludvík Kundera, die „abseits literarischer Gruppen und Strömungen“ standen, stellte Kunze darin vor allem Lyriker der Gruppe Květen (Mai) vor, einer eher heterogenen Vereinigung von Künstlern, die sich Mitte der fünfziger Jahre gebildet und die Losung von der „Alltagsliteratur“ ausgegeben hatte, was allerdings, wie Mestan relativiert, kein literarisch verbindliches Programm bedeutete. „Eines war den Vertretern der Gruppe gemeinsam: sie lehnten die unablässige Begeisterung für das ,fröhliche Heute‘ ab, zumal sich diese Fröhlichkeit nur im Lärm der Fabrikhallen und auf Genossenschaftsfeldern abspielte.“ Die Gruppe Květen knüpfte sowohl an die Tradition der Poetisten als auch an die der existentialistischen Gruppe Ohnice an, wobei das autonome Kunstverständnis und die Überwindung der stalinistischen Ästhetik eine gemeinsame Basis waren. In seinem Vorwort zu seinem zweiten Übersetzungsband Die Tür ruft Kunze die tschechische Avantgarde der zwanziger Jahre in Erinnerung und nennt Autoren, die von ihm selbst fast ausnahmslos ins Deutsche übersetzt worden sind.

Namen wie Konstantin Biebl, František Halas, Vladimír Holan, František Hrubín, Oldrich Mikulašek, Vítězslav Nezval, Jaroslav Seifert, Vilém Závada sind wegschilder, inschriften in den almanachen der weltliteratur, der lyrik der moderne.

Die wichtigsten Lyriker der Gruppe Květen, die Kunze dann mit ausgewählten Gedichten vorstellt, sind Miroslav Florian, Karel Šiktanc, Jiří Šotola und Miroslav Holub. Von Holub, einem gelernten Immunbiologen, stammt das Titelgedicht Die Tür, und mit ihm stellt Kunze einen Repräsentanten jener tschechischen Lyrik vor, die stärker gedanklich orientiert ist. Holub unterscheidet von Skácel, was Kunert von Kunze trennt. Holubs Gedichte sind von Reflexionen und gedanklichen Paradoxa bestimmt, die sich wie bei Brecht aber auch in poetischen Bildern mitteilen können.

KNOCHEN

Beiseite legen wir
aaaaaüberflüssige Knochen.
aaaaaRippen von Reptilien,
aaaaaRaubtierkiefer,
aaaaaden Lendenknochen des Sturmes,
aaaaaden irrenden Knochen des Schicksals.

aaaaaFür den wachsenden Kopf
aaaaades Menschen
suchen wir
aaaaaein Rückgrat, das
aaaaagerade
aaaaableiben möge.

Holubs gedankliche Präzision und Pointierung bleibt in dem Band Die Tür jedoch Ausnahme von der Regel bilderreicher, von Metaphern und Adjektiven zuweilen überladener Gedichte. Neben erotisch-sinnlichen Liebesgedichten finden sich in Kunzes Auswahl auch politische Gedichte, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus, die Kunze als Kind erlebte, auseinandersetzen. Ivan Diviš, der 1941 als Siebzehnjähriger von der Gestapo verhaftet wurde, klagt in dem Gedicht „Pečkárna“ die Foltermethoden der Nazis an und schont sich selbst nicht als Überlebender. Diviš’ Porträtgedichte auf Walt Whitman und Franz Kafka sind eine Hommage an die Literatur der Moderne, wobei gerade das Kafka-Gedicht die im Mai 1963 anläßlich der 80. Wiederkehr des Geburtstages von Franz Kafka einberufene Konferenz auf Schloß Liblice bei Prag in Erinnerung ruft mit ihren Disputen über eine Rehabilitierung Kafkas in der sozialistischen Welt.
Mitte der sechziger Jahre, als Kunze in der DDR nur wenige Publikationsmöglichkeiten hatte, war er ständiger Mitarbeiter tschechischer Zeitungen und so namhafter Zeitschriften wie Host do domu und Plamen. Viele seiner Gedichte erschienen häufig, von Dichterfreunden übersetzt, zuerst auf tschechisch. Alle „21 Variationen über das Thema ,Die Post‘“, die in den Jahren 1966/67 entstanden, wurden zunächst in der Übertragung Jan Skácels in der Prager Zweimonatsschrift Světova literatura (Weltliteratur) veröffentlicht. Kunze war häufig Gast auf Kongressen in der ČSSR, konnte sich in Heimen des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes aufhalten, um zu arbeiten oder sich zu erholen, und Kunze erhielt, wie Wallmann berichtet, mehrere medizinische Heilbehandlungen auf Kosten des Verbandes. In mehreren abendfüllenden Veranstaltungen im Theater der Poesie wurde Kunzes Werk dem tschechischen Publikum vorgestellt. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum Reiner Kunze die Tschechoslowakei für den Zeitraum von 1960 bis 1968 als „geistiges Asyl und literarische Heimat“ bezeichnet hat.
Kunzes Konsequenz daraus war eine verstärkte Übersetzertätigkeit, die vor allem dem Werk zweier literarischer Einzelgänger und bedeutender Lyriker galt: Vladimír Holan und Jan Skácel. Angeregt durch eine Mitte der sechziger Jahre in der Tschechoslowakei einsetzende „Holan-Euphorie“, widmete sich Kunze als Übersetzer dem sehr eigenständigen, eigenwilligen und experimentellen Werk eines abseits aller literarischen Strömungen stehenden Autors, dem, zur tschechischen Avantgarde der zwanziger Jahre zählend, fünfzehn Jahre (1948-1963) lang alle Publikationsmöglichkeiten verwehrt wurden. Ludvík Kundera nennt Holan einen der großartigsten Dichter der Epoche und stellt dessen Sprachkraft und künstlerische Autonomie, die jede Form der Selbstzensur ausschließe, besonders heraus. Zuerst übersetzte Reiner Kunze Holans 1964 erschienene, in der Jahren des erzwungenen Schweigens entstandene lyrische Huldigung Shakespeares Nacht mit Hamlet, die nicht nur nach Oldřich Mikulášeks Einschätzung in der modernen Poesie ohne Parallele ist. In diesem – epische, dramatische und philosophische Elemente vereinigenden – fünfzigseitigen polythematischen Poem steht die Frage nach der „Rolle der Kunst im Leben des Menschen“ im Mittelpunkt. Eine der entscheidenden Antworten, die Holan seinen lyrischen Protagonisten formulieren läßt, lautet:

Ich sage dir, kunst ist klage,
etwas für manchen, nichts für alle

Esoterische und hermetische Passagen wechseln in Holans Verserzählung ständig mit existentiellen Bekenntnissen und philosophischen Spekulationen ab:

Wenn’s auch Gott nicht gäbe, wenn’s auch die menschliche seele nicht gäbe,
wenn’s auch die seele gäbe, sie aber sterblich wäre,
wenn’s auch kein vomtodeauferstehen gäbe,
wenn es dann auch nichts mehr gäbe, wirklich nichts,
unser beider anteil an solcher komödie
wäre wieder nur mitleid, mitleid mit dem leben,
das nur atem, durst und hunger ist
und paaren und krankheit und schmerz…

Holans Nacht mit Hamlet ist ein von rätselhaften Bildern und Assoziationen unterbrochenes insistierendes Fragen nach dem Menschen und seiner Existenz in einer säkularisierten Welt. Und Mikulášek ist zuzustimmen, wenn er angesichts von Holans Prämisse der „nicht enträtselbaren rätselhaftigkeit des menschlichen seins“ folgende Frage als herrliche und selbstironische „Projektion eines Agnostikers“ bezeichnet:

Übrigens… Wenn’s keinen Gott gibt,
wenn’s keine engel gibt, und wenn nach dem tod nichts mehr ist,
warum verehren die verehrer des nichts
nicht eben die, die nichtseienden?

In dem schmalen Auswahlband Vor eurer Schwelle stellt Kunze ein Jahr nach der Veröffentlichung der Nacht mit Hamlet Gedichte Holans vor, die in ihrer Verknüpfung von existentiellen und ästhetischen Fragestellungen dem Shakespeare-Poem nahestehen, die aber formal zur metaphorischen Miniatur tendieren. Der scheinbar selbstgenügsame Ästhetizismus eines Verses wie „Guter wein ist sich selbst genug… Kunst auch“ wird durch die an Kunderas Gedicht „Dichter sein“ erinnernde Radikalität und durch sein Pathos entscheidend relativiert:

AUF DEM VORMARSCH

Nichts kann den dichter entschuldigen, auch nicht sein tod
Und trotzdem bleiben von seinem gefährlichen sein
hier noch immer als eine art zugabe
einige seiner zeichen. Und in ihnen
wahrlich nicht die vollkommenheit, und wäre sie das paradies,
sondern die wahrhaftigkeit, und sollte sie die hölle sein…

Wie Vladimír Holan gehört auch Jan Skácel zu jenen Schriftstellern, die innerhalb der neueren tschechischen Literaturgeschichte keiner bestimmten literarischen Richtung oder Gruppierung zuzurechnen sind, die aber abseits aller Strömungen ein literarisches Werk geschaffen haben, dem von Literaturwissenschaftlern große Beachtung geschenkt wird:

Unter den hervorragenden Lyrikern, die ihre literarische Laufbahn außerhalb der Gruppe Květen begannen, ist vor allem Jan Skácel (7.2.1922 Znorov bei Straßnitz) zu nennen. Nach dem Abitur in Brünn wurde er 1941 zur Zwangsarbeit nach Niederösterreich verpflichtet. Nach dem Krieg studierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Brünn und war dann bis 1952 Redakteur. In der Jahren 1952-1953 war er Arbeiter, 1954-1963 Mitarbeiter des Rundfunks in Brünn und 1963-1969 Chefredakteur der bedeutenden Brünner literarischen Zeitschrift Host da domu (Gast ins Haus).

Jan Skácel ist zweifelsohne jener tschechische Lyriker, für dessen Werk Reiner Kunze sich am meisten eingesetzt hat und dessen Person und Poesie in Kunzes Lyrik sehr deutliche Spuren hinterlassen haben, die schon im Band Widmungen zu erkennen sind und die sich bis in jüngste Publikationen Kunzes feststellen lassen.
„Skácel“, so schreibt Werner Paul, „ist unter den modernen tschechischen Lyrikern der bilderreichste. Über seine Poesie zu schreiben, heißt seine Metaphern analysieren; sie sind fest in der Landschaft seiner Kindheit, einem mährischen Dorf, verankert, belebt von Tieren, Pflanzen und Bäumen, sie haben vorwiegend einen visuellen Charakter, und es ist unmöglich, sie auf eine einzige transparente Aussage zu reduzieren.“ In der 1967 im Hamburger Merlin Verlag veröffentlichten Sammlung Fährgeld für Charon, die achtzig von Kunze ausgewählte und übersetzte Gedichte Skácels enthält, lauten die programmatischen Schlußverse des Gedichts „Empfindsam und noch empfindsamer“:

Ich bin nur ein Dichter, ein Radar unter den Linden.
Nicht an mir ist’s zu antworten. Ich frage.

Anfang der sechziger Jahre hatten sich Kunze und Skácel kennengelernt, und es entstand eine bis zu Skácels Tod im November 1989 währende Dichterfreundschaft, die in gegenseitigen Übersetzungen, Hommage-Gedichten und einem (leider nur in Auszügen publizierten) umfangreichen Briefwechsel ihren besonderen Ausdruck gefunden hat. Kunze und Skácel verbindet auch eine große Wertschätzung der Lyrik und der Person Peter Huchels. Trotz des Altersunterschiedes und der daraus resultierenden stark divergierenden Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg haben Kunze und Skácel den Prager Frühling mit vergleichbar großer Zuversicht begleitet, beide haben nach dessen gewaltsam erzwungenem Ende persönliche und politische Konsequenzen gezogen und mußten deshalb in ihrem Land als Schriftsteller jahrelang ohne Publikationsmöglichkeit leben.
Dennoch ist das lyrische Werk Jan Skácels hinsichtlich seiner Themen, Motive und ästhetischen Mittel vom dem Kunzes grundverschieden. Als Kunze Skácels Gedichte für sich zu entdecken begann, traf er auf einen Dichter, der mit seinem erstem Gedichtband, den er als Fünfunddreißigjähriger 1957 vorgelegt hatte, bereits seinen sehr persönlichen, unverwechselbaren Stil gefunden hatte und deshalb für den über zehn Jahre Jüngeren zu einer künstlerischen Leitfigur werden konnte. Das Assoziative und mitunter Hermetische der Gedichte Skácels hat Kunze in seiner Lyrik kaum adaptiert, da sie in der Regel auf nur ein klar herausgearbeitetes Bild oder einen pointiert formulierten Gedanken beschränkt bleibt. In der literarischen Praxis sind die Unterschiede zwischen beiden Dichtern größer als die Übereinstimmungen. In ihrem Selbstverständnis aber teilen sie den Agnostizismus, die Subjektivität, die Daseinsbejahung und die Forderung nach Authentizität und Humanität. Skácels Gedicht „Übereinkunft“ spricht viele dieser künstlerischen Übereinstimmungen an und fordert eine Haltung, die auch für Reiner Kunze maßgebend werden sollte.

ÜBEREINKUNFT

Ich will nicht, daß irgendein gott mich umdenkt.
Ich hab seit jeher meinen,
für den eigenen gebrauch, auch, um mich aufzurichten.
Und für die demut, deren ich bedarf.

Zuweilen geschieht’s, daß die menschliche seele stinkt
wie regennasses hundefell.
Darüber lästere ich nicht. Nur will ich daß der schmerz
wirklich schmerzt und die träne träne ist.

Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Bandes Fährgeld für Charon erhielt Kunze im Juni 1968, also kurz vor dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings, als seine erste literarische Auszeichnung den Preis für Nachdichtungen des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes. Auch in offiziellen Nachschlagewerken der DDR erwähnte man, wenngleich mit größter Zurückhaltung, Kunzes Leistungen als Übersetzer: „Auch als Nachdichter, besonders tschechischer Lyrik, machte er sich verdient.“ Dennoch ist bis heute Desiderat geblieben, was Karl Corino schon 1978 für wünschenswert erachtete: „Kunzes Übersetzerleistung ist mangels entsprechender Aufmerksamkeit der Slavisten bis heute noch nicht gewürdigt.“

In einem seiner Gedichte hat Reiner Kunze auf poetische Weise dargelegt, weichen Anspruch er an sich selbst als Übersetzer stellt und worin für ihn die besondere Herausforderung besteht, einen dichterischen Text von einer fremden Sprache in die Muttersprache zu übertragen:

NACHDICHTEN

Mit der goldwaage wiegen
und das herz nicht anhalten dabei

Noch dort dem dichter folgen wo der vers
im dunkeln läßt
Den kopf hinhalten für ihn

Übersetzen, so besagt es dieses Gedicht, ist kein rein rationaler, denkerischer Akt, sondern auch ein emotionaler, von einem inneren Verhältnis zum Text bestimmter Arbeitsprozeß. Deshalb ist es für den Nachdichter Reiner Kunze von großer Bedeutung, daß er nur Texte übersetzt, zu denen er diese persönliche Affinität hat. Für das Nachdichten Kunzes ist, wie es die idiomatische Anfangszeile des Gedichts evoziert, die Genauigkeit leitendes Prinzip. Der Schlußvers, der abermals eine Redewendung zitiert, verweist auf das Moment der Reflexion, ist aber auch Formel für ein ausgeprägtes Verantwortungsbewußtsein. Das mittlere Verspaar ist Anspielung auf jene „Dunkelheit“, die Hugo Friedrich als Merkmal der modernen Lyrik besonders herausgestellt hat. In der modernen tschechischen Lyrik Holan und Skácel sind hierfür beispielhaft – ist dieses Hermetische konstitutiver Bestandteil. Jan Skácel selbst beharrt bei seiner eigenen Lyrik auf dieser Dunkelheit oder zumindest auf einem Rest an Unerklärbarkeit, wenn er sagt:

Ich möchte, daß auch für mich, den autor dieser verse, manches geheimnis geheimnis bleibt. Es gibt schleier, die wir nicht ungestraft berühren.

Im Gedicht „Nachdichten“ hält Kunze mit Entschiedenheit am Wort „dichten“ und seinen Derivaten fest. Seit dem Band Widmungen verbindet er, ungeachtet der politisch bestimmten Auseinandersetzung um den „Dichter zwischen rechts und links“, mit der Bezeichnung „Dichter“ einen künstlerischen Anspruch, während er im Wort „Schriftsteller“ eine relativ wertfreie Berufsbezeichnung sieht. Im Unterschied zum „Übersetzen“ impliziert der Titel „Nachdichten“ die Vorstellung vom Entstehen eines sprachlichen Kunstwerks.
Von dieser persönlichen Begriffsbestimmung Kunzes ist aber im folgenden abzusehen, und um eine begriffliche Differenzierung zu gewährleisten, wird zur Qualifizierung von Übersetzungen nicht auf die deutschen Worte wie „Übersetzung“, „Übertragung“ und „Nachdichtung“, sondern auf die englischen Termini „Metaphrase“, „Paraphrase“ und „Imitation“ zurückgegriffen. Die Metaphrase, definiert als wortwörtliche (ex verbo) und der Interlinearversion nahestehende Prosawiedergabe eines poetischen Textes, muß zwangsläufig die Überdetermination eines Gedichts infolge rhythmischer und lautlicher Merkmale unberücksichtigt lassen. Die Imitation hingegen, eine im englischen Sprachraum sehr verbreitete Form der freien Nachdichtung, räumt dem Übersetzer größtmögliche Freiheiten gegenüber dem Original ein:

Er verwendet es zu seinen eigenen Zwecken, verdreht den Sinn, wenn er ihm nicht paßt, läßt für ihn nicht relevante Stellen aus, produziert also ein Gedicht, welches als Teil seines eigenen Werkes gelten kann.

Ein solches „Übersetzerverständnis“, das im Sinne des italienischen Wortspiels „traduttore traditore“ von der Unmöglichkeit einer unverfälschten Übersetzung ausgeht, steht der Auffassung des Übersetzers Reiner Kunzes diametral entgegen. Die Paraphrase schließlich gesteht dem Übersetzer mehr Freiheiten zu als die Metaphrase, indem sie eine sinngemäße (ex sensu), aber auch formbewußte Übertragung bezeichnet, die semantische, idiomatische und stilistische Eigentümlichkeiten der Zielsprache berücksichtigt, um so dem Original so nahe wie möglich zu kommen.
Für welches der drei Verfahren sich der Übersetzer im einzelnen entscheidet, hängt nicht allein von seinem Selbstverständnis ab, sondern auch vom zu übersetzenden Original. Michael Hamburger, der renommierte englische Übersetzer, stellt diese Abhängigkeit sehr differenziert dar:

So gibt es selbst in diesem Zeitalter noch Gedichte, wie die späteren Gedichte von Brecht, an denen tatsächlich der wörtlich übertragene Sinn das Wesentliche ist; trifft man diesen, ergibt sich der Stil, der Duktus, fast von selbst. Für den Brecht-Übersetzer ist also die genaue Wortwahl wichtiger als rhythmische oder akustische Eigenschaften, die er unter Umständen der semantischen Genauigkeit aufopfern wird. Bei anderen Dichtern, zum Beispiel dem Benn der zwanziger Jahre, kann das Höchstmaß an Treue nur durch das entgegengesetzte Verfahren erreicht werden, nämlich durch Bewahrung der rhythmischen und akustischen Dynamik, wenn auch auf Kosten der semantischen Genauigkeit. Aber auch das ist noch eine Verallgemeinerung: Die Wahl, die Entscheidung, muß bei jeder Zeile, bei fast jedem Wort getroffen werden.

Welchen der drei Übersetzungswege (Metaphrase, Paraphrase, Imitation) Reiner Kunze für seine Übertragungen aus dem Tschechischen bevorzugt, soll an einigen ausgewählten Beispielen gezeigt werden.
In dem reimlosen, freirhythmischen Erzählgedicht „Básen která odmitá mít název“ (Gedicht das es ablehnt einen Titel zu haben) von Jan Skácel, in dem das Motiv des Fisches – wie schon im Gedicht „Der Wind mit Namen Jaromír“ auf eine poetologische Sinnschicht hindeutet und das dem Angler Reiner Kunze gewidmet ist, wird der von Kindern geangelte Fisch, der das Gedicht selbst repräsentiert, zum Schlüssel für eine andere Wirklichkeit. Die mittlere Versgruppe lautet im Original:

Bůh dopustil
a vydal dětem rybu z hlubin jako tajemství
an němy klenot málem výkupné
za všechno co nám skrývá
Vpravdě však klič ze studeného stříbra
ode všech domů
jež staví pro nás schválně bez dveři

Kunzes Interlinearversion dieser Verse lautet:

Gott erlaubte es
und gab den Kindern den Fisch aus der Tiefe wie ein Geheimnis
und ein stummes Kleinod ein wenig wie ein Lösegeld
für alles das was er vor uns verbirgt
In Wirklichkeit (Wahrheit) aber einen Schlüssel aus kaltem Silber
zu allen Häusern
welche er baut für uns absichtlich ohne Türen

Die Endfassung der Übersetzungsbemühungen Kunzes verzichtet auf jede Interpunktion, bedient sich der gemäßigten Kleinschreibung, nimmt einige syntaktische Umstellungen vor und fügt noch einen Endreim („lösegeld“ – „vorenthält“) hinzu:

Gott erlaubte es
und gab aus den tiefen den kindern den fisch als geheimnis
und stummes kleinod fast wie ein lösegeld
für alles was er uns vorenthält
Doch in wirklichkeit einen schlüssel aus kaltem silber
zu all den häusern
die er für uns absichtlich ohne türen baut

Die entscheidende Arbeit einer solchen, der Metaphrase nahestehenden Übersetzung ist die Arbeit am Wort, an der Semantik. Vor der Publikation legt Reiner Kunze nach Möglichkeit seine Übersetzungen dem Autor des Originals vor. Die Freundschaft mit dem deutsch sprechenden Jan Skácel ermöglichte stets eine entscheidende Kontrolle und Korrektur, was bei den zahlreichen volkspoetischen Elementen und Märchenmotiven seiner Gedichte, für die es im Deutschen oft keine verbale Entsprechung gibt, von großer Bedeutung ist. Eine andere, Herausforderung für jeden Skácel-Übersetzer stellen die an Wortspielen, Lautmalereien, Assonanzen und Reimen reichen Vierzeiler dar, die Werner Paul mit „uralten Zaubersprüchen“ vergleicht und in denen Sylvie Richterová eine poetische Zwiesprache Skácels mit Frantisek Halas erkennt.

jsme žebráci a málo chceme
a až nám někdo slovo podá
tak samozřejme jako voda
do teplých krajů odejdeme

Kunzes wortwörtliche Übersetzung dieses einstrophigen volksliedhaften Gedichts lautet:

Wir sind Bettler und wenig wollen wir
und bis uns jemand ein Wort gibt
so selbstverständlich wie Wasser
in warme Gegenden wir weggehen

Der Weg zur Endfassung ist dann im wesentlichen bestimmt von der Arbeit am Metrum, am Reim und am Klangbild, und dabei ist nicht nur der Übersetzer gefordert, sondern auch der erfahrene Lyriker:

wir sind bettler und wolln wenig
und reicht uns einer einst ein wort
so selbstverständlich wie das wasser
gehn wir in warme länder fort

Kunze hat das Reimschema der tschechischen Vorlage in der Übersetzung geändert, hat verstärkt Alliterationen und rhythmisches Gleichmaß (u.a. mittels Elisionen bei „wolln“ und „gehen“) eingesetzt, um dem Melos des Originals zu entsprechen; die semantischen Analogien verlieren dabei an Bedeutung, sind aber bei Vierzeilern wie diesem unschwer zu gewährleisten.
Eine sprachliche Herausforderung besonderer Art sind für den Übersetzer die Wortspiele, die in Skácels Lyrik häufig vorkommen. Eine Zeile aus dem Gedicht „Dotyky“ (Berührungen) versucht Kunze dadurch ins Deutsche zu übertragen, daß er, ungeachtet einer wörtlichen Übersetzung, eine dem tschechischen Original entsprechende deutsche Figura etymologica verwendet.

Bojí se bojí bojínek

Wörtlich übersetzt heißt diese Zeile:

Es ängstigt sich ängstigt das Lieschgras

In der tschechischen Fachbezeichnung für „lieschgras“ (bojínek) verbirgt sich indes der Verbstamm „boi“, so daß es, um diese etymologische Korrespondenz zu erhalten, im Deutschen heißen müßte: „Es ängstigt sich ängstigt sich das Gras mit dem Namen ,Kleiner Ängstling‘“, was aber ein Neologismus wäre, der den realen Ausgangspunkt des botanischen Terminus übergehen würde, und was überdies einer poetischen Entzauberung gleichkäme. Die Suche nach einer dichterischen Entsprechung im Deutschen schien, wie Kunze berichtet, zunächst vergeblich zu sein:

Das Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen verzeichnet unter ,Lieschgras‘ kein einziges Synonym, in dem das Wort ,Angst‘ anklingt, und andere Kräuter-, Gras- und Blumennamen, die an kindliche Angst denken lassen, waren trotz Umfrage bei Bauern, Apothekern und Kräutersammlerinnen nicht zu finden.

Schließlich stieß der Nachdichter zufällig auf das Wort „Wundklee“, das ein bestimmtes Wiesenkraut bezeichnet, und fand so für das tschechische Wortspiel mit dem Verbstamm „bai“ eine deutsche Entsprechung:

Und wund wund ist der wundklee

Kunze nimmt den Unterschied zwischen Wiesenlieschgras und Wundklee in Kauf, um Skácels magisches Sprach- und Naturverständnis zu bewahren. Die Arbitrarität sprachlicher Zeichen nämlich wird in vielen Gedichten Skácels, vor allem in seinen Vierzeilern, zu einer mythischen Ordnung der Natur, deren eigentliche Sprache die Sprache der Poesie ist. Der Übersetzer verzichtet deshalb zugunsten dieses Poesieverständnisses auf eine wörtliche Übertragung und entscheidet sich für ein Nachdichten vom Wort her, was für Kunzes eigene Poetik konstitutiv ist.
Kunzes Selbstverständnis als Übersetzer basiert auf einer im poetischen Sinne möglichst genauen Paraphrase. Die Metaphrase läßt die dichterische Dimension, die Imitation den Respekt vor dem Original vermissen, die Paraphrase aber will ein Gedicht in der Sprache des Übersetzers schaffen, das dem Ausgangstext gleichwertig ist:

Ein Gedicht so aus einer fremden Sprache in die eigene zu übersetzen, daß es in der eigenen Sprache wieder ein Gedicht wird und man ihm nicht anmerkt, daß es nicht in dieser Sprache geschrieben worden) ist, und es so zu übersetzen, daß die Übersetzung dem Original so nahe wie möglich kommt, und ein Gleiches und zugleich Gleichwertiges entsteht, setzt als Übersetzer einen Lyriker voraus.

Legt man diesen hohen künstlerischen Anspruch des Übersetzers Reiner Kunze zugrunde und hält man sich vor Augen, daß Kunze über einen Zeitraum von dreißig Jahren (1960-1990) kontinuierlich aus dem Tschechischen übersetzt hat, dann ist der Feststellung Corinos zuzustimmen, diese Nachdichtungen seien ein wichtiger Bestandteil von Kunzes eigenem lyrischen Œuvre. Kunze selbst hat mitunter auch Texte aus anderen Sprachen übersetzt, aber der eigentliche Schwerpunkt seiner Übersetzertätigkeit liegt eindeutig auf der Vermittlung der tschechischen Literatur der Gegenwart. Zumindest drei Beweggründe können hierfür angeführt werden. Zuerst ist es die Bemühung um eine bedeutende, im deutschen Sprachraum kaum bekannte Literatur der europäischen Moderne, die zu Beginn der sechziger Jahre Kunzes vom Kanon des sozialistischen Realismus dominiertes Literaturverständnis entscheidend verändert hat. Das Übersetzen tschechischer Lyrik wurde für ihn zur Entdeckung einer nicht-mimetischen Literaturtradition und ein Bekenntnis zum ästhetischen Spielraum der modernen Poesie. Diese im Ästhetischen wurzelnde Motivation wandelte sich infolge des gewaltsam herbeigeführten Endes des Prager Frühlings und der daraus resultierenden kulturpolitischen Repressionen zu einem Engagement für die unterdrückte Literatur, was in dem auch heute noch lesenswerten und bewegenden Gespräch „Kein Schweigen auf die Freunde werfen“, das Kunze 1973 mit Karl Corino geführt hat, sehr deutlich wird. Einer dieser Freunde, Jan Skácel, konnte nach 1968 allenfalls in der samisdatartigen Edice Petlice publizieren, und erst 1981 wurde ein Gedichtband Skácels in einem offiziellen Verlag in der ČSSR verlegt. Das Übersetzen tschechischer Literatur wurde deswegen für Kunze zu einem Akt politischer Solidarität und zu einer Verteidigung der totgeschwiegenen Poeten. Ein wichtiges Motiv für das Übersetzen Kunzes ist außerdem in der dichterischen Arbeit an und mit der eigenen Sprache zu sehen, in die Fremdes zu transponieren ist. Daß Kunze für seine Übersetzerleistung schon 1968 einen tschechischen Literaturpreis erhalten hat, liegt sicher auch an der Wertschätzung des Übersetzers in der Tschechoslowakei, wo er als „bedeutende, ja führende literarische Persönlichkeit“ gilt.
Bemerkenswert ist Kunzes Produktivität als Übersetzer tschechischer Literatur in den sechziger Jahren. Von 1961 bis 1970 kam es zu nicht weniger als elf Titeln mit Übersetzungen von Lyrik, Hörspielen und Dramen. In den siebziger Jahren indes erschienen Nachdichtungen Kunzes nur noch vereinzelt in literarischen Zeitschriften, darunter eine kleine Auswahl neuer tschechischer Lyrik, aber zu einem eigenen Übersetzungsband kam es in diesem Jahrzehnt nicht. Erst in den achtziger Jahren, nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik, knüpfte Kunze an die intensive Nachdichtungspraxis der sechziger Jahre an, und in den Jahren 1982 bis 1985 erschienen fünf Bände mit Übersetzungen tschechischer Lyrik und Prosa.
Das Werkverzeichnis macht darüber hinaus noch einen anderen Zusammenhang sichtbar. Alle bedeutenden Gedichtbände – von den Widmungen (1963) bis zum Band Eines jeden einziges Leben (1986) – entstanden im Kontext intensiver Übersetzungsarbeit, so daß auch für den Nachdichter Reiner Kunze gelten dürfte, was der Lyriker und Übersetzer Michael Hamburger für sich feststellt:

Das Schreiben von Gedichten ist ein sporadischer Vorgang, der nicht erzwungen werden kann. Nur das Übersetzen erlaubt einem […] Lyriker, die langen Ruhepausen mit einer verwandten, nur etwas weniger intensiven Betätigung auszufüllen.

Heiner Feldkamp: Poesie als Dialog. Grundlinien im Werk Reiner Kunzes, S. Roderer Verlag, 1994

 

Fakten und Vermutungen zum Autor

 

Michael Wolffsohn: REINER KUNZE – der stille Deutsche

In Lesung und Gespräch: Reiner Kunze (Autor, Obernzell-Erlau), Moderation: Christian Eger (Kulturredakteur der Mitteldeutschen Zeitung, Halle). Aufnahme vom 17.01.2012, Literaturwerkstatt Berlin. Klassiker der Gegenwartslyrik: Reiner Kunze. Wenn die post hinters fenster fährt blühn die eisblumen gelb.

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Zum 60. Geburtstag des Übersetzers:

Harald Hartung: Auf eigene Hoffnung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.8.1993

Zum 70. Geburtstag des Übersetzers:

Katrin Hillgruber: Im Herzen barfuß
Der Tagesspiegel, Berlin, 16.8.2003

Lothar Schmidt-Mühlisch: Eine Stille, die den Kopf oben trägt
Die Welt, 16.8.2003

Beatrix Langner: Verbrüderung mit den Fischen
Neue Zürcher Zeitung, 16./17.8.2003

Sabine Rohlf: Am Rande des Schweigens
Berliner Zeitung, 16./17.8.2003

Hans-Dieter Schütt: So leis so stark
Neues Deutschland, 16./17.8.2003

Zum 75. Geburtstag des Übersetzers:

Michael Braun: Poesie mit großen Kinderaugen
Badische Zeitung, 16.8.2008

Christian Eger: Der Dichter errichtet ein Haus der Politik und Poesie
Mitteldeutsche Zeitung, 16.8.2008

Jörg Magenau: Deckname Lyrik
Der Tagesspiegel, 16.8.2008

Hans-Dieter Schütt: Blühen, abseits jedes Blicks
Neues Deutschland, 16./17.8.2008

Zum 80. Geburtstag des Übersetzers:

Jörg Bernhard Bilke: Der Mann mit dem klaren Blick: Begegnungen mit Reiner Kunze: Zum 80. Geburtstag am 16. August
Tabularasa, 18.7.2013

artour: Reiner Kunze wird 80
MDR Fernsehen, 8.8.2013

André Jahnke: Reiner Kunze wird 80 – Bespitzelter Lyriker sieht sich als Weltbürger
Osterländer Volkszeitung, 10.8.2013

Josef Bichler: Nachmittag am Sonnenhang
der standart, 9.8.2013

Thomas Bickelhaupt: Auf sensiblen Wegen
Sonntagsblatt, 11.8.2013

Günter Kunert: Dichter lesen hören ein Erlebnis
Nordwest Zeitung, 13.8.2013

Marko Martin: In Zimmerlautstärke
Die Welt, 15.8.2013

Peter Mohr: Die Aura der Wörter
lokalkompass.de, 15.8.2013

Arnold Vaatz: Der Einzelne und das Kartell
Der Tagesspiegel, 15.8.2013

Cornelia Geissler: Das Gedicht ist der Blindenstock des Dichters
Berliner Zeitung, 15.8.2013

Johannes Loy und André Jahnke: Eine Lebensader führt nach Münster
Westfälische Nachrichten, 15.8.2013

Michael Braun: Süchtig nach Schönem
Badische Zeitung, 16.8.2013

Jochen Kürten: Ein mutiger Dichter: Reiner Kunze
Deutsche Welle, 15.8.2013

Marcel Hilbert: Greiz: Ehrenbürger Reiner Kunze feiert heute 80. Geburtstag
Ostthüringer Zeitung, 16.8.13

Hans-Dieter Schütt: Rot in Weiß, Weiß in Rot
neues deutschland, 16.8.2013

Jörg Magenau:  Der Blindenstock als Wünschelrute
Süddeutsche Zeitung, 16.8.2013

Friedrich Schorlemmer: Zimmerlautstärke
europäische ideen, Heft 155, 2013

Zum 85. Geburtstag des Übersetzers:

LN: Sensible Zeitzeugenschaft
Lübecker nachrichten, 15.8.2018

Barbara Stühlmeyer: Die Aura der Worte wahrnehmen
Die Tagespost, 14.8.2018

Peter Mohr: Die Erlösung des Planeten
titel-kulturmagazin.de, 16.8.2018

Udo Scheer: Reiner Kunze wird 85
Thüringer Allgemeine, 16.8.2018

 

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Fakten und Vermutungen zum Übersetzer + KLG +
Rede + Interview 1 + 2 + 3
DAS&D + Georg-Büchner-Preis
Porträtgalerie: Autorenarchiv Isolde Ohlbaum +
Autorenarchiv Susanne Schleyer + Dirk Skiba Autorenporträts
shi 詩 yan 言 kou 口

 

Richard Pietraß: Dichterleben – Reiner Kunze

 

Reiner Kunze – Befragt von Peter Voss am 15.7.2013.

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