Jannis Ritsos: Monochorde
„Wisse – diese Monochorde sind meine Schlüssel. Nimm sie.“ Diese aus 236 „einversigen“ Gedichten bestehende Sammlung ist voller Sehnsucht und Weisheit.
„Wisse – diese Monochorde sind meine Schlüssel. Nimm sie.“ Diese aus 236 „einversigen“ Gedichten bestehende Sammlung ist voller Sehnsucht und Weisheit.
Dieses während der Zeit der Junta entstandene Buch gilt als eins seiner wichtigsten Werke. Szenische Lyrik in Umgangssprache.
Mit diesem 32seitigem Heft wurde Ritsos 1983 einer größeren Leserschaft in der DDR bekannt.
Zwischen epigrammatischer Kürze und Epistel in Prosa, zwischen Witz und Elegie bewegen sich diese Gedichte, und der Schrecken der Vergänglichkeit, der Geschichte (des Balkans insbesondere) und nicht zuletzt der Liebe wird in ihnen nur mühsam durch eine sehr trockene Komik in Bann gehalten.
Es handelt sich um eine Anthologie der „Klassik der Spätmoderne“. Spanische Lyrik der Gegenwart und nicht des Jetzt.
Joseph Brodsky bezeichnet das Gedicht als „eine höchst ökonomische Form geistiger Beschleunigung“. „Die Haltestelle in der Wüste“ ist dafür der exemplarische Ort.
„Vielleicht hat der Autor kein Buch geschrieben, das als Gesamtheit von solcher Eleganz ist.“ sagt Lorcas Freund Jorge Guillén.
„Lyrik zum Die-Pulsadern-Aufschneiden“ – mit diesen Worten beschrieb Federico García Lorca seine New Yorker Gedichte.
Was für Gedichte kann man schreiben in einer Sprache wie dem Chinesischen, an deren Verben sich keine Zeitform oder Person zeigt? Die Antwort des Lyrikers und Essayisten Yang Lian lautet: Gedichte, die Sinn nicht linear entfalten, die Zustände artikulieren, keine Handlungen. Die die Dinge auf diese Weise in Urbilder verwandeln. Die die archaische Lyrik Chinas und ihre Chiffren auf der Basis des modernen Gedichts seit Pound und Eliot wieder auferstehen lassen.
Joachim Sartorius hat 19 internationale Lyriker gebeten, in poetologischen Essays den Ort ihres poetischen Sprechens zu umreißen. Von Raoul Schrott bis Adonis, von Yang Lian bis Cees Nooteboom, von Ulrike Draesner bis Charles Simic versammelt dieser Band faszinierende persönliche und zugleich exemplarische Essays, die helfen, eine neue Poetik des Gedichts zu definieren. Neben einem eigenen Gedicht hat jeder von ihnen auch das Gedicht eines anderen Lyrikers ausgewählt, das für seine Poetik besonders wichtig ist.