Marcel Reich-Ranicki (Hrsg.): Erich Fried bis Durs Grünbein

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Marcel Reich-Ranicki (Hrsg.): Erich Fried bis Durs Grünbein

Reich-Ranicki (Hrsg.)-Erich Fried bis Durs Grünbein

MEIN LIEBSTES, TU DIE SCHATTEN FORT

Mein Liebstes,
tu die Schatten fort,
die in den Zimmern liegen.
Das sind die Häute,
die wir trugen
in den verlornen Siegen.

Ich hör dem Spott der Drossel zu.
Er gilt belognen Lügnern,
verlorenen Verlierern
und betrogenen Betrügern.

Da sind wohl
du und ich gemeint
und alle unsre Tage,
die nicht gegebne Antwort
und die nie gestellte Frage.

Mein Liebstes,
tu die Schatten fort,
die in den Zimmern liegen.
Das sind die Häute,
die wir trugen
in den verlornen Siegen.

André Heller

 

 

 

Der siebte Band

des Kanons deutschsprachiger Gedichte versammelt die Stimmen der Lyrik seit etwa 1960 bis heute. Mit der konkreten Poesie wird das sprachspielerische Element wiederaufgenommen. Beispiel dafür bieten die Gedichte von Hans Carl Artmann, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl und Robert Gernhardt. Der Wiederentdeckung des politischen Gedichts in den sechziger Jahren folgt in den siebzigern eine neue Subjektivität. Dabei läßt sich ein Unterschied zwischen den Autoren aus Ost- und Westdeutschland bemerken. Setzt die politische Ernüchterung im Westen früher ein, so ist im Osten Deutschlands die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderung mit Hilfe von Kunst und Literatur ausdauernder. Die strikte Trennung zwischen poésie pure und poésie engagée wird hier wie dort aufgehoben, Allgemeines und Privates durchdringen sich. Dem entspricht auch die Vielfalt der Formen, alles wird möglich…

Insel Verlag, Klappentext, 2005

 

Zum 100. Geburtstag des Herausgebers:

Sven Hecker: Marcel Reich-Ranicki – Zum 100. Geburtstag des Literaturpapstes
mdr KULTUR, 2.6.2020

Armin Kratzert: Marcel Reich-Ranicki: Populär und einsam
BR Kultur, 1.6.2020

Elke Heidenreich: Da habe ich gesagt: Du kannst mich mal!“
Der Spiegel, 28.5.2020

Volker Weidermann: Er fehlt
Der Spiegel, 29.5.2020

Alexander Solloch: Der Kritiker. Zum 100. Geburtstag von Marcel Reich-Ranicki
NDR, 31.5.2020

Wolf Scheller: Marcel Reich-Ranicki: Herr der Bücher und ,Kritikerpapst‘
Der Standart, 2.6.2020

Jens Bisky: Es hielt ihn nicht im Sessel
Süddeutsche Zeitung, 1.6.2020

Karl Heinz Bohrer: Unser Erzieher
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.6.2020

Marc Reichwein: Der sprechende Literaturpapst
Die Welt, 2.6.2020

Jochen Hieber: Der Redakteur für Literatur
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.6.2020

Andreas Platthaus: Wunschlos kritisch
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.6.2020

Sandra Kegel: Professori Marselij Rikas-Rannikken
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.6.2020

Elvira Grözinger: Dem „Literaturpapst“ Marcel Reich-Ranicki zum 100. Geburtstag
Jüdische Rundschau, 6.6.2020

 

ttt – titel, thesen, temperamente: 100 Jahre Marcel Reich-Ranicki

 

 

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Marcel Reich-Ranicki lehnt deutschen Fernsehpreis ab.

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